• 11.12.2017, 10:04:31
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  • OTS0031

Österreichische Banken profitieren vom Aufschwung

Präsentation des 34. Financial Stability Report der OeNB

Utl.: Präsentation des 34. Financial Stability Report der OeNB =

Wien (OTS) - Nach zahlreichen Restrukturierungen in den vergangenen
Jahren und begünstigt durch das positive Marktumfeld und niedrige
Risikokosten haben die österreichischen Banken im ersten Halbjahr
2017 erneut ihre Gewinne gesteigert. Dennoch bleibt es wichtig,
effizienzsteigernde Maßnahmen weiter voranzutreiben, um die
Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen und die Finanzmarktstabilität
nachhaltig zu sichern. Die systemischen Risiken aus der
Immobilienkreditvergabe bleiben dabei begrenzt, wenn auch eine
erhöhte aufsichtliche Wachsamkeit angebracht ist.

„Der breite makroökonomische Aufschwung manifestiert sich zurzeit in
verbesserten Wachstumsaussichten, sowohl global als auch insbesondere
auf europäischer Ebene“, sagte Gouverneur Ewald Nowotny anlässlich
der Präsentation der 34. Ausgabe des Financial Stability Report der
Oesterreichischen Nationalbank (OeNB). Auch in Zentral-, Ost- und
Südosteuropa (CESEE) verfestigte sich der Aufschwung und animierte
die in der Region aktiven Banken dazu, ihre Kreditvergabe
auszuweiten.
In diesem günstigen Umfeld gewann auch die österreichische Wirtschaft
weiter an Fahrt. Der außergewöhnlich starke Investitionszyklus
erhöhte den Finanzierungsbedarf der nichtfinanziellen Unternehmen.
Während die Innenfinanzierung weiterhin die wichtigste
Finanzierungsquelle darstellte, stieg die Außenfinanzierung in der
ersten Jahreshälfte 2017 stark an. Auch die österreichischen Banken
weiteten ihre Unternehmensfinanzierung aus. Aufgrund der anziehenden
Investitionen und des historisch niedrigen Zinsniveaus konzentrierte
sich die Kreditexpansion auf mittel- und langfristige Kredite.
Die österreichischen privaten Haushalte zeigten in ihrem
Sparverhalten trotz niedriger Zinsen weiterhin eine starke Präferenz
für hochliquide Anlagemöglichkeiten. Die Kreditvergabe an Haushalte
zog leicht an, wobei das Wachstum weiterhin primär durch
Immobilienkredite getragen wurde. Die Anteile der Fremdwährungs- und
der variabel verzinsten Kredite gingen weiter zurück. Da das
verfügbare Einkommen aber stärker anstieg als die Verbindlichkeiten,
sank die relative Verschuldung des Haushaltssektors leicht.
Der österreichische Bankensektor profitierte von den genannten
positiven Entwicklungen, aber auch von den Restrukturierungen der
vergangenen Jahre. Im Zuge dieses Konsolidierungsprozesses reduzierte
sich die Anzahl der Banken (Hauptanstalten) in den letzten fünf
Jahren um fast ein Fünftel. Auch das hat zu einem gewissem Grad zu
einer gesteigerten operativen Profitabilität beigetragen. Die
konsolidierten Gewinne stiegen in der ersten Hälfte 2017 weiter an,
auch bedingt durch anhaltend geringe Abschreibungen und Aufwendungen
für Kreditrisikovorsorgen. Die Profitabilität der österreichischen
Tochterbanken in CESEE ist dabei weiterhin von großer Bedeutung. Die
höchsten Gewinne wurden im ersten Halbjahr in der Tschechischen
Republik, in Russland und Ungarn erwirtschaftet.
„Die verbesserte Gewinnsituation der letzten Jahre trug zu einer
höheren Kapitalisierung der österreichischen Banken bei; eine
Entwicklung, die sich auch in den ersten sechs Monaten des Jahres
2017 fortsetzte und damit die Finanzmarktstabilität Österreichs
verbesserte“, führte Vize-Gouverneur Andreas Ittner aus. Die
verbesserte Risikotragfähigkeit (und stabile Liquiditätsposition)
wurde durch Stresstests der OeNB bestätigt, deren solide Ergebnisse
auch durch die Reduktion von Auslandsaktivitäten und
Fremdwährungskrediten bedingt waren.
Die systemischen Risiken aus der Immobilienfinanzierung bleiben in
Österreich begrenzt, wenn auch eine erhöhte aufsichtliche Wachsamkeit
angebracht ist, da ein steigender Anteil der neu vergebenen
Wohnbaukredite an private Haushalte relativ hohe Beleihungs-,
Schuldendienst- und Verschuldungsquoten aufweist. Diese Entwicklungen
unterstreichen die Bedeutung der diesbezüglichen Kommunikation des
Finanzmarktstabilitätsgremiums zu nachhaltigen Kreditvergabestandards
in der Immobilienfinanzierung.
Trotz der genannten positiven Entwicklungen im österreichischen
Bankensektor, die von mehreren aufsichtlichen Maßnahmen unterstützt
wurden, sollten die österreichischen Banken das momentan günstige
Umfeld für weiterhin notwendige Strukturmaßnahmen nützen, um ihre
Profitabilität weiter zu steigern und folglich ihre
Risikotragfähigkeit weiter ausbauen zu können, ohne jedoch exzessive
Risiken – vor allem in der Immobilienfinanzierung – einzugehen. Die
OeNB empfiehlt den österreichischen Banken zudem, potenzielle Risiken
aus dem Niedrigzinsumfeld zu adressieren, die notleidenden Kredite
weiter abzubauen und die FMA-Mindeststandards zu Fremdwährungs- und
Tilgungsträgerkrediten sowie das aufsichtliche Nachhaltigkeitspaket
weiterhin einzuhalten.

Der halbjährlich in englischer Sprache erscheinende Financial
Stability Report der OeNB analysiert finanzmarktstabilitätsrelevante
Entwicklungen in Österreich und im internationalen Umfeld sowie
Spezialthemen im Zusammenhang mit der Stabilität der Finanzmärkte.

Weitere Informationen dazu finden Sie unter:
http://www.oenb.at/Publikationen/Finanzmarkt/Finanzmarktstabilitaetsb
ericht.html

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