Energiewende als Regierungsprogramm

Biomasse-Verband gratuliert Elisabeth Köstinger zur Angelobung

Wien (OTS) - Dem Thema Umwelt und Energie schenkte man in den Verhandlungen zur Regierungsbildung einiges an Aufmerksamkeit. „Mit der Bündelung der für die Energiewende wesentlichen Bereiche Umwelt, Energie und Landwirtschaft im Nachhaltigkeitsressort wurde eine wichtige Voraussetzung für eine zielgerichtete Energiewendepolitik geschaffen. Mit Elisabeth Köstinger als Ministerin für Nachhaltigkeit übernimmt eine entschlossene Verfechterin der Energiewende und erfahrene Europapolitikerin das Ruder im neuen Schlüsselressort für die Energiewende“, gratuliert Josef Plank, Präsident des Österreichischen Biomassse-Verbandes, zur Angelobung. „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit im Sinne einer enkeltauglichen Energieversorgung.“ Die im Regierungsprogramm gesteckten Eckpunkte der künftigen Energiestrategie sind durchaus ambitioniert: 100% Ökostrom bis 2030, Abkehr vom fossilen Energiesystem, Ausstieg aus der Ölheizung, die Steigerung der Energieeffizienz – um nur einige Schlagworte zu nennen. 

100% Ökostrom bis 2030 und Energiewende vor 2050?

Mit dem Ziel 100 % Ökostrom müssten die Erneuerbaren im Strombereich bis 2030 um zumindest 25  TWh (bei Berücksichtigung von Stromverbrauchssteigerungen von 35 bis 40  TWh) ausgebaut werden. Das entspricht einer Steigerung von 50 bis 80 % (!). Zudem wurde von der Bundesregierung der Ausstieg aus der fossilen Energieversorgung klar kommuniziert und damit als Ziel für eine Energie- und Klimastrategie festgelegt, die noch erarbeitet werden muss. Durch das erneute Bekenntnis zum Pariser Abkommen ist auch der Zeithorizont des Ausstieges vor 2050 eindeutig festgelegt. Die Dimension dieser Ankündigung kann ebenfalls in Zahlen ausgedrückt werden: Derzeit werden in Österreich 270  TWh fossile Energie eingesetzt. Diese gilt es durch Biomasse, Wasserkraft, Wind, PV, Solarthermie, Umgebungswärme etc. zu ersetzen. Soll dies mit den nachhaltig vorhandenen Ausbaupotentialen der erneuerbaren Energien (in Summe etwa 110  TWh) gelingen, ist auch die Senkung des Energieverbrauchs zwingend notwendig. Dies spiegelt sich im Regierungsprogramm durch Schwerpunkte für energiesparende Technologien wie die Elektromobilität und alternative Antriebe, effiziente Heizgeräte und Gebäudedämmung wider. Besonders zu begrüßen ist die geplante Ausarbeitung einer Wärmestrategie und damit verbunden auch die Ankündigung des Ausstiegs aus der fossilen Wärmeversorgung bei öffentlichen Gebäuden und der Ausstieg aus der Ölheizung.  

Bioökonomiestrategie soll kommen

Ein weiterer Themenkomplex ist die angekündigte Erarbeitung einer Bioökonomiestrategie, verbunden mit einem Holzbauschwerpunkt bei öffentlichen Gebäuden und der Umsetzung der Waldstrategie. Durch den verstärkten Einsatz von Biomasse in Konsumgütern und Gebäuden steigen durch die anfallenden Nebenprodukte bei der Ernte und Verarbeitung auch die Potentiale für die Bioenergie. Das abgegebene Bekenntnis zum Klima- und Energiefonds, die verstärkte Kommunikation und Beratung über die Bedeutung von Klimaschutzmaßnahmen sind ebenso erfreulich wie die Ankündigung eines nachhaltigen Raumordnungskonzepts. Neben dem Blick auf die Verhandlungsergebnisse im Bereich Umwelt lohnt auch ein Blick auf jene im Bereich Verkehr und Infrastruktur. Hier werden die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene sowie die Forcierung des öffentlichen Verkehrs und alternativer Antriebe angekündigt.

Fertigstellung: Integrierte Klima- und Energiestrategie

Das vorgelegte Programm in Sachen Energiewende geht weit über alle bisherigen Regierungsprogramme hinaus. Punkte, wie der Abbau von Fossilenergie-Subventionen, eine ökosoziale Steuerreform oder Verbote für besonders umweltschädliche Technologien, wurden nicht direkt genannt, jedoch auch nicht ausgeschlossen. Selbiges gilt für ambitionierte Ziele, Zeitpläne und Maßnahmen in Teilbereichen. Diese müssen sich jedoch aus der Ausarbeitung der integrierten Energie- und Klimastrategie ergeben.

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