Entfernung des Schriftzugs „Never again“ vor Wahlkampfauftritt von Kurz verstörend

Walser und Lichtenegger fordern Sebastian Kurz zu einer Stellungnahme auf

Wien (OTS) - „Ist ein antifaschistisches Mahnmal dem Wahlkampf von Sebastian Kurz nicht zuträglich“, fragt der vergangenheitspolitische Sprecher der Grünen Harald Walser, nachdem im Zuge des Aufbaus für eine Großveranstaltung im Wiener Augarten der Schriftzug „Never again“ an einem Flakturm entfernt wurde. Am Wochenende findet im Augarten das Erntedankfest der Österreichischen Jungbauernschaft statt, das Sebastian Kurz für einen Wahlkampfauftritt nützen wird. Die Bühne wird so aufgebaut, dass der Flakturm im Hintergrund zu sehen ist. Um offenbar für den türkisen Wahlkampf störungsfreie Bilder zu liefern, wurde der von AktivistInnen im letzten Jahr angebrachte Schriftzug „Never again“, der an die Gräuel des Krieges und des Nationalsozialismus erinnern sollte, überpinselt, währenddessen andere Graffiti bleiben durften. „Sebastian Kurz täte sehr gut daran, dazu Stellung zu nehmen, denn durch Übermalen wird die Vergangenheit nicht ungeschehen gemacht. Ich erwarte mir, dass ein Kanzlerkandidat zur Aufklärung und nicht zur Geschichtsklitterung beiträgt und bei seinem Auftritt im Augarten klare Worte findet“, sagt Walser an.

Auch die Grüne Bezirksvorsteherin der Leopoldstadt, Uschi Lichtenegger, tritt dafür ein, dass die beiden im Augarten stehenden Flaktürme sichtbar kontextualisiert werden: „Seit Jahren gibt es schon die Diskussionen um die Anbringung von Erklärtafeln direkt bei den Türmen. Geschehen ist bisher leider trotzdem nichts. Dass nun just im Zuge des Erntedankfestes der mahnende Schriftzug entfernt wurde, ist verstörend. Es sollte aber den Anlass geben, dass Bundesdenkmalamt und Bundesgärten hier endlich tätig werden. Wir im Bezirk sind sehr gerne zu einer Zusammenarbeit bereit.“
„Noch nie war Erinnerungsarbeit so wichtig wie heute. Es wachsen Generationen heran, die etwa zu den Flaktürmen keinerlei historischen Bezug mehr herstellen können. Unsere Haltung ist klar: Never again! Dafür müssen wir tätig werden. Schwamm drüber ist nicht die Lösung“, schließen Walser und Lichtenegger.

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