- 29.11.2017, 10:20:46
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Verein NTÖ fordert lückenlose Lebensmitteltransparenz
Am Punkt-Veranstaltung zur Herkunftskennzeichnung im Außer-Haus-Konsum
Utl.: Am Punkt-Veranstaltung zur Herkunftskennzeichnung im
Außer-Haus-Konsum =
Wien (OTS) - Die Tendenz zum Außer-Haus-Konsum ist steigend,
hervorgerufen durch geänderte Lebens- und Arbeitsbedingungen. Welche
Defizite und welchen Zwiespalt dieses Konsumverhalten mit sich
bringt, soll heute Nachmittag in der Informationsveranstaltung "NTÖ -
Am Punkt" im Festsaal der Veterinärmedizinischen Universität Wien
näher erörtert werden. Der neu gegründete Dachverband "Nachhaltige
Tierhaltung Österreich", der die Bereiche Rinder, Schweine, Geflügel,
Schafe, Ziegen und Pferde abdeckt, bringt diese umstrittene Thematik
mit hochkarätigen Experten auf den Punkt und zur Diskussion: die
derzeitige gesetzliche Lücke bei der Lebensmittelkennzeichnung im
Außer-Haus-Konsum, die verschiedenen Interessen und die
Herausforderungen für eine Umsetzung nach dem sogenannten Schweizer
Modell.
So informieren die Leiterin der Marktforschung der Agrarmarkt
Austria, Micaela Schantl, über die Bedürfnisse der Konsumenten sowie
Christian Jochum von der Landwirtschaftskammer Österreich über das
Schweizer Modell und deren Umsetzungsmöglichkeiten in Österreich.
Nähere Details von über 20 Jahren verpflichtender
Herkunftskennzeichnung in der Schweizer Gastronomie skizziert Judith
Deflorin vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen
in Bern. Weitere Statements gibt es in der Podiumsdiskussion mit
Hanna Zedlacher (Vier Pfoten), Josef Donauser (DoN Catering), Birgit
Beck (VKI), Ulrich Herzog (Chefveterinär BMGF) und NTÖ-Obmann Robert
Wieser. Moderiert wird die Veranstaltung von Maria Straßmayr
(Geschäftsführerin VÖS) und Michael Wurzer (Geschäftsführer ZAG).
Konsumenten sollen die Wahlfreiheit haben
"Die heimischen bäuerlichen Familienbetriebe erzeugen tagtäglich
qualitativ hochwertige Lebensmittel für die Gesellschaft und sind
dabei zur Einhaltung hoher Tierschutz- und Produktionsstandards
verpflichtet. Tiergesundheit und Tierwohl stehen bei allen
Aktivitäten stets an oberster Stelle. Für Fleisch, Milch und Eier
gibt es eine Vielzahl von Qualitätsprogrammen und Gütesiegeln. Die
Erzeugnisse sind durch die lückenlose Dokumentation rückverfolgbar.
Im Außer-Haus-Konsum fehlt allerdings die Transparenz. Hier sollen
die Konsumenten bei den tierisch verarbeiteten Lebensmitteln die
Möglichkeit der Wahlfreiheit und Selbstbestimmung in Form von
verpflichtenden Angaben zur Qualität und Herkunft haben", so
NTÖ-Obmann Robert Wieser.
Deshalb fordert der Verein Nachhaltige Tierhaltung Österreich mehr
Transparenz in der Lebensmittelkennzeichnung im Außer-Haus-Konsum für
Kantinen, Gasthäuser, Einkaufszentren, Großküchen von Krankenhäusern,
Alten- und Pflegeheime, Lieferservices, Schnellimbissbuden sowie
andere Angebote. Das würde bedeuten, dass die Konsumenten auch in
diesen Einrichtungen Lebensmittel zu essen bekommen, die sie selbst
in derselben Qualität auch einkaufen würden. "Es darf dabei aber
keine Verlierer geben - weder die Tierhalter und die Tiere noch die
Schlachtbetriebe und Großhändler, auch nicht die Einkäufer sowie
Beschaffer und vor allem nicht die Konsumenten", betont Obmann
Wieser.
Vorbild Schweiz
Als Richtlinie soll das Modell in der Schweiz herangezogen werden,
wo seit 1996 die Lebensmittelkennzeichnungsverordnung die
Herkunftskennzeichnung für alle tierischen Produkte in allen
Gastronomiebetrieben regelt. So sollen zukünftig auch in Österreich
das Produktionsland und die Herkunft der Rohstoffe schriftlich, wie
auf der Speisekarte oder Anschlagtafel, ausgewiesen werden, fordert
der Verband.
"Die Konsumenten haben ein Recht auf vollständige Transparenz
aller angebotenen Speisen. Unsere in Österreich erzeugten Produkte
befinden sich in einem enormen Wettbewerb mit Importwaren, die unter
niedrigen Hygiene,- Haltungs- und Tierschutzbedingungen hergestellt
werden und einen langen Transportweg hinter sich haben", hält Wieser
fest. Die Rufe in der Gesellschaft nach Ressourceneffizienz und
Umweltschonung werden immer lauter. Deshalb sei es mehr denn je
wichtig, eine langfristige Produktionsstrategie im Sinne der
Kreislaufwirtschaft als Ziel zu verfolgen. Darin seien faire Preise
sowohl für die Konsumenten, die Dienstleister und die Bauern zu
schaffen, die Wertschöpfung in allen Bereichen sichern. (Schluss)
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