• 21.12.2017, 20:04:06
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  • OTS0188

Neues Volksblatt: "Deutschpflicht" (von Markus EBERT)

Ausgabe vom 22. Dezember 2017

Utl.: Ausgabe vom 22. Dezember 2017 =

Linz (OTS) - Jedes Ding hat bekanntlich zwei Seiten (mindestens),
weshalb man die Sache mit der Deutschpflicht auch so sehen kann wie
das „Netzwerk SprachenRechte“: Dass nämlich Deutschsprachigkeit als
Bedingung für den Zugang zum Bildungswesen ein „Schlüssel zur
Ausgrenzung“ sei.
Tatsächlich kann Deutschsprachigkeit Ausgrenzung bedeuten: dann
nämlich, wenn Kinder mit Deutsch als Muttersprache die Minderheit in
einer Klasse von Kindern etwa türkischer Herkunft sind. Dass es so
etwas gibt, zeigt die sogenannte Kindergartenstudie in Wien. Dort
wird unter anderem konstatiert, dass in einem islamischen
Kindergarten tschetschenische Kinder Türkisch gelernt haben, um
gleichsam mitreden zu können. Selbst wenn das nur ein Einzelfall sein
sollte, müssten spätestens jetzt bei den Sprachromantikern die
Alarmglocken schrillen.
Und so sind wir bei der Kehrseite der Medaille: Selbstverständlich
hat ab dem Kindergarten — dem man ja nun wesentlich mehr Bedeutung
als erste Bildungseinrichtung zumisst — die deutsche Sprache das
verbindende Element zu sein. Kinder unterschiedlicher Herkunft leben
hier — in Wien, in Linz, in Österreich — und nicht in einer
türkischen Sprach-Enklave. Das Beherrschen der deutschen Sprache
notfalls über die Deutschpflicht zur Selbstverständlichkeit zu machen
ist keine fremdenfeindliche Schikane, sondern ein
gesellschaftspolitisches Muss.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NVB

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