- 17.11.2017, 10:01:44
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Österreichs Wirtschaftswachstum bleibt weiterhin dynamisch
Ergebnisse des OeNB-Konjunkturindikators vom November 2017
Utl.: Ergebnisse des OeNB-Konjunkturindikators vom November 2017 =
Wien (OTS) - Die österreichische Wirtschaft behielt ihre starke
Konjunkturdynamik auch im dritten Quartal 2017 mit einem Wachstum von
0,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal bei. Der aktuelle von der
Industrie getragene Aufschwung wird auch über den Jahreswechsel
hinaus anhalten. Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) erwartet im
Rahmen ihrer vierteljährlichen Kurzfristprognose für das vierte
Quartal 2017 und das erste Quartal 2018 ein Wachstum des realen BIP
von 0,8 Prozent bzw. 0,6 Prozent (jeweils gegenüber dem Vorquartal).
Für das Gesamtjahr 2017 ergibt sich damit ein Wachstum von 2,9
Prozent. Damit revidiert die OeNB die BIP-Wachstumsaussichten für
2017 im Vergleich zur letzten Prognose im August um 0,15
Prozentpunkte nach oben.
Die österreichische Wirtschaft befindet sich aktuell in einer Phase
der Hochkonjunktur, die sowohl von der inländischen als auch von der
ausländischen Nachfrage getragen wird. Die Exporttätigkeit hat seit
dem vierten Quartal 2016 als Folge der guten internationalen
Konjunktur deutlich an Schwung gewonnen. Dabei profitieren die
österreichischen Exporteure sowohl von der wirtschaftlichen Erholung
des Euroraums als auch von der starken Nachfrage in den Ländern
Zentral-, Südost- und Osteuropas (CESEE). Im dritten Quartal hat das
Wachstum der Güterexporte leicht nachgelassen. Dies ist angesichts
der hohen Zuwächse in den vorangegangenen Quartalen jedoch als
Normalisierung zu deuten. Auch die Dienstleistungsexporte entwickeln
sich anhaltend positiv. Die Auftragslage wird von den exportierenden
Unternehmen nach wie vor als sehr gut eingeschätzt und signalisiert
eine anhaltend gute Exportkonjunktur.
Die heimische Industrie profitiert von diesen Entwicklungen. Die
Industrieproduktion nahm im August im Jahresabstand um 6 Prozent zu.
Die Beschäftigung in der Industrie wird derzeit ebenfalls kräftig
ausgeweitet. Die Vorlaufindikatoren signalisieren mehrheitlich ein
anhaltend positives Konjunkturbild. Die Auftragslage hat nach ihrem
Höhepunkt im Sommer zwar leicht nachgegeben, befindet sich aber nach
wie vor auf einem sehr hohen Niveau. Die weiterhin steigenden
Produktionserwartungen lassen ein Anhalten der Industriekonjunktur
auch über den Jahreswechsel hinaus erwarten. Die stetig steigende
Auslastung der Produktionskapazitäten hat die Unternehmen zu einer
deutlichen Ausweitung ihrer Investitionen veranlasst. Der aktuelle
Zyklus der Ausrüstungsinvestitionen begann Ende des Jahres 2014 und
dauert damit schon drei Jahre an. In dieser Zeit wurden die
Ausrüstungsinvestitionen um 20 Prozent ausgeweitet. Nach dem
Höhepunkt im ersten Quartal 2017 flaut die Investitionsdynamik
aktuell etwas ab. Auch die Bauwirtschaft ist gut in das Jahr 2017
gestartet. Insbesondere beim Hochbau lässt die Zahl der
Baubewilligungen auf eine rege Bautätigkeit auch in den kommenden
Monaten schließen.
Die zu Beginn des Jahres 2016 in Kraft getretene Steuerreform hat
vergangenes Jahr zu Zuwächsen sowohl beim privaten Konsum als auch
bei der Ersparnisbildung geführt. Diese Ersparnisse sowie das sehr
starke Beschäftigungswachstum ermöglichen nun eine weitere Ausweitung
des realen privaten Konsums. Lediglich der aktuell starke
Preisauftrieb steht einem noch stärkeren Konsumwachstum entgegen.
Die aktuelle Hochkonjunktur spiegelt sich auch in den
Arbeitsmarktdaten wider: Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten
stieg in den ersten drei Quartalen des Jahres 2017 um 65.000 an. Die
Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen ging im ersten Halbjahr um 14
Prozent zurück. Die Arbeitslosenquote (nach nationaler Definition),
die im Jahr 2016 noch bei 9,1 Prozent lag, fiel bis zum September
2017 saisonbereinigt auf 8,4 Prozent. Die starke
Arbeitskräftenachfrage zeigt sich auch in einem kräftigen Anstieg der
gemeldeten offenen Stellen sowie in einer zunehmenden Anzahl von
Berufen mit Arbeitskräftemangel. Immer mehr Unternehmen sehen die
Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften als
produktionseinschränkenden Faktor.
Die Konjunktur wird über den Jahreswechsel weiterhin sowohl von der
guten internationalen Konjunktur als auch von einer robusten
Inlandsnachfrage getragen. Das Wirtschaftswachstum wird sich im
vierten Quartal 2017 und im ersten Quartal 2018 zwar gegenüber der
ersten Jahreshälfte 2017 etwas abschwächen, bleibt aber mit 0,8
Prozent bzw. 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal
überdurchschnittlich stark.
Der nächste OeNB-Konjunkturindikator wird im Jänner 2018
veröffentlicht werden.
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