- 31.07.2017, 19:55:27
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Neues Volksblatt: "Geldfieber" (von Herbert Schicho)
Ausgabe vom 1. August 2017
Utl.: Ausgabe vom 1. August 2017 =
Linz (OTS) - Am Finanzsektor herrschte in den frühen 2000-er Jahren
eine echte Goldgräberstimmung — aus Nichts wurden Millionen gemacht.
Mit der Lehman-Pleite 2008 fand dieser Hype aber ein jähes Ende ...
und an den Folgen kiefeln wir noch immer. Auch, weil nicht nur die
Banken von dem „Geldfieber“ erfasst wurden. Manche Kommune witterte
die Chance und wollte aus den eigenen Schulden Kapital schlagen. Doch
dieser Schuss ging nach hinten los. Das rote St. Pölten soll nun über
40 Mio. Euro gezahlt haben, um aus dem Swap-Abenteuer auszusteigen —
die Staatsanwaltschaft ermittelt. In Salzburg übernahmen die Genossen
vom Land die städtischen Finanzwetten. An der Salzach geht es zwar
nur um rund ein Zehntel der St. Pöltner Summe, aber durch die nicht
rechtskräftigen Verurteilungen der SPÖ-Funktionäre von Stadt und Land
ist klar, dass auch hier Grenzen überschritten wurden.
Und in Linz: Hier steht mehr als das Zehnfache von St. Pölten bzw.
mehr als das Hundertfache von Salzburg auf dem Spiel. Strafrechtliche
Konsequenzen gibt es keine, ja manchmal schützt Unwissenheit doch vor
Strafe. Und die finanziellen Folgen sind noch immer unklar. Denn der
Prozess zwischen Stadt Linz und Bawag dauert schon mehr als fünf
Jahre und ein Ende ist nicht in Sicht.
Aber ein Gutes könnten die Swap-Miseren haben: Vielleicht sind nun
alle SPÖ-Politiker immun gegen das „Geldfieber“.
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