• 10.01.2018, 13:24:46
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  • OTS0144

AUGE/UG, Paiha: "Schwarz-Blauer Familienbonus ist Umverteilung 'nach oben'!"

Gelder für Familienbonus wären in Kinderbetreuung und Bildungseinrichtungen besser angelegt.

Utl.: Gelder für Familienbonus wären in Kinderbetreuung und
Bildungseinrichtungen besser angelegt. =

Wien (OTS) - „Die 1,5 Milliarden Euro, die der Familienbonus
kostet wäre besser in Kinderbetreuungsplätze, ganztägige Schulformen
und den Ausbau elementarer Bildungseinrichtungen angelegt, als in
Steuerentlastungen, die vor allem Besserverdienenden zugute kommen,“
kritisiert Klaudia Paiha, Bundessprecherin der AUGE/UG – Alternative,
Grüne und Unabhängige GewerkschafterInnen den heutigen
Regierungsbeschluss zum Familienbonus.

Zwt.: Teilzeitbeschäftigte Frauen verlieren doppelt

Nach wie vor fehlt es – insbesondere im ländlichen Bereich – an
Kinderbetreuungsplätzen, die es Frauen überhaupt erst ermöglichen
würden, höhere Teilzeit oder Vollzeit zu arbeiten, so Paiha. „Frauen,
die zu wenig verdienen um Einkommenssteuer zu zahlen und die
gleichzeitig unter fehlenden Betreuungseinrichtungen für Kinder
leiden, verlieren doppelt. Weder erhalten sie eine entsprechende
finanzielle Entlastung, noch können sie darauf hoffen, dass sich die
Betreuungssituation verbessert. Kindergärten, Kinderkrippen und
Ganztagsbetreuung in Schulen wären der wirkungsvollste Beitrag, die
Einkommenssituation von Frauen und deren Familien nachhaltig zu
verbessern. Zusätzlich wären Frauen im Falle von Arbeitslosigkeit und
im Alter finanziell besser abgesichert,“ so Paiha.

Zwt.: Familienbonus begüngstigt Gutverdienende, kaum Entlastung für
Teilzeitbeschäftigte und NiedrigverdienerInnen

So, wie der Familienbonus ausgestaltet ist, sei der Familienbonus
zusätzlich eine ‚Umverteilung nach oben‘. AUGE/UG-Bundessprecherin
Paiha: „Die Steuer- und Abgabenbelastung des unteren
Einkommensdrittels der Erwerbstätigenhaushalte ist – laut
WIFO-Verteilungsstudie - mit 43 Prozent des Einkommens nur
geringfügig niedriger als jene des oberen Einkommensdrittel mit rund
46 Prozent. Es profitieren von diesem Familienbonus allerdings vor
allem Haushalte, die Einkommenssteuer zahlen und hier überwiegend
jene im oberen Einkommenssegment. So, wie der Familienbonus
ausgestaltet ist, ist er nichts anderes als eine
Umverteilungsmaßnahme ‚nach oben‘.“

Dabei wäre insbesondere eine Entlastung von Familien im unteren
Einkommensbereich auch ökonomisch sinnvoll. Ärmere Familien wären
nicht nur besser gegen Armut geschützt, wie würden auch jeden
zusätzlichen Euro ausgeben und so den Wirtschaftsaufschwung stärken.
Paiha abschließend: „Die Regierung macht allerdings das genaue
Gegenteil: Sie entlastet Besserverdienende und will armen Familien
und Kindern auch noch die Mindestsicherung kürzen. Das ist nicht nur
zynisch, sondern auch wirtschaftspolitisch kurzsichtig.“

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