BIO AUSTRIA zur Revision des EU-Bio-Rechts: Gesamtpaket bedarf weiterer Verbesserungen

Bio-Verband bekräftigt Österreichs Regierung, ihre kritische Haltung beizubehalten – wenigen Fortschritten stehen wesentliche Defizite gegenüber

Wien (OTS) - Die Verhandlungsführer der EU-Mitgliedsstaaten, von EU-Kommission und EU-Parlament haben einen technisch bereinigten Gesetzentwurf zur Revision der EU-Bio-Verordnung vorgelegt. Über diesen soll nun am kommenden Montag, den 20. November, im Sonderausschuss Landwirtschaft des EU-Agrarrates vorentschieden werden.

BIO AUSTRIA, der Verband der Biobäuerinnen und Biobauern Österreichs, bewertet den vorliegenden Gesetzentwurf nach einer ersten Prüfung weiterhin äußerst kritisch. Die Mängel im aktuellen Vorschlag können von den wenigen Fortschritten in kleinen Teilbereichen nicht aufgewogen werden. So würden unpraktikable Kontroll- und Berichtsvorgaben zu einer Bürokratieflut für Unternehmer und Behörden führen, was die Bio-Produktion verteuern würde ohne einen nennenswerten Vorteil zu bringen. Darüber hinaus gibt es eine Fülle von Unklarheiten und Widersprüchen, etwa in Bezug auf den Tierzukauf und die Umstellung auf biologische Produktion, was in der Praxis jedenfalls zu Rechtsunsicherheit und im schlimmsten Fall zu weniger Bio führen würde.

"Die schlimmsten Giftzähne wurden dem Legislativvorschlag der EU-Kommission zwar gezogen, der Mehrwert gegenüber der aktuellen EU-Bio-Verordnung fällt allerdings dürftig aus und es werden im Gegenzug zusätzliche, neue Probleme geschaffen. Der vorliegende Entwurf bedarf daher weiterer Verbesserungen, damit er eine Zustimmung erfahren kann“, betont BIO AUSTRIA-Obfrau Gertraud Grabmann.

Scheuklappen-Mentalität bei Bewertung kontraproduktiv

"Wer partiell vorhandene positive Ansätze, etwa im Bereich Saatgut, überhöht und gleichzeitig Probleme in wesentlichen Kernbereichen klein zu reden versucht, der handelt eindeutig nicht im Interesse der Biobäuerinnen und Biobauern, sondern fällt ihnen in den Rücken. Eine auf Basis einer solchen Scheuklappen-Mentalität getroffene Entscheidung würde die Weiterentwicklung der Bio-Branche in Europa gefährden. Es zählt das Gesamtpaket und dieses ist unausgegoren und verbesserungsbedürftig", so Grabmann weiter.

"Wir bekräftigen daher Österreichs Vertreter beim Sonderausschuss Landwirtschaft, ihre bisherige kritische Haltung beizubehalten. Gleichzeitig begrüßen wir jede Chance weitere notwendige Verbesserungen des Textes zu ermöglichen", betont Grabmann abschließend.

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