- 16.09.2017, 22:00:01
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TIROLER TAGESZEITUNG "Leitartikel" Sonntag, 17. September 2017, von Alois Vahrner: "Für Koalitionen bleibt alles offen"
Die große Kanzler-Dreierkonfrontation der Bundesländerzeitungen zeigte: Entschieden ist in der Koalitionsfrage noch nichts.
Utl.: Die große Kanzler-Dreierkonfrontation der
Bundesländerzeitungen zeigte: Entschieden ist in der
Koalitionsfrage noch nichts. =
Innsbruck (OTS) - Die einzige Dreier-Debatte dieses Wahlkampfs um den
Kanzler in Linz rief riesiges Interesse der Zuseher sowie in- und
ausländischer Medien hervor. Schon vor der weitgehend sachlichen
Diskussion stand mit Blick auf alle Umfragen fest: Koalitionen werden
sich nur die drei Großen untereinander ausmachen (müssen). Den
Vizekanzler werden weder Kern noch Kurz spielen, da könnte (zumal
beide auch als Oppositionschef kaum denkbar sind) nur einer der
beiden politisch übrig bleiben. Kanzler oder nichts gilt wohl für
beide Polit-Alphatiere, FPÖ-Chef Strache stünde hingegen wohl auch
als Vize parat.
Inhaltlich, und das zeigte auch die Diskussion in Linz, scheinen
sich Schwarz, oder besser Türkis, und Blau mit Abstand am nahesten zu
stehen – ob bei Wirtschaft, Steuern oder der von Kurz und Strache
bestenfalls in Nuancen zu unterscheidenden Ausländerpolitik. Billig
würde es die Blauen nach den Erfahrungen unter Ex-Kanzler Schüssel
für Kurz kaum geben. Da geht es um die Forderung nach Kernministerien
(Finanz, Inneres) wohl ebenso wie das von der FPÖ verlangte Aus der
Pflichtmitgliedschaft in den Kammern.
Eine rot-blaue Koalition bleibt freilich ebenso möglich – der
schwammige rote Kriterienkatalog lässt eine solche Ehe ja trotz noch
anders lautender Parteitagsbeschlüsse völlig offen. Dazu muss die SPÖ
aber wohl Platz 1 holen, sonst wäre das in der Partei und der
Öffentlichkeit kaum zu erklären. Weiter möglich bleibt aber auch
trotz des vergifteten Klimas eine Koalition aus ÖVP und SPÖ oder
ungekehrt. Nicht eine mit Kurz UND Kern, sondern (und das hoffen
einige in beiden Parteien) mit dem jeweiligen Nachfolger als Vize und
der Hoffnung auf einen plötzlich geläuterten Partner. So etwas grenzt
freilich an Wunderglauben, realistischer wäre dann die nächste
Stillstandskoalition.
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