- 24.10.2017, 22:00:01
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Neues Volksblatt: "Kein blaues Trauma" von Markus EBERT
Ausgabe vom 25. Oktober 2017
Utl.: Ausgabe vom 25. Oktober 2017 =
Linz (OTS) - Es war ein deklariertes Wahlziel der FPÖ, dass es in
Österreich zu keiner Neuauflage einer Koalition aus SPÖ und ÖVP (oder
umgekehrt) kommt. Mit der Einladung von Sebastian Kurz zu
Koalitionsgesprächen können die Blauen dieses Ziel umsetzen. Wenn es
nun heißt, die Regierungsbeteiligung „ist für uns kein Selbstzweck“,
ist das der rhetorische Versuch, sich möglichst teuer zu verkaufen —
denn keine FPÖ-Regierungsbeteiligung wäre nichts anderes als ein
blauer Umfaller. Dass beide Seiten gestern darauf hingewiesen haben,
dass es Gemeinsamkeiten, aber auch Trennendes gibt, ist nicht
wirklich überraschend. Immerhin relativiert die FPÖ damit ihre
Wahlkampf-Aussage, das ÖVP-Programm sei von der FPÖ abgeschrieben.
Was man sich jedenfalls von beiden Parteien für den Fall eines
Übereinkommens wünschen muss, ist eine pflegliche Personalauswahl.
Denn Fakt ist: Dass die damalige schwarz-blaue Koalition Anfang der
2000er Jahre nur mühsam aus den Startlöchern gekommen ist, lag an den
personellen Fehlgriffen der FPÖ. Die Mär, man sei von der ÖVP in den
Verhandlungen über den Tisch gezogen worden, stimmt nicht — und wird
durch damalige Ressorts wie Soziales, Finanzen, Infrastruktur oder
Justiz auch widerlegt. Im Übrigen betonen die Blauen, dass die
Strache-FPÖ eine ganz andere Partei als die Haider-FPÖ ist — womit
angebliche Traumatisierungen wohl kaum im Spiel sein können.
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