Grüne Wirtschaft: Mangelberufe – Ausbildung statt Abschiebung

Arbeitsmarktzugang erleichtern, Lehrlingen und Betrieben helfen

Wien/Oberösterreich (OTS) - Die Liste der Mangelberufe ist 2018 mehr als doppelt so lang als in den vergangenen Jahren. Damit wird deutlich, wie dringend die Wirtschaft in diesen Berufen Fachkräfte benötig! 

Österreich ist seit Mitte 2015 bei der Umsetzung der EU-Aufnahmerichtlinie 2013/33/EU säumig, die im Artikel 15 festlegt, dass ein Asylantragsteller "spätestens neun Monate nach der Stellung des Antrags auf internationalen Schutz Zugang zum Arbeitsmarkt erhält". Im Wirtschaftsparlament der WKO wurde bereits im November 2015 beschlossen, dass Asylwerber in Beschäftigung gebracht werden sollen und zwar in allen Branchen und auch außerhalb der geltenden Saisonierkontingente. Die Bundessprecherin der Grünen Wirtschaft, Sabine Jungwirth, fordert daher WK-Präsident Christoph Leitl auf, dem Beschluss des Wirtschaftsparlaments Folge zu leisten und an die Bundesregierung und das AMS heranzutreten, um dem Fachkräftemangel durch einen raschen Arbeitsmarktzugang für Asylwerbende entgegen zu wirken: "Wir benötigen für die Wirtschaft dringend Fachkräfte und schließen gleichzeitig viele Menschen vom Arbeitsmarkt aus. Das ist eine absurde Situation, die geändert werden muss. Ein rascher Zugang zum Arbeitsmarkt muss für alle Menschen im Land hergestellt werden. Dabei ist auch dafür zu sorgen, dass bei den durch Arbeit integrierten Menschen die Aufenthaltsbewilligungen sichergestellt werden." 

Auch im Bereich der Lehrlinge gibt es "Baustellen". Die unter 25-jährigen AsylwerberInnen dürfen in Österreich zwar in den Mangelberufen eine Lehre beginnen, sind jedoch bei negativem Asylbescheid während laufender Lehre nicht vor einer Abschiebung geschützt.

In den vergangenen Monaten sind viele Betriebe wie die Dachdeckerei Hochstöger (OÖ), das Gasthaus Reindl, die Bad Gleichenberger Delikaterie (Stmk) oder die Kemater Alm (T) in die Öffentlichkeit gegangen weil ihre dringend gebrauchten Lehrlinge mitten in der Ausbildung abgeschoben wurden. Diese Unsicherheit ist für Lehrlinge und Betriebe unzumutbar, wird doch viel Zeit, Geld und Herzblut in die Ausbildung junger Menschen investiert, um dann - während laufender Ausbildung - diese Menschen wieder abzuschieben, obwohl sie in Mangelberufen tätig sind. Der oberösterreichische Landessprecher Kuno Haas fordert daher: "AsylwerberInnen die eine Lehre in einem Mangelberuf machen, sollen diese Ausbildung auf jeden Fall absolvieren und zumindest noch 2 Jahre danach im Betrieb arbeiten dürfen! Wir brauchen diese Menschen um das erwartete Wirtschaftswachstum ‚auf den Boden‘ zu bringen!" 

Direktlink zur EU-Richtlinie

Direktlink zum Antrag des Wirtschaftsparlaments vom 26.11.2015

(unterschrieben von Herk, Klacska, Jungwirth, Schenk)

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