Digital Change Now: Um zu bestehen müssen Kreativunternehmen Chancen wahrnehmen und Herausforderungen bewältigen

Am Tag der Marktkommunikation diskutierte die Wiener Kreativ- und Kommunikationsbranche zentrale Herausforderungen der Digitalisierung

Wien (OTS) - Die Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation der Wirtschaftskammer Wien lud gestern unter dem Motto „Digital Change Now“ zur jährlichen Fachgruppentagung und den Tag der Marktkommunikation 2017 ins Wiener Museumsquartier.

Notwendigkeiten der Digitalisierung erkennen

„Die Digitalisierung ist nicht gut oder böse, sondern schlicht unsere Gegenwart. Dabei steht die gesamte Branche immer noch vor Herausforderungen – vor allem im Bereich Medienrecht und Datenschutz, aber auch vor ganz neuen Möglichkeiten. Mit dem Programm am Tag der Marktkommunikation wollten wir den UnternehmerInnen praktisches Wissen mitgeben, das sie jeden Tag gebrauchen können. Ich freue mich sehr, dass dieses Angebot von so vielen Mitgliedern angenommen wurde“, sagt Fachgruppenobmann Marco Schreuder. 

Digital Change Now schafft Publikumsrekord

Andrang im Museumsquartier: Erstmals konnte der Tag der Marktkommunikation rund 470 angemeldete BesucherInnen zählen und verzeichnet so einen neuen Publikumsrekord. Renommierte SpeakerInnen vermittelten in der Arena21 Insights und Hands-On Wissen aus den Themenbereichen Medienrecht, Datenschutz, digitaler Markt und Zukunftsvisionen:

  • Virtual Reality Regisseurin Adina Popescu zeigte, dass virtuelle Welten oft zu Unrecht als Buzzwords abgetan werden. Augmented Reality (AR) wird Werbung noch weiter personifizieren, gamifizieren und lokalisieren und bietet - noch - ungeahnte Chancen für die Werbe-und Kommunikationsbranche.
  • Medienrecht-Anwältin Maria Windhager schaffte Aufklärung über das Verhältnis von Social Media und Medienrecht. Etwa bei Beleidigungen und wie schnell Postings gelöscht werden müssen. 
  • Datenschützer Max Schrems erklärte, welche Auswirkungen die Datenschutzgrundverordnung auf den Alltag der Werbe- und Kommunikationsbranche haben wird – er warnte davor, die DSGVO zu unterschätzen und empfiehlt, dass Unternehmen in einem ersten Schritt analysieren, welche Daten sie verarbeiten und sich bis zum Inkrafttreten der DSGVO einen Maßnahmenplan zurechtzulegen.  
  • Neuromarketing-Experte Hans-Georg Häusel gab in seiner Keynote Einblicke in das menschliche Gehirn und zeigte, dass 70-80 % der Entscheidungen unterbewusst passieren. Durch die Digitalisierung verändert menschliche Bedürfnisse nicht – aber sie beschleunigt den Wunsch nach mehr. 

Die Diskussion zeigte deutlichen Handlungsbedarf für die Kommunikations- und Kreativbranche: Einerseits müssen Regulierungen aus Datenschutz und Medienrecht mehr Beachtung finden, um strafrechtlich-relevante Handlungen zu vermeiden. Andererseits bieten neue Technologien wie virtuelle Welten unzählige Möglichkeiten Geschichten zu erzählen, Menschen zu bewegen und Relevanz für die eigene Marke zu schaffen.

Digitalisierung als Schwerpunkt, Wertschätzung im Mittelpunkt

Durch den immer stärker werdenden digitalen globalen Markt, verändert sich auch die Wettbewerbsfähigkeit der Wiener Kreativ- und Kommunikationsbranche. „In Zeiten von Tools, die selbstständig Logos erstellen, ist der Wert kreativer Leistung bedroht. Was oft vergessen wird ist, dass niemand den österreichischen Markt und seine Anforderungen besser verstehen kann, als heimische UnternehmerInnen. Um den Wiener Unternehmen die öffentliche Wertschätzung zu geben, die sie verdienen, haben wir Best-Practice Cases unserer Mitglieder vor den Vorhang geholt", erklärt Marco Schreuder.

Deshalb präsentierten in der Ovalhalle des MQ lokale Unternehmen ihre Top-Cases:  

Startup-Partner Lukas Berger von 1000things zeigte, wie durch gut gemachten und maßgeschneiderten Content eine Spaßidee zu einem der erfolgreichsten Onlinemedien Österreichs wurde. Meinungsforscher Peter Hajek gab Einblicke in die Art, wie Umfragen funktionieren und erklärte, dass sich die Digitalisierung auch auf die Meinungsforschung auswirkt: Menschen fühlen sich online wesentlich anonymer und sind daher auch viel direkter. 

Birgit Wagner erzählte von ihren Erfahrungen und Erlebnissen als Digitalnomadin. Dabei zeigte sie, dass multilokales Arbeiten zwar eine Herausforderung sein kann, aber im digitalen Zeitalter durchaus möglich ist. Siegfried Stepke von e-dialog empfahl, den Schwerpunkt einer Kampagne auf Daten aufzubauen, da sonst unklar sei ob die Empfänger sich überhaupt dafür interessieren. Christian Friesenegger von 3 motion virtual gab Einblicke wie durch die digitalen Möglichkeiten sogar Wohnungsbesichtigungen virtuelle Realität werden. Fachgruppenfunktionäre Alexandra Fiedler-Lehmann und Marcus Arige sprachen über den Wert kreativer Leistung und warum dieser eine wesentliche Rolle für die Fachgruppe spielt.

Der Tag der Marktkommunikation fand im Rahmen der Fachgruppentagung statt und richtet sich an die Mitglieder der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation Wien, die gesamt 14 Berufsgruppen vertritt und mit knapp 10.000 Mitgliedern zu einer der größten zählt. Am gestrigen Dienstag, 10. Oktober 2017 fand dieser zum bereits fünften Mal statt und bot spannende Vorträge und Insights zu aktuellen Themen und Veränderungen in der Branche.

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Manfred Pichelmayer
Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation Wien
Wirtschaftskammer Wien
T +43 1 514 50 3790
manfred.pichelmayer@wkw.at

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