Gewerkschaft vida: Strengere Regeln für unbemannte Flugobjekte

vida-Schwarcz: „Sicherheit muss an erster Stelle stehen“

Wien (OTS/ÖGB) - Nach dem jüngsten Drohnen-Zwischenfall am Flughafen Wien-Schwechat fordert Johannes Schwarcz, Vorsitzender des Fachbereichs Luftfahrt in der Gewerkschaft vida, deutlich schärfere Sicherheitsregeln. „Drohnen sind für Hobbypiloten vielleicht ein Freizeitspaß, in diesen Laienhänden bergen sie aber ein enormes Gefahrenpotential. Wieder einmal ist eines dieser Fluggeräte gefährlich nahe an den Landeanflugkursen der Flugzeuge unterwegs gewesen. Nächstes Mal geht so etwas vielleicht nicht mehr glimpflich aus.“ 

Zwtl.: Nummerntafel für Drohnen 

Auch für Drohen müssen klare Regeln gelten, verlangt der vida-Gewerkschafter. „Das beginnt bereits bei der flächendeckenden Registrierung. Hier braucht es eine Art Nummerntafel“, so Schwarcz. Drohnen sollen sich im kontrollierten Luftraum so verhalten müssen wie Verkehrsflugzeuge und von FluglotsInnen kontrollierbar sein, ergänzt Daniel Liebhart, stellvertretender Vorsitzender des vida-Fachbereichs Luftfahrt und selbst Floglotse: „Drohnen, die technisch dazu in der Lage sind, in kontrollierten Luftraum einfliegen zu können, sollen einen Transponder haben, damit ihre Position jederzeit exakt am Radar bestimmt werden und der Besitzer über die Kennung zugeordnet werden kann.“

Zwtl.: Sicherheit an erster Stelle  

Drohnen, die nicht mit der Flugsicherung Kontakt aufnehmen können, sollen per Geofencing, also elektromagnetisch erzeugten Zäunen, die eine Drohne stoppen können, davon abgehalten werden, Schaden anzurichten. Derartige Fluggeräte sollten außerhalb von kontrolliertem Luftraum, etwa auf unkontrollierten Flugplätzen, wie z. B. Wiener Neustadt, und unterhalb der Mindestflughöhe gehalten werden. „Es führt auf alle Fälle kein Weg daran vorbei, dass die Europäische Agentur für Flugsicherheit, aber auch nationale Aufsichtsbehörden, raschest strenge Regeln für die Sicherheit der Luftfahrt umzusetzen müssen“, ist auch AUA-Bordbetriebsrat und Pilot Rainer Stratberger überzeugt. „Wir wissen und verstehen, dass vor allem Paketdienste immer stärker auf Drohnen setzen. Wirtschaftliche Interessen dürfen aber niemals die Sicherheit in der Luftfahrt als oberste Prioriät verdrängen“, warnt Stratberger. 

Zwtl.: Drohne ist Luftfahrzeug und kein Spielzeug

„Für eine faire und sichere Integration unbemannter Fluggeräte in den Luftraum brauchen wir klare Vorgaben. Regularien, Technologien und Verfahren sind wichtig, damit Transport- und Hobbydrohnen nicht unkontrolliert durch die Luft fliegen“, unterstreicht Schwarcz. Er verweist darauf, dass „etwa beim Handykauf jeder Nutzer seine Daten hinterlegt. Das muss beim Drohnenerwerb auch möglich sein“. Abschließend betont Schwarcz, dass „es große Schäden oder Unfälle durch Drohnen in Österreich bisher noch nicht gegeben hat. Damit das auch so bleibt, muss rasch gehandelt werden.“

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