Ein Richterspruch, der unsere Kinder in Gefahr bringt

Fit Sport Austria macht trotz Skandal-Urteil weiter mobil für mehr Bewegung

Wien (OTS) -

Vom 20. bis 22. Oktober machen die drei Breitensportverbände mit ihrem 11. Fit Sport Austria-Kongress 2017 in Saalfelden wieder mobil. ASKÖ, ASVÖ und SPORTUNION wenden sich an aktive Menschen in Vereinen, Schulen und Kindergärten, um ihnen weiterhin Mut für mehr Bewegung zu machen. ÜbungsleiterInnen, PädagogInnen und andere Bewegungshungrige haben an diesem Wochenende wieder die Möglichkeit sich in 92 Arbeitskreisen über Trends, Neues und Traditionelles im Rahmen dieser österreichweit größten Fortbildungsveranstaltung ihrer Art zu informieren.

Wie wichtig vielfältige Bewegungserfahrungen für die Entwicklung eines Kindes sind und wie wertvoll die entsprechend zur Verfügung gestellten Freiräume sind, kann gerade in der heutigen Zeit nicht oft genug betont werden. Die fortschreitende Technisierung schränkt die Bewegungsräume unserer Kinder immer stärker ein. Der Raum ist eng geworden, Kletterbäume rar. Verbote dagegen sprießen wie die oft strapazierten Pilze aus dem Boden. Radfahren verboten, Skateboard verboten, Laufen verboten, Herumtoben verboten,…

Und einen wichtigen Hinweis: Eltern haften für ihre Kinder. Viele Eltern aber sind einerseits überfordert mit dem angeborenen Bewegungsdrang ihres Kindes und andererseits mit der unübersichtlichen Vielzahl an Hinweisen, was gut und richtig ist, warum und wovor man sein Kind schützen soll.
Das Urteil des Oberlandesgerichts Graz gegen eine Kindergartenpädagogin, die angeblich ihre Aufsichtspflicht verletzt haben soll, weil sich eine 5-Jährige beim Rutschen von einer Langbank den Arm gebrochen hatte, verunsichert und entmutigt zusätzlich. Denn eines steht fest: mehr Bewegung im Kindesalter bedeutet auch mehr Sicherheit!

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (!) hat schon vor mehr als 12 Jahren eine DVD mit dem Titel "Mehr Sicherheit durch mehr Bewegung" herausgebracht. Darin wurde dargestellt wie wichtig vielfältige Bewegungserfahrungen bereits im Kindergartenalter sind. Kinder können sehr gut abschätzen wo Gefahren für sie lauern, sie können sich meist sehr gut selbst einschätzen, beispielsweise wie hoch sie klettern oder wie lang sie laufen können. Und ganz wichtig: wann sie Pausen brauchen.

Das Problem sind wir Erwachsene. Wir stecken nicht in diesen kleinen Körpern und doch wollen wir vorgeben: "Das ist zu schwer für dich!"; "Lauf weiter, das schaffst du schon!"; "Schau dein Freund kann das auch". Vergleiche kommen früh genug. Von selbst. Und das ist gut. Helfen wir unseren Kindern, sich selbst einschätzen zu lernen, indem wir sie Schritt für Schritt loslassen. Das heißt nicht, dass ich ein Neugeborenes unbeaufsichtigt am Wickeltisch liegen lassen darf. Aber ich kann einen 5-Jährigen selbständig eine Bewegungsbaustelle, mit Rutschen, Wippen und Hindernissen erkunden lassen.

Die Initiative Kinder gesund bewegen der drei Sportverbände ASKÖ, ASVÖ und SPORTUNION beweist seit 2009, dass Bewegung und Sport mehr ist als nur Ablenkung, Beschäftigung oder Haltungsturnen. Bewegung und Sport mit Spaß und Freude erlebbar machen lautet die Devise. Den eigenen Körper, die Interaktion mit anderen Kindern kennenlernen und Herausforderungen bewältigen, das fordert und fördert die Kinder in ihrer Entwicklung. Und das nicht nur körperlich, sondern – wie mittlerweile hinlänglich wissenschaftlich bewiesen ist – vor allem auch geistig. Die exekutiven Funktionen werden entwickelt und trainiert. Das Ergebnis: Höhere Aufmerksamkeit, bessere Konzentrationsfähigkeit und vor allem erhöhte Lernfähigkeit unmittelbar nach freudvoll erlebter Bewegung.

Mittlerweile haben die drei Breitensportverbände mehr als 500.000 Einheiten in Kindergärten und Volksschulen in ganz Österreich durchgeführt. Bis auf ein paar Kratzer und kleine Wehwehchen ist nichts passiert. Fachgerechter Aufbau und qualifizierter, sportpädagogischer Umgang mit den anvertrauten Kindern sind dabei wichtige Faktoren.

Aber – es kann immer etwas passieren! Vor Unglücksfällen ist niemand gefeit. Und dazu braucht es keine Sprossenwand oder Langbank in einem Turnsaal oder Bewegungsraum. Die meisten Unfälle passieren laut Kuratorium für Verkehrssicherheit immer noch im Haushalt!

Was dagegen hilft? Regelmäßige körperliche Aktivität! Beginnend vom frühen Kindesalter bis ins hohe Seniorenalter. Bewegung und Sport gibt es für jedes Alter und für alle Ansprüche. Im Kindesalter ist es vor allem die Koordination, die den Kindern hilft geschickter und sicherer in ihren Bewegungen zu werden. Im Alter ist es natürlich auch das Krafttraining, das die Sturzprophylaxe unterstützt. Fehlt die Kraft, schützt auch der Stock meist nicht mehr vor dem Sturz.

Die Eltern des kleinen Mädchens, das sich einen so unglücklichen Bruch des Oberarms zugezogen hat, sind dennoch schlecht beraten, wenn sie das Mädchen jetzt unter einen Glassturz stellen. Die Urteile dazu sind zu hinterfragen. Geht es da wirklich um die Gesundheit des verletzten Mädchens? Laut medizinischem Gerichtsgutachten werden Spätfolgen ausgeschlossen. Offenbar hat sich das Mädchen den gleichen Ellbogen danach jedoch noch einmal gebrochen. Ein Gutachten eines/r SportpädagogIn liegt nicht vor. Wurde sogar seitens der Klägerin angefordert, von der Richterin in erster Instanz jedoch abgelehnt. Der Rest ist eine juristische Diskussion, die den Kern der Sache kaum mehr berührt.

Fakt ist, das solche Entscheidungen nicht dazu angetan sind, der Förderung der spielerischen und freudvoll betonten Bewegung und des Sports im Kinderbereich nicht gerade dienlich sind. Das Leben ist lebensgefährlich! Wir können eines dagegen tun: Uns wappnen! Regelmäßige Bewegung und Sport sind ein probates Mittel dafür!

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Werner Quasnicka
Geschäftsführer Fit Sport Austria GmbH
1020 Wien, Waschhausgasse 2, 2.OG
Tel. +4315047966111 Mobiltelefon: +436643013585
Email: w.quasnicka@fitsportaustria.at www.fitsportaustria.at

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