- 30.11.2017, 15:46:08
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Dziedzic zum Welt-Aids-Tag: Trotz Aufklärung großer Handlungsbedarf
Grüne: Maßnahmen statt Stigmatisierung
Utl.: Grüne: Maßnahmen statt Stigmatisierung =
Wien (OTS) - "Eine von sieben Personen in Europa weiß nicht, dass sie
HIV-positiv ist. In Österreich gibt es jährlich mehr als 400
Neuinfektionen - nach wie vor eine erschreckend hohe Zahl. Ein
Verhindern weiterer Infektionen mit dem HI-Virus genauso wie eine
gute Therapie sind nur dann möglich, wenn die Gesundheitssysteme der
Länder Europas und weltweit für alle zugänglich sind und
entsprechende Ressourcen in die Prävention investiert werden", betont
Ewa Dziedzic, Bundesrätin der Grünen und Bundessprecherin der Grünen
Andersrum, anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1.Dezember.
Für jene Menschen, die den HIV-Virus tragen bzw. an Aids erkrankt
sind, fordert Dziedzic einen einfachen und schnellen Zugang zu einer
bedarfsgerechten medizinischen Versorgung. „Wir werden die nächste
Bundesregierung sowie die nächste verantwortliche Person im
Gesundheitsministerium daran erinnern, dass hier konkrete Maßnahmen
ergriffen werden müssen. Die Kostenübernahme des Medikaments PEP für
Neuinfektionen fordern die Grünen schon lange, die PatientInnen
müssen sonst bei Kosten von 1800 € tief in ihre Tasche greifen. Hier
ist das Gesundheitsministerium gefragt: Wer eine Unterstützung
bekommt, darf nicht willkürlich entschieden werden“, streicht die
Grüne Bundesrätin hervor.
Laut Dziedzic braucht es dringend mehr Aufklärung und Information.
"Das Risikobewusstsein für HIV-Infektionen ist generell immer noch
viel zu gering", sagt Dziedzic. Ein Problem in der gesamten EU ist,
dass die Erstdiagnosen von HIV-Infektionen erst in einem Spätstadium
der Immunschwäche gestellt werden. Das ist bei knapp 50 Prozent der
Fälle gegeben. Ein wichtiges Anliegen in diesem Zusammenhang ist
daher ein Ende der weit verbreiteten Stigmatisierung. „Hier plädieren
wir dafür, vom Risikoverhalten statt von Risikogruppen zu sprechen
und etwa homosexuelle Männer nicht unter Generalverdacht zu stellen
und vom Blutspenden auszuschließen. Auch braucht es an
Bildungsinstituten mehr Information und eine angemessene Behandlung
des Themas an Schulen. So lange es wenig Wissen gibt, gibt es viel
Raum für Vorurteile. Eines der Vourteile ist nach wie vor, dass die
Ansteckung nur bestimmte Gruppen bestrifft, das ist für viele
Jugendliche ein Spiel mit dem Feuer", sagt Dziedzic und fordert einen
offenen Umgang ein.
Anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Wiener Aids-Hilfe gratuliert
die Bundesrätin der Anlaufstelle zu ihrer Arbeit: „Hier wurde eine
Anlaufstelle geschaffen, die wichtige Bildungs-, Aufklärungs- und
Behandlungsarbeit leistet. Ich möchte mich bei allen ehrenamtlichen
und bezahlten Kräften bedanken, die seit zwei Jahrzehnten dafür Sorge
tragen, dass es in Wien diese wichtige Stelle gibt, die mit viel
Kompetenz und Engagement und vor allem niederschwellig Menschen
Unterstützung anbietet" gratuliert Dziedzic.
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