Österreichs Wirtschaftswachstum bleibt weiterhin dynamisch

Ergebnisse des OeNB-Konjunkturindikators vom November 2017

Wien (OTS) - Die österreichische Wirtschaft behielt ihre starke Konjunkturdynamik auch im dritten Quartal 2017 mit einem Wachstum von 0,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal bei. Der aktuelle von der Industrie getragene Aufschwung wird auch über den Jahreswechsel hinaus anhalten. Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) erwartet im Rahmen ihrer vierteljährlichen Kurzfristprognose für das vierte Quartal 2017 und das erste Quartal 2018 ein Wachstum des realen BIP von 0,8 Prozent bzw. 0,6 Prozent (jeweils gegenüber dem Vorquartal). Für das Gesamtjahr 2017 ergibt sich damit ein Wachstum von 2,9 Prozent. Damit revidiert die OeNB die BIP-Wachstumsaussichten für 2017 im Vergleich zur letzten Prognose im August um 0,15 Prozentpunkte nach oben.

Die österreichische Wirtschaft befindet sich aktuell in einer Phase der Hochkonjunktur, die sowohl von der inländischen als auch von der ausländischen Nachfrage getragen wird. Die Exporttätigkeit hat seit dem vierten Quartal 2016 als Folge der guten internationalen Konjunktur deutlich an Schwung gewonnen. Dabei profitieren die österreichischen Exporteure sowohl von der wirtschaftlichen Erholung des Euroraums als auch von der starken Nachfrage in den Ländern Zentral-, Südost- und Osteuropas (CESEE). Im dritten Quartal hat das Wachstum der Güterexporte leicht nachgelassen. Dies ist angesichts der hohen Zuwächse in den vorangegangenen Quartalen jedoch als Normalisierung zu deuten. Auch die Dienstleistungsexporte entwickeln sich anhaltend positiv. Die Auftragslage wird von den exportierenden Unternehmen nach wie vor als sehr gut eingeschätzt und signalisiert eine anhaltend gute Exportkonjunktur.

Die heimische Industrie profitiert von diesen Entwicklungen. Die Industrieproduktion nahm im August im Jahresabstand um 6 Prozent zu. Die Beschäftigung in der Industrie wird derzeit ebenfalls kräftig ausgeweitet. Die Vorlaufindikatoren signalisieren mehrheitlich ein anhaltend positives Konjunkturbild. Die Auftragslage hat nach ihrem Höhepunkt im Sommer zwar leicht nachgegeben, befindet sich aber nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau. Die weiterhin steigenden Produktionserwartungen lassen ein Anhalten der Industriekonjunktur auch über den Jahreswechsel hinaus erwarten. Die stetig steigende Auslastung der Produktionskapazitäten hat die Unternehmen zu einer deutlichen Ausweitung ihrer Investitionen veranlasst. Der aktuelle Zyklus der Ausrüstungsinvestitionen begann Ende des Jahres 2014 und dauert damit schon drei Jahre an. In dieser Zeit wurden die Ausrüstungsinvestitionen um 20 Prozent ausgeweitet. Nach dem Höhepunkt im ersten Quartal 2017 flaut die Investitionsdynamik aktuell etwas ab. Auch die Bauwirtschaft ist gut in das Jahr 2017 gestartet. Insbesondere beim Hochbau lässt die Zahl der Baubewilligungen auf eine rege Bautätigkeit auch in den kommenden Monaten schließen.

Die zu Beginn des Jahres 2016 in Kraft getretene Steuerreform hat vergangenes Jahr zu Zuwächsen sowohl beim privaten Konsum als auch bei der Ersparnisbildung geführt. Diese Ersparnisse sowie das sehr starke Beschäftigungswachstum ermöglichen nun eine weitere Ausweitung des realen privaten Konsums. Lediglich der aktuell starke Preisauftrieb steht einem noch stärkeren Konsumwachstum entgegen.

Die aktuelle Hochkonjunktur spiegelt sich auch in den Arbeitsmarktdaten wider: Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten stieg in den ersten drei Quartalen des Jahres 2017 um 65.000 an. Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen ging im ersten Halbjahr um 14 Prozent zurück. Die Arbeitslosenquote (nach nationaler Definition), die im Jahr 2016 noch bei 9,1 Prozent lag, fiel bis zum September 2017 saisonbereinigt auf 8,4 Prozent. Die starke Arbeitskräftenachfrage zeigt sich auch in einem kräftigen Anstieg der gemeldeten offenen Stellen sowie in einer zunehmenden Anzahl von Berufen mit Arbeitskräftemangel. Immer mehr Unternehmen sehen die Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften als produktionseinschränkenden Faktor.

Die Konjunktur wird über den Jahreswechsel weiterhin sowohl von der guten internationalen Konjunktur als auch von einer robusten Inlandsnachfrage getragen. Das Wirtschaftswachstum wird sich im vierten Quartal 2017 und im ersten Quartal 2018 zwar gegenüber der ersten Jahreshälfte 2017 etwas abschwächen, bleibt aber mit 0,8 Prozent bzw. 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal überdurchschnittlich stark.

Der nächste OeNB-Konjunkturindikator wird im Jänner 2018 veröffentlicht werden.

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