Kundenhotlines: Regulierungsbehörde RTR verhindert hohe Umstellungskosten für die Wirtschaft

Wien (OTS) - Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass Anrufe von Kunden zu Kundenhotlines nicht mehr kosten dürfen als "normale" Anrufe ins Fest- oder Mobilnetz. Heute sind für einige Anruferinnen und Anrufer Kundenhotlines unter den bekannten Rufnummern 05 und 0720 allerdings noch wesentlich teurer als Anrufe ins Fest- oder Mobilnetz.


Da die Telekombetreiber die Entgelthöhe für Telefonate zu 05er- und 0720er-Rufnummern festsetzen, hätten viele Unternehmen bei der rechtskonformen Umsetzung der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs Probleme bekommen. Eine Beibehaltung von 05er- und 0720er-Kundenhotlines wäre nicht möglich gewesen. Die Umstellung einer Hotline auf eine "normale" Festnetznummer wäre mit hohen Kosten verbunden gewesen. Man denke nur an Informationskampagnen oder eine Änderung der Geschäftsdrucksorten.


Zwtl.: RTR erarbeitete Lösung im Sinne der Unternehmen


"Wir haben gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Österreich und dank dem Entgegenkommen der Betreiber eine Lösung  erarbeitet, die der Wirtschaft hohe Umstellungskosten erspart. Wir haben Ende Oktober per Verordnung festgeschrieben, dass Telefonate und Nachrichtendienste in den Bereichen 05 und 0720 nur so viel kosten dürfen wie im Fest- oder Mobilnetz", erläutert Johannes Gungl, Geschäftsführer der RTR für den Fachbereich Telekommunikation und Post. "Nun kann die Wirtschaft ohne Rufnummernänderung Kundenhotlines rechtskonform anbieten", so Gungl.


Zwtl.: Konsumentinnen und Konsumenten profitieren ab 1. Dezember 2017

Für viele Konsumentinnen und Konsumenten wird es transparenter und auch billiger. "Wir wurden immer wieder mit Beschwerden konfrontiert, dass Anrufe zu Kundenhotlines, die unter 05er- oder 0720er-Rufnummern erreichbar sind, teuer sind. Dieser Umstand stieß bei vielen Österreicherinnen und Österreichern auf Unverständnis. Damit ist es nun vorbei", stellt Johannes Gungl in Aussicht. Per 1. Dezember 2017 gelten die neuen Vorgaben der Regulierungsbehörde: Anrufe zu 05er- und 0720er-Rufummern werden tariflich gleich behandelt wie "normale" Anrufe ins Fest- oder Mobilnetz.


Hintergrundinformation
Welche Aufgaben nimmt die RTR im Zusammenhang mit Telefonnummern wahr?
Die Regulierungsbehörde RTR ist für die Verwaltung der österreichischen Rufnummern zuständig. Zu ihren Aufgaben zählen beispielsweise die Erstellung des Rufnummernplans, die Zuteilung von Rufnummern an Betreiber und Diensteanbieter und die Überwachung der korrekten Verwendung und Tarifierung von Rufnummern. Das Regelwerk für die österreichischen Telefonnummern ist die Kommunikationsparameter-, Entgelt- und Mehrwertdiensteverordnung, die von der RTR erstmals im Jahr 2009 erlassen wurde. Die Bestimmungen der Verordnung sind unter www.rtr.at/de/tk/KEMV2009kons abrufbar.

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