• 25.09.2017, 11:19:35
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  • OTS0095

Ärztekammer startet Initiative „Kranke Zukunft? Nicht mit uns Ärzten!“

Systemwechsel im Krankenkassensystem gefordert - Plakatkampagne und Stockbett machen die Versäumnisse sichtbar - Forderungskatalog an WGKK übergeben

Das Stockbett wird anlässlich der bevorstehenden
Vertragsverhandlungen mit der Wiener Gebietskrankenkasse eine
tragende Rolle spielen und auch auf Tour geschickt.

Utl.: Systemwechsel im Krankenkassensystem gefordert -
Plakatkampagne und Stockbett machen die Versäumnisse sichtbar
- Forderungskatalog an WGKK übergeben =

Wien (OTS) - Zu lange Wartezeiten, wenig Zeit für Patientengespräche
und bürokratische Hürden: Die heute, Montag, präsentierte wienweite
Kampagne „Kranke Zukunft? Nicht mit uns Ärzten!“ macht deutlich, wie
die Folgen einer „kranken Kasse“ aussehen können, und zeigt auf,
welche Forderungen umgesetzt werden müssten, um Patienten in Wien
eine gesunde Zukunft zu garantieren. Denn mitten im
Nationalratswahlkampf stehen die nächsten Verhandlungen mit der
Wiener Gebietskrankenkasse an. Vor Verhandlungsbeginn wurde daher,
zeitgleich zum Start der Initiative, ein Forderungskatalog an die
WGKK übermittelt. ****

„Ohne attraktivere Rahmenbedingungen der kassenärztlichen
Tätigkeit ist der steigende medizinische Versorgungsbedarf einer
immer größer und älter werdenden Bevölkerung nicht zu bewältigen“,
verdeutlicht Johannes Steinhart, Vizepräsident und Obmann der Kurie
niedergelassene Ärzte der Ärztekammer für Wien, die Dringlichkeit der
Lage bei der Kampagnenpräsentation.

Zwtl. Fünf Forderungen für eine gesunde Zukunft

Der Forderungskatalog, der zeitgleich an die Wiener
Gebietskrankenkasse übergeben wurde, beinhaltet fünf konkrete
Schritte zur Stärkung des niedergelassenen Bereichs:

1. Umsetzung eines Wiener Hausarzt- und Kinderarztmodells
2. Setzen von Maßnahmen gegen den Ärztemangel
3. Aufhebung der Leistungsdeckelungen in den Kassenordinationen
4. Ausbau der Sachleistungsversorgung für Patienten
5. Anpassung und Modernisierung der Tarife aller Ärztegruppen

Steinhart: „Herkömmliche Honorarverhandlungen reichen nicht, wir
brauchen hier einen echten Systemwechsel.“ Für eine, auch in Zukunft,
gesunde Bundeshauptstadt wird daher vor Aufnahme der
Vertragsverhandlungen ein Spitzengespräch, bestehend aus Land,
Gebietskrankenkasse und Ärztekammer, eingefordert.

Mit der Umsetzung der Forderungen der Ärztevertretung entspräche
die Gesundheitspolitik sogar den – nicht unumstrittenen Empfehlungen
– der vom Sozialministerium beauftragten Studie der London School of
Economics, die ausdrücklich zur Entlastung der Spitäler einen Ausbau
des niedergelassenen Bereichs befürwortet.

Kranke Zukunft? Ein Stockbett auf Tour!

Wie die Zukunft aussehen könnte, wenn der Ausbau des
niedergelassenen Bereichs weiter auf sich warten lässt, zeigt die
„Aktion Stockbett“ der Initiative „Kranke Zukunft? Nicht mit uns
Ärzten!“. „Schon jetzt liegen die Patienten auf den Spitalsgängen.
Mit der Aktion wollen wir aufrütteln und zeigen, was uns ohne
Stärkung der Kassenärzte drohen könnte: Die Patienten werden sich in
den Spitälern stapeln“, beschreibt Steinhart das drohende Szenario.

Das Stockbett wird anlässlich der bevorstehenden
Vertragsverhandlungen mit der Wiener Gebietskrankenkasse eine
tragende Rolle spielen und auch auf Tour geschickt. „Wir werden die
Patienten hier im öffentlichen Raum über die Aktion informieren, denn
seit Jahren wird von der Wiener Gebietskrankenkasse statt der
dringend benötigten Auslagerung in den niedergelassenen Bereich eine
Einlagerung in die Spitäler betrieben“, kritisiert Steinhart, der mit
einem Art „Augenzwinkern“ meint: „Wir stellen das Bett auch gerne den
Kassenfunktionären zum Probeliegen zur Verfügung, damit sie selber
spüren, was es bedeutet, wenn der dringend benötigte Ausbau des
niedergelassenen Bereichs weiter blockiert wird.“ (lld)

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sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

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