AUGE/UG, Paiha: "Schwarz-Blauer Familienbonus ist Umverteilung 'nach oben'!"

Gelder für Familienbonus wären in Kinderbetreuung und Bildungseinrichtungen besser angelegt.

Wien (OTS) - „Die 1,5 Milliarden Euro, die der Familienbonus kostet wäre besser in Kinderbetreuungsplätze, ganztägige Schulformen und den Ausbau elementarer Bildungseinrichtungen angelegt, als in Steuerentlastungen, die vor allem Besserverdienenden zugute kommen,“ kritisiert Klaudia Paiha, Bundessprecherin der AUGE/UG – Alternative, Grüne und Unabhängige GewerkschafterInnen den heutigen Regierungsbeschluss zum Familienbonus.

Zwt.: Teilzeitbeschäftigte Frauen verlieren doppelt

Nach wie vor fehlt es – insbesondere im ländlichen Bereich – an Kinderbetreuungsplätzen, die es Frauen überhaupt erst ermöglichen würden, höhere Teilzeit oder Vollzeit zu arbeiten, so Paiha. „Frauen, die zu wenig verdienen um Einkommenssteuer zu zahlen und die gleichzeitig unter fehlenden Betreuungseinrichtungen für Kinder leiden, verlieren doppelt. Weder erhalten sie eine entsprechende finanzielle Entlastung, noch können sie darauf hoffen, dass sich die Betreuungssituation verbessert. Kindergärten, Kinderkrippen und Ganztagsbetreuung in Schulen wären der wirkungsvollste Beitrag, die Einkommenssituation von Frauen und deren Familien nachhaltig zu verbessern. Zusätzlich wären Frauen im Falle von Arbeitslosigkeit und im Alter finanziell besser abgesichert,“ so Paiha.

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So, wie der Familienbonus ausgestaltet ist, sei der Familienbonus zusätzlich eine ‚Umverteilung nach oben‘. AUGE/UG-Bundessprecherin Paiha: „Die Steuer- und Abgabenbelastung des unteren Einkommensdrittels der Erwerbstätigenhaushalte ist – laut WIFO-Verteilungsstudie - mit 43 Prozent des Einkommens nur geringfügig niedriger als jene des oberen Einkommensdrittel mit rund 46 Prozent. Es profitieren von diesem Familienbonus allerdings vor allem Haushalte, die Einkommenssteuer zahlen und hier überwiegend jene im oberen Einkommenssegment. So, wie der Familienbonus ausgestaltet ist, ist er nichts anderes als eine Umverteilungsmaßnahme ‚nach oben‘.“

Dabei wäre insbesondere eine Entlastung von Familien im unteren Einkommensbereich auch ökonomisch sinnvoll. Ärmere Familien wären nicht nur besser gegen Armut geschützt, wie würden auch jeden zusätzlichen Euro ausgeben und so den Wirtschaftsaufschwung stärken. Paiha abschließend: „Die Regierung macht allerdings das genaue Gegenteil: Sie entlastet Besserverdienende und will armen Familien und Kindern auch noch die Mindestsicherung kürzen. Das ist nicht nur zynisch, sondern auch wirtschaftspolitisch kurzsichtig.“

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Klaudia Paiha, Bundessprecherin der AUGE/UG
Tel.: 0664/614 50 14
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