- 19.08.2017, 22:00:16
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TIROLER TAGESZEITUNG "leitartikel" vom Sonntag, den 20. August 2017 von Christian Jentsch "Trump bleibt Bannons Werkzeug"
Unter Druck musste der US-Präsident seinen Chefstrategen Stephen Bannon vor die Tür setzen. Das Ende Trumps bedeutet das noch lange nicht.
Utl.: Unter Druck musste der US-Präsident seinen Chefstrategen
Stephen Bannon vor die Tür setzen. Das Ende Trumps bedeutet
das noch lange nicht. =
Innsbruck (OTS) - Am Freitag musste er also den Hut nehmen. Trumps
ideologisch stramm rechter Chefstratege Stephen Bannon räumte seinen
Platz im innersten Kreis des Weißen Hauses und wechselte wieder in
die Chefetage der rechtspopulistischen Nachrichtenseite Breitbart
News zurück. „Wir danken ihm für das Geleistete und wünschen ihm das
Beste“, hieß es in einer knappen Erklärung von Trumps Sprecherin
Sanders. Doch der Abgang Bannons dürfte Trump nicht leicht gefallen
sein. Erst vor wenigen Tagen, als der US-Präsident wegen seiner
relativierenden Aussagen zu der rassistischen Gewalt in
Charlottesville auch bei seinen Republikanern ins Kreuzfeuer der
Kritik geriet, verteidigte er noch seinen „Freund“ Bannon, eine
Galionsfigur der rassistischen Alt-Right-Bewegung, die sich als
Alternative zum konservativen Establishment versteht und Trump im
Wahlkampf massiv unterstützt hatte. Doch für den auch als „Dunklen
Lord“ bezeichneten einflussreichen Einflüsterer Bannon wurde die Luft
immer dünner. Innerhalb des Weißen Hauses eskalierte der Konflikt mit
den wirtschaftsliberalen und moderateren Kräften rund um Trumps
Schwiegersohn Jared Kushner, Wirtschaftsberater Gary Cohn und
Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster. Und als sich immer mehr
republikanische Parteigranden und einflussreiche Unternehmer nach den
Ereignissen von Charlottesville von Trump abwandten, musste dieser
die Notbremse ziehen. Großen Einfluss auf den US-Präsidenten wird
Bannon, der Trumps „Amerika zuerst“-Strategie kreierte, weiterhin
haben. Und er wird weiter versuchen, ihn als „Werkzeug“ der
Ultrarechten zu benutzen. Und wer nun auf einen Sturz Trumps hofft,
könnte noch lange warten müssen. Zu viele Republikaner haben sich
Trump bedingungslos ausgeliefert. Und Wahlsiege machen blind.
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