- 08.09.2017, 13:16:26
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Entfernung des Schriftzugs „Never again“ vor Wahlkampfauftritt von Kurz verstörend
Walser und Lichtenegger fordern Sebastian Kurz zu einer Stellungnahme auf
Utl.: Walser und Lichtenegger fordern Sebastian Kurz zu einer
Stellungnahme auf =
Wien (OTS) - „Ist ein antifaschistisches Mahnmal dem Wahlkampf von
Sebastian Kurz nicht zuträglich“, fragt der vergangenheitspolitische
Sprecher der Grünen Harald Walser, nachdem im Zuge des Aufbaus für
eine Großveranstaltung im Wiener Augarten der Schriftzug „Never
again“ an einem Flakturm entfernt wurde. Am Wochenende findet im
Augarten das Erntedankfest der Österreichischen Jungbauernschaft
statt, das Sebastian Kurz für einen Wahlkampfauftritt nützen wird.
Die Bühne wird so aufgebaut, dass der Flakturm im Hintergrund zu
sehen ist. Um offenbar für den türkisen Wahlkampf störungsfreie
Bilder zu liefern, wurde der von AktivistInnen im letzten Jahr
angebrachte Schriftzug „Never again“, der an die Gräuel des Krieges
und des Nationalsozialismus erinnern sollte, überpinselt,
währenddessen andere Graffiti bleiben durften. „Sebastian Kurz täte
sehr gut daran, dazu Stellung zu nehmen, denn durch Übermalen wird
die Vergangenheit nicht ungeschehen gemacht. Ich erwarte mir, dass
ein Kanzlerkandidat zur Aufklärung und nicht zur Geschichtsklitterung
beiträgt und bei seinem Auftritt im Augarten klare Worte findet“,
sagt Walser an.
Auch die Grüne Bezirksvorsteherin der Leopoldstadt, Uschi
Lichtenegger, tritt dafür ein, dass die beiden im Augarten stehenden
Flaktürme sichtbar kontextualisiert werden: „Seit Jahren gibt es
schon die Diskussionen um die Anbringung von Erklärtafeln direkt bei
den Türmen. Geschehen ist bisher leider trotzdem nichts. Dass nun
just im Zuge des Erntedankfestes der mahnende Schriftzug entfernt
wurde, ist verstörend. Es sollte aber den Anlass geben, dass
Bundesdenkmalamt und Bundesgärten hier endlich tätig werden. Wir im
Bezirk sind sehr gerne zu einer Zusammenarbeit bereit.“
„Noch nie war Erinnerungsarbeit so wichtig wie heute. Es wachsen
Generationen heran, die etwa zu den Flaktürmen keinerlei historischen
Bezug mehr herstellen können. Unsere Haltung ist klar: Never again!
Dafür müssen wir tätig werden. Schwamm drüber ist nicht die Lösung“,
schließen Walser und Lichtenegger.
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