- 22.09.2017, 14:08:32
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Schwentner: Trauriges Schauspiel der Regierung bei 24-Stunden-Betreuung
Grüne zu gefälschten Pflege-Zertifikaten: Es braucht mehr Qualitätssicherung und Kontrolle
Utl.: Grüne zu gefälschten Pflege-Zertifikaten: Es braucht mehr
Qualitätssicherung und Kontrolle =
Wien (OTS) - „Es ist ein trauriges Schauspiel dieser Regierung, wie
sowohl der Sozial- als auch der Wirtschaftsminister, die
Verantwortung bei der 24-Stunden-Betreuung von sich weisen. Hier geht
es um den Schutz von betreuungsbedürftigen alten Menschen aber auch
um eine Verantwortung für tausende Frauen aus dem Osten. Es braucht
dringend mehr Qualitätssicherung und Kontrolle in der
24-h-Betreuung“, meint die Sozialsprecherin der Grünen, Judith
Schwentner, zu der Reaktion der Regierung auf den aufgedeckten
Schwarzmarkthandel mit Pflegezertifikaten.
Derzeit kann jeder Mensch ohne fachliche Ausbildung Betreuungskräfte
vermitteln und auch ohne fachliche Qualifikation beim Patienten
Betreuungs- und Pflegearbeit übernehmen. „Jeder LKW-Fahrer kann in
Österreich eine Vermittlungsagentur gründen. An diesem Missstand wird
deutlich, welchen Stellenwert die Regierung der Betreuung alter und
kranker Menschen beimisst“, hält Schwentner fest.
Das Wirtschaftsministerium und die Wirtschaftskammer wehren sich seit
Jahren gegen eine längst notwendige Umwandlung des Gewerbes der
Organisation von Personenbetreuung in ein reglementiertes Gewerbe.
Wirtschaftsminister Mahrer verweist bei der Zuständigkeit für
Kontrollen von Vermittlungsagenturen an Magistrate und
Bezirkshauptmannschaften. „Wie wir aus parlamentarischen Anfragen
wissen, prüfen Magistrate aber nur stichprobenartig, wenn Missstände
gemeldet werden. Von einer lückenlosen Kontrolle sind wir also weit
entfernt.“
Ähnlich enttäuschend ist für Judith Schwentner auch die Reaktion des
Sozialministers. Die Anzahl der Menschen, die eine Förderung für
24-Stunden-Betreuung beziehen, ist in den letzten Jahren rapide
gestiegen. Die Ausgaben lagen im letzten Jahr bei 150 Mio. Euro.
„Natürlich hat der Minister die Verantwortung zu überprüfen, wo das
Geld hingeht und ob die Förderbedingungen auch eingehalten werden.
Die Legalität von Zertifikaten von BetreuerInnen wird dabei nicht
überprüft. Jeder Kartoffelstempel auf Papier genügt, um damit eine
Förderung zu bekommen. Den Schwarzmarkt mit Pflege-Zertifikaten
können wir nicht länger tatenlos hinnehmen. Im Sinne der betreuten
Menschen ist es notwendig, dass PersonenbetreuerInnen eine
Mindestausbildung auf dem Niveau einer HeimhelferIn haben. Alles
andere ist grob fahrlässig“, sagt die Grüne Sozialsprecherin.
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