• 10.08.2017, 11:47:50
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  • OTS0072

Keine Oper im Steinbruch St. Margarethen 2018

Das offizielle Land Burgenland verweigert jede Unterstützung für dieses wichtige Kulturangebot und verhindert damit die Produktion im Jahr 2018

Utl.: Das offizielle Land Burgenland verweigert jede Unterstützung
für dieses wichtige Kulturangebot und verhindert damit die
Produktion im Jahr 2018 =

Wien (OTS) - - Die Arenaria GmbH und die Esterhazy-Gruppe teilen zu
ihrem Bedauern mit, dass die Produktion der Oper im Steinbruch St.
Margarethen 2018 „Der Troubadour“ ausgesetzt werden muss. Wegen
Verweigerung jeder Unterstützung durch die Landesspitzen mussten die
bereits geschlossenen Optionen mit den Künstlern und dem Leading Team
aufgelöst werden.

- Die Landesspitzen verweigern der Oper im Steinbruch seit Jahren
moralische sowie wirtschaftliche Unterstützung, was von den
Verantwortlichen der Produktion nicht länger hingenommen werden kann.

- Über das im November 2016 eingereichte Fördergesuch für die
Produktion 2017 „Rigoletto“ wurde bis heute nicht entschieden,
stattdessen gingen die breiten Behinderungen durch das Land weiter.
Mehrere Initiativen von Spitzenbeamten des Landes für eine neue
positive Gesprächsbasis wurden von Landeshauptmann Hans Niessl
persönlich blockiert.

Die Oper im Steinbruch seit 2014

Die Esterhazy-Gruppe hat 2014 unmittelbar vor der Premiere der Oper
„Aida“, nach Eintritt der Insolvenz des früheren Veranstalters, das
Format der Oper im Steinbruch durch beherzte Übernahme der Produktion
gerettet. Damit hat Esterhazy im Rahmen des Stiftungsauftrages durch
große zusätzliche Investitionen einen wichtigen Beitrag zum Erhalt
und zur weiteren Entwicklung des Burgenlandes als Kultur- und
Tourismusregion geleistet. Publikum sowie österreichische und
internationale Medien haben diese wichtige Leistung von Arenaria GmbH
und der Esterhazy-Gruppe 2014 breit gewürdigt.

Esterhazy und die Produktionsgesellschaft Arenaria hatten angenommen,
dass ihr bedeutender Einsatz für die touristische und kulturelle
Entwicklung des Burgenlandes auch von den Spitzenvertretern der
burgenländischen (SPÖ-)Politik anerkannt wird. Durch das Fernbleiben
sämtlicher burgenländischer Spitzenpolitiker bei der Premiere von
„Aida“ bewies man jedoch das Gegenteil.

Es ist für Besucher von Sommerfestivals leicht zu erkennen, dass die
Bundesländer und deren Landespolitiker ihre eigenen Festivalangebote,
veranstaltet durch landesnahe Organisationen, breit unterstützen.
Man sollte annehmen, dass dies für rein privat finanzierte
Produktionen ebenso gilt, deren Risiken nicht der Steuerzahler zu
tragen hat. Offensichtlich gilt das nicht im Burgenland!

Bewusste Verweigerung jeder Kooperation

Nachdem die Esterhazy-Gruppe seit 2011 erfolgreich und mit stets
steigender Qualität insgesamt fünf Opern veranstaltet hat, steht man
nun an der „Wasserscheide“. Trotz eines klaren Urteils des
Landesgerichts Eisenstadt, das der Arenaria GmbH die beantragten
Förderungen (rund 8 % des Produktionsbudgets) im Frühjahr 2017
vollinhaltlich zugesprochen hat, wurde auf das neue Fördergesuch für
2017/18 bis heute in keiner Weise eingegangen. Es erfolgte lediglich
ein kurzes völlig inhaltsloses Hinhalteschreiben. In einem Schreiben
vom 12. Juni 2017 wurde Landeshauptmann Hans Niessl ausführlich
informiert und um Unterstützung gebeten. Dabei wurde er auch davon
in Kenntnis gesetzt, dass für eine erfolgreiche Produktion 2018 die
Künstler, das Leading Team sowie das Orchester nur bis zum 15. Juli
optioniert werden können. In diesem Schreiben der Arenaria GmbH an
den Landeshauptmann wurde unmissverständlich kommuniziert, dass für
die Weiterführung der Oper im Steinbruch ein klares Bekenntnis des
Landes zu diesem wichtigen Tourismus- und Kulturprojekt notwendig
sei. Seit der gesetzten Frist vom 15. Juli sind bereits über drei
Wochen verstrichen, ohne dass die Spitze des Landes irgendein klares
positives Zeichen gesetzt hätte. Das Förderansuchen an das Land vom
7. November 2016 für die Produktion 2017/18 blieb bis heute
inhaltlich unbeantwortet.

Spitzenbeamte des Landes versuchten in der Vergangenheit immer wieder
ein direktes Gespräch zwischen Landeshauptmann Hans Niessl und der
Esterhazy-Gruppe zu vermitteln, doch diese Versuche scheiterten an
der konsequenten Gesprächs-Verweigerung des Landeshauptmannes.

