• 28.07.2017, 22:00:01
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TIROLER TAGESZEITUNG "Leitartikel" vom 29. Juli 2017 von Mario Zenhäusern "Erdrutsch nicht ausgeschlossen"

Innsbruck (OTS) - Drei Wahlgänge und eine Volksabstimmung innerhalb
von neun Monaten in Tirol garantieren Spannung und beinharte
Auseinandersetzungen. Nationalrat und Innsbrucker Gemeinderat
besitzen besondere Sprengkraft.

Tirol steht vor den spannendsten neun Monaten der jüngeren
Vergangenheit. Olympiaabstimmung, Nationalratswahl, Landtagswahl
sowie Gemeinderats- und Bürgermeisterdirektwahl in Innsbruck sorgen
bereits im Vorfeld allenthalben für Hektik. Besondere Sprengkraft
besitzt die Parlamentswahl am 15. Oktober 2017. In der Innenpolitik
liefern sich SPÖ und ÖVP einen Kampf auf Biegen und Brechen um die
Vorherrschaft im Land. Die Freiheitlichen, die sich lange Zeit als
klarer Sieger dieser Wahl fühlen durften, geraten in diesem Duell
ebenso ins Hintertreffen wie die mit sich selbst raufenden Grünen und
alle anderen Gruppierungen.
Auch nach der Entscheidung in Innsbruck (am 22. April 2018) ist es
möglich, dass kein Stein auf dem anderen bleibt. Bürgermeisterin
Christine Oppitz-Plörer (Für Innsbruck) hat mit Georg Willi (Grüne)
einen ernstzunehmenden Gegner bekommen. Dieser Zweikampf wird den
Wahlkampf dominieren.
Im Vergleich dazu versprechen die Tiroler Landtagswahlen am 25.
Februar 2018 kaum spektakuläre Ergebnisse. Was nicht bedeutet, dass
Veränderungen ausgeschlossen sind, wie eine aktuelle Umfrage im
Auftrag der Grünen zeigt. Auch wenn Umfragen lediglich
Momentaufnahmen sind und durch aktuelle Ereignisse jederzeit wieder
über den Haufen geworfen werden können: Die erhobenen Werte geben die
momentane Stimmungslage im Land wieder. Wenig überraschend zeigt sich
da, dass die Freiheitlichen mit den stärksten Zugewinnen spekulieren
können. Abwerzger, Federspiel und Co. dürften aber unter 20 Prozent
und damit unter den Erwartungen bleiben. Auch die Grünen legen (in
ihrer eigenen Umfrage) zu. Das widerspricht dem derzeitigen
Bundestrend und muss sich am Wahltag erst bewahrheiten. Die SPÖ will
in den aktuellen Werten nicht vom Fleck kommen, NEOS und Liste Fritz
ringen um den Einzug ins Landesparlament.
Damit scheint die weitere Dominanz der ÖVP so gut wie sicher. Die
Tirol seit Jahrzehnten regierende Partei darf sogar mit leichten
Zugewinnen rechnen. Der Tiroler Aufwärtstrend ist einerseits der von
Sebastian Kurz ausgelösten, bundesweit spürbaren Aufbruchsstimmung
innerhalb der ÖVP zuzuschreiben, andererseits der Arbeit von Günther
Platter. Der Parteichef und Landeshauptmann fährt in
Sicherheitsfragen einen harten Kurs und punktet damit bei der
Bevölkerung. Nicht zuletzt dürfte es auch mangels eines echten
Herausforderers keinen Zweifel darüber geben, wer die nächste
Landesregierung anführt.

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