• 22.12.2017, 09:09:31
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ÖÄK-Vizepräsident Mayer: Spitalsärzte arbeiten zu Weihnachten am Limit

„Ja, wir sind überlastet – und das darf kein Dauerzustand sein“ – Kritik: Mehr als ein Drittel der Arbeitszeit für Bürokratie statt für Patienten

Utl.: „Ja, wir sind überlastet – und das darf kein Dauerzustand
sein“ – Kritik: Mehr als ein Drittel der Arbeitszeit für
Bürokratie statt für Patienten =

Wien (OTS) - Zwischen Weihnachten und Neujahr krank zu werden, ist
ein denkbar schlechter Zeitpunkt. Arztpraxen haben geschlossen,
Spitals-Ambulanzen sind voll und die Mediziner überlastet. „Während
die Ambulanzen übers Jahr häufig mit Lappalien konfrontiert sind,
haben wir es zu Weihnachten mit besonders vielen Notfällen zu tun“,
betont Harald Mayer, Bundeskurienobmann der angestellten Ärzte und
Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK). Die Belegschaft
in den Spitälern gerät rund um Weihnachten mit ihren Kapazitäten ans
Limit.

„Die Arbeitsbedingungen der Spitalsärzte sind partout nicht rosig
dieser Tage“, betont Mayer. „Zu glauben, dass man mehr Arbeit mit
weniger Personal bei gleicher Qualität liefern kann, ist naiv.“ Was
sich derzeit besonders negativ niederschlägt: Sekretariate sind
dünner besetzt und der ohnehin schon überhandnehmende administrative
Aufwand wird besonders deutlich spürbar. „Weil schlichtweg die Zeit
und das Personal dafür fehlen“, kritisiert Mayer. Rund ein Drittel
der ärztlichen Arbeitszeit wird mit Dokumentation verbracht. „Diese
Zeit fehlt uns bei den Patienten“, so Mayer.

„Da arbeiten hochmotivierte Menschen, die ihren Beruf erfüllend
empfinden und erleben dann Arbeitsbedingungen, die sie überfordern
und frustrieren“, kritisiert der Ärztevertreter. Wenn dann ein
Kollege auch noch krank werde, sei das Versorgungslimit schnell
unterschritten. „Zusätzlich für jemanden einzuspringen ist
unzumutbar, auch Ärzte haben zuhause Familie“, betont Mayer.

Arbeiten am Limit ist nicht mehr die Ausnahme, sondern zusehends ein
Dauerzustand. Dass Dauerbelastung der Gesundheit schadet, ist bekannt
und mit dem ärztlichen Gelöbnis kaum zu vereinbaren. „Denn dieses
nimmt auch die Mediziner in die Pflicht, die eigene Gesundheit und
das persönliche Wohlergehen zu achten, um eine Behandlung auf
höchstem Niveau leisten zu können“, erinnert der
Ärztekammer-Vizepräsident.

„Wir können nicht oft genug betonen, dass es strukturelle Lösungen in
den Spitälern braucht. Der flächendeckende Einsatz von
Administrationsassistenten ist längst überfällig“, sagt Mayer. Hier
ist auch die Politik gefordert, sich endlich um den Personalmangel zu
kümmern anstatt den Rotstift anzusetzen. Zudem braucht es eine
Entlastung der Ärzteschaft von Tätigkeiten, die an das Pflegepersonal
delegiert werden können. Die wichtigsten Forderungen: keine weiteren
Einsparungen, Verbesserung der ärztlichen Arbeitsbedingungen sowie
Entlastung der Spitalsärzteschaft von Bürokratie. (MaH)

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