• 12.09.2017, 14:22:18
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  • OTS0165

Walser zu OECD-Studie: Alarmsignal darf nicht ungehört verhallen

Grüne verlangen „Chancenindex“ und Konzentration auf Ausbildung der Lehrkräfte

Utl.: Grüne verlangen „Chancenindex“ und Konzentration auf
Ausbildung der Lehrkräfte =

Wien (OTS) - „Nur zehn Prozent der jungen Erwachsenen, deren Eltern
keine höhere Bildung haben, schaffen den Bildungsaufstieg.
Hochschulbildung bleibt ihnen verwehrt. Im OECD-Durchschnitt sind es
doppelt so viele. Österreich verliert den Anschluss. Dieses
Alarmsignal darf nicht ungehört verhallen“, warnt der
Bildungssprecher der Grünen, Harald Walser: „Da auch das duale
Ausbildungssystem zunehmend Krisensymptome zeigt, ist der
Handlungsbedarf offenkundig.“

Trotz der statistisch betrachtet guten Verhältnisse von Lehrkräften
zu Kindern und Jugendlichen an österreichischen Schulen gibt es große
Probleme. „Einzelne Schulen haben auf Grund der Zusammensetzung ihrer
Schülerschaft eine hohe Last zu tragen. Sie brauchen Unterstützung
bei der Bewältigung dieser Herausforderungen. Dazu sind Investitionen
nötig. Wir müssen den längst versprochenen Chancenindex umsetzen, um
alle individuell fördern zu können“, meint Walser.

Der Grüne Bildungssprecher verweist aber auch darauf, dass es mit
einer angemessenen Finanzierung allein nicht getan ist: „Die viel zu
frühe Trennung der Kinder bürdet den Lehrkräften in der Volksschule
eine nicht wirklich bewältigbare Aufgabe auf. Sie bräuchten
prophetische Kenntnisse, um den künftigen idealen Lernweg der Kinder
vorherzusagen. Das bringt kontraproduktiven Stress in die Schulen.
Wir brauchen Chancengerechtigkeit statt Selektion. Individuelle
Förderung benötigt einen Rahmen, der Möglichkeiten eröffnet. Die
Gemeinsame Schule ist dafür ein geeigneter Ort, damit Kinder sich
entfalten können.“

Die Grünen fordern daher, dass auch in der Ausbildung der Lehrkräfte
mehr Bedacht auf diese Anforderungen genommen wird. „Wir steuern auf
einen massiven Lehrkräftemangel zu“, verweist Walser auf die Aussagen
von Konrad Pesendorfer von der Statistik Austria: „Wir brauchen daher
nicht nur mehr Ausbildungsplätze, sondern vor allem in der Ausbildung
eine Konzentration auf die Herausforderungen in einem heterogenen
Klassenzimmer.“ Die globale Entwicklung geht immer mehr in Richtung
wissensbasierter, kompetenzorientierter Dienstleistungsgesellschaft.
„Wir dürfen hier den Anschluss nicht verlieren“, sagt Walser.

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