• 14.11.2017, 10:28:38
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  • OTS0064

Modine-Schließung: Mandl fordert Infrastrukturkataster

Der Verlust von 150 Arbeitsplätzen sei auch auf die jahrzehntelange Vernachlässigung von Infrastrukturlücken zurückzuführen, mahnt WK-Präsident Mandl.

Utl.: Der Verlust von 150 Arbeitsplätzen sei auch auf die
jahrzehntelange Vernachlässigung von Infrastrukturlücken
zurückzuführen, mahnt WK-Präsident Mandl. =

Klagenfurt (OTS) - Betroffen von der Schließung des Modine-Werks im
Gailtal zeigte sich heute Kärntens Wirtschaftskammerpräsident Jürgen
Mandl. Diese Entwicklung sei umso bedauerlicher, als die ehemalige
Tochter der italienischen Firma Luvata erst vor einem Jahr durch den
US-Konzern übernommen worden sei; schon 2013 hatte ein Teil der
Belegschaft seine Arbeitsplätze verloren. Einen metallverarbeitenden
Lohnfertigungsbetrieb in einem europäischen Hochpreisland zu halten,
sei grundsätzlich schon eine Gratwanderung. Mandl: „Wenn dann noch
eine KV-Lohnerhöhung von drei Prozent und die soeben beschlossene
Angleichung von Arbeitern und Angestellten dazu kommt, wird der
Kostenfaktor Lohn einfach zu hoch. Neben den betriebswirtschaftlichen
Herausforderungen rächt sich aber auch die jahrzehntelange
Untätigkeit bei der Schließung von Infrastrukturlücken wie der
wintersicheren Straßenverbindung nach Italien über den Plöckenpass,
die von der Wirtschaft immer wieder eingefordert wird.“

So habe auch das Land Kärnten alles dazu beigetragen, dass der
Produktionsstandort im oberen Gailtal immer unattraktiver geworden
sei. Ursprünglich sei der Betrieb von der italienischen Mutter an
diesem Standort übernommen worden, da die Vision eines Plöckentunnels
im Raum stand und damit einer raschen wintersicheren Verbindung in
die oberitalienischen Provinzen und zum Konzernsitz. Tatsächlich sei
allerdings die Bahnverbindung nach Kötschach-Mauthen gekappt und auch
die Straßenverbindungen immer unattraktiver geworden. Mandl: „Neben
den erbärmlichen Flickarbeiten an der B 111 Gailtalstraße und der
immer wieder gesperrten L33 über die Kreuzen als rascheste Verbindung
zur A10 und nach Deutschland gibt es nach Vorgaben des Landes nun
auch ein Aus für die Busbuchten, was zu weiteren Staus, zu
Verkehrsbehinderungen und zu einer Gefährdung der Verkehrsteilnehmer
führen wird.“

Selbstverständlich sei bei Projekten wie dem Tunnel- und Straßenbau
der dringend nötige Sparkurs des Landes zu berücksichtigen, um die
nicht zuletzt aus der Hypo-Heta-Katastrophe resultierende enorme
Landesverschuldung in den Griff zu bekommen. Gleichzeitig dürfe man
sich aber nicht die Zukunft wegsparen, betonte Mandl: „Ich schlage
daher vor, einen Kärntner Infrastrukturkataster zu schaffen, um die
wichtigsten Investitionen der kommenden Jahre festzulegen und
abzusichern. Dazu gehören der Breitbandausbau ebenso wie Straßen- und
Bahnverbindungen oder das wichtige Zukunftsthema Wasser.“

Mandl kündigte an, diesen Vorschlag auch in der nächsten gemeinsamen
Sitzung von Landesregierung und Sozialpartnern Anfang Dezember zu
präsentieren. Große Hoffnungen setzt Mandl auch in die
sozialpartnerschaftlich mit der Arbeiterkammer gestaltete „Roadmap
Beschäftigungs- und Wirtschaftspolitik“, die ebenfalls Anfang
Dezember vorgestellt wird.

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