Greenpeace: EU-weite Kennzeichnung von verarbeiteten Eiern längst überfällig

Kommende Regierung muss gezielte Schritte gegen Intensivtierhaltung unternehmen

Wien/Tallinn (OTS) - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace begrüßt die österreichische Initiative für eine EU-weite Kennzeichnung zur Herkunft von verarbeiteten Eiern. Es sei erfreulich, dass sich sowohl Gesundheitsministerin Rendi-Wagner als auch Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter für eine solche Kennzeichnung einsetzen. Allerdings sei es wichtig, dass wie bei Frischeiern auch die Haltungsform erkenntlich ist. Nur so kann verhindert werden, dass KonsumentInnen unwissentlich Käfigeier mitkaufen, zum Beispiel bei Mayonnaise. Greenpeace hatte schon länger gefordert, dass auch bei verarbeiteten Produkten erkenntlich sein muss, woher die darin enthaltenen Eier kommen. Von der nächsten Regierung verlangt die Umweltschutzorganisation die gezielte Förderung umweltfreundlicher Tierhaltung.

„Die Notwendigkeit einer EU-weiten Kennzeichnung von verarbeiteten Eiern ist eine wichtige Lehre aus dem Fipronil-Skandal. Nun gilt es, auch die Intensivtierhaltung generell zu hinterfragen – wie das der Landwirtschaftsminister selbst offenbar jetzt tut“, sagt Sebastian Theissing-Matei bezugnehmend auf Aussagen des Ministers gegenüber der APA. Vom Fipronil-Skandal waren vor allem sehr große Betriebe mit mehr als 15.000 Hühnern betroffen. „Für die nächste Bundesregierung muss gelten: Fördergelder dürfen nicht weiter nach dem Gießkannenprinzip an die Agrarindustrie fließen, sondern müssen gezielt an zukunftsweisende, grüne Betriebe gehen. Indem vor allem kleinstrukturierte und umweltfreundliche Tierhaltungsbetriebe unterstützt werden, kann man derlei Lebensmittelskandalen vorbeugen“, betont Theissing-Matei.

Die Kennzeichnung von Herkunft und Haltung bei verarbeiteten Eiern sei dringend überfällig. „Die Österreicherinnen und Österreicher greifen gerne zu heimischen Eiern aus Boden-, Freiland- oder Biohaltung. In verarbeiteten Produkten wie Kuchen oder Mayonnaise werden ihnen aber unter anderem Käfigeier aus Massenbetrieben untergejubelt. Auf den Packungen ist das derzeit nicht ersichtlich“, so Theissing-Matei. Greenpeace verlangt, dass den politischen Ankündigungen nun auch Taten folgen und appelliert an Gesundheitsministerin Rendi-Wagner und Landwirtschaftsminister Rupprechter, sich mit aller Vehemenz gemeinsam für eine EU-weite Kennzeichnung bei verarbeiteten Eiern einzusetzen.

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Sebastian Theissing-Matei
Landwirtschaftssprecher
Greenpeace CEE in Österreich
Tel.: +43 (0)664 61 03 995
E-Mail: sebastian.theissing@greenpeace.org

Nora Holzmann
Pressesprecherin
Greenpeace CEE in Österreich
Tel.: +43 (0) 664 610 39 98
E-Mail: nora.holzmann@greenpeace.org

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