Das Opernprojekt bzw. der Steinbruch St. Margarethen ist mit seinen
rund 100.000 Besuchern pro Jahr ein wichtiger Wirtschaftsfaktor im
und für das Burgenland. In jedem Spieljahr leistet der Betreiber
Arenaria GmbH rund eine Million Euro an Steuern und Abgaben an den
Staat und damit auch an das Land Burgenland. In der Produktionsphase
von Mai bis Ende August sind bis zu 600 Personen für die Oper tätig.
Rund 50 % der Statisten und sonstigen Mitarbeiter stammen aus der
Region rund um St. Margarethen; unter ihnen viele Schüler und
Studenten, die dadurch eine abwechslungsreiche und interessante
Sommerbeschäftigung erhalten. Die wirtschaftliche Umweg-Rentabilität
einer einzigen Produktion beträgt über Euro 30 Mio., die dem Land und
der gesamten Region zu Gute kommen. Begünstigt sind vor allem
Nächtigungsbetriebe, Gastronomie, Transportwirtschaft, Einzelhandel
u.v.m. Zu bedenken ist auch die Wechselwirkung mit Mörbisch. Beide
Festivals profitierten voneinander im Verkauf und in der Bewerbung.

Die noch laufende Oper „Rigoletto“ unter der Regie von Philippe
Arlaud hat erneut gezeigt, dass ein anspruchsvolles Opernwerk auf
hohem künstlerischen Niveau und in einer sehr attraktiven
Inszenierung nicht nur von Opernkennern, sondern auch von einem
breiten Publikum ganz hervorragend angenommen wird. Die
begeisternden Kritiken der in- und ausländischen Presse bestätigen,
dass die Oper im Steinbruch heute zu den führenden
Freilicht-Veranstaltungen in Europa zu zählen ist. Dies wurde 2016
auch durch den Österreichischen Musiktheaterpreises gewürdigt.

Gezielte Blockaden

Seit 2014 haben es jedoch weder der Landeshauptmann noch der
Kulturlandesrat persönlich für notwendig erachtet, auch nur zu einer
der Premieren der Oper zu kommen (bei den Produktionen vor 2014 waren
sie stets präsent). Als Repräsentanten des Landes weisen
Spitzenpolitiker mit ihrem Verhalten klar darauf hin, welche
Veranstaltungen zum Besuch von ihnen „empfohlen“ werden und welche
nicht. Diese traurige Erfahrung mussten die BurgenländerInnen in den
vergangenen Jahren auch bei mehreren anderen Veranstaltungen machen,
die den „Landesgranden“ offensichtlich nicht ins Konzept passten.

Solche Verhaltensmuster schlagen sich potentiell auch auf die
Besucherzahlen nieder. Für den Veranstalter kann dies zu einem
erheblichen wirtschaftlichen und finanziellen Schaden führen. Diese
Schädigungen werden offensichtlich in Kauf genommen, wenn nicht sogar
bewusst gefördert.

Es gibt keine Opern- oder Konzertveranstaltungen in Österreich, die
ohne wirtschaftliche und ideelle Unterstützung durch die öffentliche
Hand möglich sind. Auch wenn Esterhazy bereit ist, seinem
Stiftungsauftrag folgend, die Oper im Steinbruch mit hohen Zuschüssen
zu stützen, so bedeutet das nicht, dass sich die öffentliche Hand
völlig aus ihrer Verantwortung nehmen kann. Mit dem Engagement für
Schloss Esterhazy, die Burg Forchtenstein und Schloss Lackenbach etc.
werden die Möglichkeiten der Esterhazy-Gruppe, die eine hohe
Steuerleistung erbringt und jeden erwirtschafteten Cent in die Kultur
des Burgenlandes investiert, budgetär ausgereizt.

Land handelt gegen das Gebot der Gleichbehandlung

Mit Verweis auf den Gleichbehandlungsgrundsatz musste die Arenaria
GmbH im Jahr 2016 Klage gegen das Land einbringen, nachdem alle
Förderansuchen – im Gegensatz zu allen anderen Kulturveranstaltungen
im Land – abgelehnt worden waren. Das Gericht hat der Arenaria
vollumfänglich Recht gegeben. Anstatt nach dem klaren Urteil seinen
Verpflichtungen nachzukommen, legte das Land Burgenland gegen das
Urteil umgehend Berufung ein. Beobachter sagen, um „auf Zeit zu
spielen“ und die Gegenseite weiterhin als „klagefreudig“ zu
brandmarken.

Die Opern-Produktion 2018 wurde bewusst verhindert

Nachdem die Premiere von „Rigoletto“ von Landeshauptmann Hans Niessl
und anderen Vertretern der Landesregierung erneut durch Abwesenheit
ignoriert wurde und auf das Fördergesuch bis heute keine
substantielle Antwort eingelangt ist, wurde dem Land kommuniziert,
dass mit Ende Juli die Optionen für das Leading Team und die Sänger
ausgelaufen sind und, dass damit die Produktion 2018 „Der Troubadour“
nicht mehr möglich ist.

Die sehr erfolgreich laufende Produktion „Rigoletto“ wird wie geplant
noch bis 19. August 2017 im Steinbruch St. Margarethen aufgeführt.
Ebenso steht die Esterhazy-Gruppe weiterhin für ein vielfältiges und
breites Kulturangebot im Burgenland, beispielsweise beginnt bereits
mit 6. September 2017 das Herbstgold Festival in Eisenstadt. Das
Gesamtangebot für 2018 wird im heurigen Herbst detailliert
vorgestellt.

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