- 30.10.2017, 10:47:46
- /
- OTS0063
Burn-out. Sind ausgeglichene Work-Life-Balance und Resilienz die Antwort?
4. Bericht des Hernstein Management Report 2017
Utl.: 4. Bericht des Hernstein Management Report 2017 =
Wien (OTS) - Der 4. Hernstein Management Report 2017 zeigt auf, dass
etwas mehr als die Hälfte der Führungskräfte private Verpflichtungen
und Interessen mit beruflichen Anforderungen in einem gesunden
Gleichgewicht halten können. Knapp ein Drittel der befragten
Führungskräfte sieht sich selbst als stark bzw. teilweise Burn-out
gefährdet. Am höchsten belastet scheinen junge Führungskräfte auf den
mittleren und unteren Führungsebenen. Resiliente Führungskräfte
wissen, wie sie mit ihren knappen Ressourcen bestmöglich haushalten
und mit beruflichen Krisen konstruktiv umgehen. Eine Gabe, die man im
besten Fall mitbringt, die man aber auch lernen kann.
„Führen zählt zu den anspruchsvollsten und vielseitigsten, aber auch
spannendsten Aufgaben im Berufsleben. Es liegt nahe, dass die
fordernden Arbeitsbedingungen unserer modernen, digitalisierten Welt
eine intensive Herausforderung für Führungskräfte darstellen. Die
Grenzen zwischen ‚Work‘ und ‚Life‘ verschwimmen zusehends. Die
Work-Life-Balance wird vom ‚Life Management‘ abgelöst“, erläutert
Mag. (FH) Michaela Kreitmayer, Leiterin Hernstein Institut. Ergänzend
fügt sie hinzu: „Eine ausgeprägte Fähigkeit zur Selbstführung und
Resilienz kann den entscheidenden Unterschied machen. Und die ist
trainierbar: Die positive Einstellung zur Arbeit selbst, das Kennen
der eigenen Grenzen und eine ausgeglichene Life-Balance sind sicher
ein guter Ansatz. Dies überträgt sich auch auf die Mitarbeitenden und
wirkt sich positiv auf das Betriebsklima aus.“
Work-Life-Balance. Gesundes Gleichgewicht?
Der Erfolg im Beruf hat oft einen hohen Preis: Leistungsdruck, Stress
und Hektik bestimmen den Arbeitsalltag. Für das Privatleben bleibt
wenig Zeit. Dabei ist eine gute Balance zwischen beruflichem Erfolg
und persönlicher Erfüllung ganz entscheidend für die Zufriedenheit im
Leben. 57% der gesamten Führungskräfte geben an, dass sie private
Verpflichtungen und Interessen mit beruflichen Anforderungen in einem
gesunden Gleichgewicht halten können. 13% sehen ihre
Work-Life-Balance derzeit in einer akuten Schieflage. Frauen und
Männer empfinden das identisch. Interessant: Je weiter oben in der
Managementhierarchie und je älter die Führungskraft, desto eher
gelingt der Ausgleich. 68% der Top-Führungskräfte geben an, den
Spagat zwischen Arbeit und privaten Interessen gut zu meistern. Auf
der unteren Managementebene sind es nur 51%.
Am höchsten belastet sind junge Führungskräfte auf den mittleren und
unteren Führungsebenen: Nur etwas mehr als die Hälfte der Befragten
im mittleren Management meinen, das Gleichgewicht gut halten zu
können. Auf der untersten Führungsebene sind es mit 41% sogar noch
weniger.
Druck lass nach. Resilienz als wesentliche Kernkompetenz von
Führungskräften.
Wir haben Führungskräfte nach den wesentlichen Belastungsfaktoren in
ihrem Arbeitsalltag gefragt. Wie gehen sie damit um? 37% der
befragten Führungskräfte geben an, dass sie häufig Stress und
zeitlichen Druck im Beruf empfinden. Etwas mehr als die Hälfte sagt,
dass berufliche Themen und Vorfälle sie auch in der Freizeit
gedanklich beschäftigen.
Bleibt noch Zeit und Raum für die Entspannung nach der Anspannung?
57% der Führungskräfte gelingt es, sich in der Freizeit ausreichend
zu erholen, um fit und leistungsfähig zu sein.
Wie groß ist der Zeitdruck? Nur etwa die Hälfte der Befragten gibt
an, ausreichend Zeit zur Erledigung der eigenen Arbeitsaufgaben zu
haben. Unter den Top-Managerinnen und Top-Managern sind es deutlich
mehr (65%). Bei den Führungskräften auf der unteren Managementebene
ist die Zeit anscheinend immer knapp: Nur 44 % empfinden sie als
ausreichend.
Burn-out: Wenn alles zu viel wird.
Erschöpft und ausgebrannt, nichts geht mehr. Burn-out ist in
Führungskreisen nicht unbekannt. Knapp ein Drittel der befragten
Führungskräfte sehen sich selbst als stark bzw. teilweise Burn-out
gefährdet. 36% sind zumindest einmal von Menschen aus ihrem sozialen
Umfeld auf eine Burn-out-Gefährdung hingewiesen worden. Interessant:
Je jünger Mitarbeitende in einer Führungsrolle auf mittlerer
Führungsebene sind, umso stärker halten sie sich selbst für
potenziell Burn-out gefährdet.
Welches Image hat Burn-out bei Führungskräften? Immerhin 26% der
Befragten sind der Meinung, dass Burn-out ein Zeichen von hohem
Engagement und damit salonfähig ist. Allerdings halten weit mehr,
nämlich 41% der Befragten, Burn-out für ein Zeichen von Schwäche: Wer
ein Burn-out erleidet, sei nicht leistungsfähig genug.
Und wann läuten die Alarmglocken? 58% denken, dass Burn-out bei
Kolleginnen und Kollegen im Unternehmen häufig übersehen und zu spät
erkannt wird. Immerhin geben 46% der Befragten an, dass Betroffene
rasche Hilfe und Unterstützung im Unternehmen erhalten. 62% der
Befragten kennen zumindest einen Fall von Burn-out in ihrem
Unternehmen.
Über die Studie
Der Hernstein Management Report erhebt seit 19 Jahren ein jährliches
Stimmungsbild unter Führungskräften und Unternehmerinnen und
Unternehmern in Österreich und Deutschland. Für die aktuelle Ausgabe
wurden 1.585 Personen zu aktuellen Führungsthemen und Trends in der
Führungskräfteentwicklung befragt.
Die wichtigsten Eckdaten der Umfrage
Befragungszeitraum: März 2017, befragte Personen: 1.585
Führungskräfte sowie Unternehmerinnen und Unternehmer, davon 685 in
Österreich und 900 in Deutschland, Befragungsart: Online-Befragung,
durchgeführt von vieconsult GmbH.
Den vollständigen Report sowie ausgewählte Infografiken finden Sie
unter www.hernstein.at/Wissenswert/Hernstein-Management-Report/
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | WFI






