Modine-Schließung: Mandl fordert Infrastrukturkataster

Der Verlust von 150 Arbeitsplätzen sei auch auf die jahrzehntelange Vernachlässigung von Infrastrukturlücken zurückzuführen, mahnt WK-Präsident Mandl.

Klagenfurt (OTS) - Betroffen von der Schließung des Modine-Werks im Gailtal zeigte sich heute Kärntens Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl. Diese Entwicklung sei umso bedauerlicher, als die ehemalige Tochter der italienischen Firma Luvata erst vor einem Jahr durch den US-Konzern übernommen worden sei; schon 2013 hatte ein Teil der Belegschaft seine Arbeitsplätze verloren. Einen metallverarbeitenden Lohnfertigungsbetrieb in einem europäischen Hochpreisland zu halten, sei grundsätzlich schon eine Gratwanderung. Mandl: „Wenn dann noch eine KV-Lohnerhöhung von drei Prozent und die soeben beschlossene Angleichung von Arbeitern und Angestellten dazu kommt, wird der Kostenfaktor Lohn einfach zu hoch. Neben den betriebswirtschaftlichen Herausforderungen rächt sich aber auch die jahrzehntelange Untätigkeit bei der Schließung von Infrastrukturlücken wie der wintersicheren Straßenverbindung nach Italien über den Plöckenpass, die von der Wirtschaft immer wieder eingefordert wird.“

So habe auch das Land Kärnten alles dazu beigetragen, dass der Produktionsstandort im oberen Gailtal immer unattraktiver geworden sei. Ursprünglich sei der Betrieb von der italienischen Mutter an diesem Standort übernommen worden, da die Vision eines Plöckentunnels im Raum stand und damit einer raschen wintersicheren Verbindung in die oberitalienischen Provinzen und zum Konzernsitz. Tatsächlich sei allerdings die Bahnverbindung nach Kötschach-Mauthen gekappt und auch die Straßenverbindungen immer unattraktiver geworden. Mandl: „Neben den erbärmlichen Flickarbeiten an der B 111 Gailtalstraße und der immer wieder gesperrten L33 über die Kreuzen als rascheste Verbindung zur A10 und nach Deutschland gibt es nach Vorgaben des Landes nun auch ein Aus für die Busbuchten, was zu weiteren Staus, zu Verkehrsbehinderungen und zu einer Gefährdung der Verkehrsteilnehmer führen wird.“

Selbstverständlich sei bei Projekten wie dem Tunnel- und Straßenbau der dringend nötige Sparkurs des Landes zu berücksichtigen, um die nicht zuletzt aus der Hypo-Heta-Katastrophe resultierende enorme Landesverschuldung in den Griff zu bekommen. Gleichzeitig dürfe man sich aber nicht die Zukunft wegsparen, betonte Mandl: „Ich schlage daher vor, einen Kärntner Infrastrukturkataster zu schaffen, um die wichtigsten Investitionen der kommenden Jahre festzulegen und abzusichern. Dazu gehören der Breitbandausbau ebenso wie Straßen- und Bahnverbindungen oder das wichtige Zukunftsthema Wasser.“

Mandl kündigte an, diesen Vorschlag auch in der nächsten gemeinsamen Sitzung von Landesregierung und Sozialpartnern Anfang Dezember zu präsentieren. Große Hoffnungen setzt Mandl auch in die sozialpartnerschaftlich mit der Arbeiterkammer gestaltete „Roadmap Beschäftigungs- und Wirtschaftspolitik“, die ebenfalls Anfang Dezember vorgestellt wird.

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