• 06.11.2017, 19:57:37
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  • OTS0157

Neues Volksblatt: "Wie viel Pilz?" (von Markus EBERT)

Ausgabe vom 7. November 2017

Utl.: Ausgabe vom 7. November 2017 =

Linz (OTS) - Unabhängig davon, was es mit den gegen Peter Pilz
erhobenen Vorwürfen der sexuellen Belästigung aus strafrechtlicher
Sicht tatsächlich auf sich hat — eine durchaus wünschenswerte Klärung
ist offenbar aus verschiedenen Gründen nicht möglich —, verschafft
die Angelegenheit einen erstaunlichen Einblick in das Innenleben der
Grünen. Man sagt dem Partei-Flüchtling — mittlerweile nicht einmal
mehr bloß hinter vorgehaltener Hand — Charaktereigenschaften nach,
die Beobachter erstaunt mit einer Frage zurücklassen: Warum in aller
Welt hat sich die Öko-Partei von ihrem Enfant terrible so lange auf
der Nase herumtanzen lassen? Selbst als Pilz bei der Kandidaten-Kür
für die Nationalratswahl durchgefallen war, hatte man seitens der
Parteiführung noch wohlwollende Worte für den Exzentriker gefunden.
„Ich hätte ihn gerne im nächsten Nationalratsklub gehabt“, meinte
etwa Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek. Umso erstaunlicher klingt es,
wenn vier Monate später Ex-Parteichefin Eva Glawischnig auf die
Frage, ob sie Pilz die zur Last gelegten Vorwürfe zugetraut hätte,
meint: „Gewundert hat es mich nicht.“ Man kann beruhigt darauf
wetten, dass hier noch lange nicht die ganze Schmutzwäsche auf der
medialen Leine hängt. Und genau das wird auch das Problem der Liste
Pilz sein: Sie wird kaum an ihren parlamentarischen Aktivitäten
gemessen werden, sondern vielmehr daran, wie viel Pilz auch ohne den
Parteigründer in ihr steckt.

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