Walser zum Fall Kampl: „FPÖ-Kellernazis“ treten wieder ans Tageslicht

Grüne verlangen von SPÖ und ÖVP Klarheit über mögliche Koalitionsvarianten mit blau-braunem Gedankengut

Wien (OTS) - „Der Fall Kampl beweist: Die FPÖ-Kellernazis treten wieder ans Tageslicht“, kommentiert der Grüne Abgeordnete Harald Walser die Rehabilitierung des Gurker Bürgermeisters Siegfried Kampl nach dessen NS-Sager durch das FPÖ-Parteischiedsgericht. Die Behauptung des Kärntner FPÖ-Klubobmanns Christian Leyroutz, dass sich die FPÖ von Aussagen wie jener von Kampl distanziere, ihn aber gleichzeitig wieder stillschweigend in die Partei aufnimmt, disqualifiziert sich wegen völliger Unglaubwürdigkeit von selbst. Entlarvend sei auch die Nicht-Reaktion von FPÖ-Parteiobmann Strache, denn immerhin war er wegen Kampls Äußerung im Herbst 2014 noch „erschüttert“. „Was hat Strache daran gehindert, ein ordnungsgemäßes Ausschlussverfahren zu initiieren, wenn die Rehabilitierung Kampls aufgrund eines Formfehlers bereits vor drei Monaten stattgefunden hat, wie es Leyroutz behauptet“, fragt Walser in Richtung Strache. 

Walser verweist darauf, dass Kampl trotz seiner braunen Ideologie in der FPÖ jahrzehntelang Karriere machte und es fast bis zum Präsidenten des Bundesrates gebracht hatte. „Wenn jemand wie Kampl behauptet, dass es in Österreich nach 1945 brutale Nazi-Verfolgungen gab, kein Wort aber über die Nazi-Gräuel verliert und sich bis heute weigert, sich vom Nationalsozialismus zu distanzieren, sollte es einen Aufschrei jeder demokratischen Partei geben. Schon alleine, dass so jemand Bürgermeister sein darf, ist unerklärbar“, sagt Walser und erinnert auch an den ehemaligen Kärntner FPÖ-Obmann Christian Ragger, der bereits 2015 für die Wiederaufnahme von Kampl in die FPÖ plädiert hatte. Das zeige, dass Kampl vor drei Jahren nicht wegen seiner offenkundigen Nähe zum Nationalsozialismus aus der FPÖ ausgeschlossen wurde, sondern nur, weil er mit seiner Überzeugung offen umgegangen ist, als dies in der FPÖ kurzfristig nicht mehr opportun erschien.


Walser: „Wer heute wieder einen skandalumwitterten Rechtsausleger wie den ehemaligen Dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf in den Nationalrat schicken will und einen Mann wie Kampl rehabilitiert, der arbeitet ganz offen an einer Revision des österreichischen Geschichtsbildes. ÖVP und SPÖ sind gefordert, diesem geschichtspolitischen braun-blauen Amoklauf nicht auch noch Legitimität zu verleihen.“ 

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