Neues Volksblatt: "Die rote Linie" von Harald ENGELSBERGER

Ausgabe vom 2. Oktober 2017

Linz (OTS) - Wenn das die rote Parteilinie ist, zuerst lautstark und medienwirksam über „Dirty Campaigning“ anderer zu schimpfen, um dann selbst einen unbequemen Mitbewerber wie Sebastian Kurz mit Schmutzkübeln zu überschütten, dann wurde inzwischen eine andere rote Linie weit über-, oder besser gesagt unterschritten.
Denn im Hintergrund werkten schon längst Tal Silberstein und seine Helfershelfer an der Kurz-Besudelung. Vorläufiger Höhepunkt: Selbst nach Silbersteins unrühmlichem Abgang wurden die offensichtlich von der SPÖ initiierten Fake-Seiten auf Facebook fleißig weiter gefüttert.
Nach Leadership sah die gestrige larmoyante Stellungnahme von Noch-Kanzler Christian Kern jedenfalls nicht aus – es war eher der Versuch, die aufgedeckte Peinlichkeit einem unsichtbaren Dritten umzuhängen. Statt aufzuklären, hat der SPÖ-Chef selbst Fragen aufgeworfen, für deren Beantwortung allein die Genossen zuständig sind. Der SPÖ muss zudem angelastet werden, dass sie mit ihren (zugekauften?) Wahlkampfmethoden der Politik insgesamt einen Imageschaden zufügt, über dessen Ausmaß der Wahltag am 15. Oktober Auskunft geben wird.
Bemerkenswert: Nach Alfred Gusenbauer und Werner Faymann ist Kern der dritte rote Kanzler in Folge, der von der eigenen Partei diskreditiert wurde. Und noch eins: das Recht, über andere Parteien moralisierend den Stab zu brechen, hat die SPÖ bis auf weiteres verwirkt.

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