TIROLER TAGESZEITUNG "Leitartikel" vom 29. Juli 2017 von Mario Zenhäusern "Erdrutsch nicht ausgeschlossen"

Innsbruck (OTS) - Drei Wahlgänge und eine Volksabstimmung innerhalb von neun Monaten in Tirol garantieren Spannung und beinharte Auseinandersetzungen. Nationalrat und Innsbrucker Gemeinderat besitzen besondere Sprengkraft.

Tirol steht vor den spannendsten neun Monaten der jüngeren Vergangenheit. Olympiaabstimmung, Nationalratswahl, Landtagswahl sowie Gemeinderats- und Bürgermeisterdirektwahl in Innsbruck sorgen bereits im Vorfeld allenthalben für Hektik. Besondere Sprengkraft besitzt die Parlamentswahl am 15. Oktober 2017. In der Innenpolitik liefern sich SPÖ und ÖVP einen Kampf auf Biegen und Brechen um die Vorherrschaft im Land. Die Freiheitlichen, die sich lange Zeit als klarer Sieger dieser Wahl fühlen durften, geraten in diesem Duell ebenso ins Hintertreffen wie die mit sich selbst raufenden Grünen und alle anderen Gruppierungen.
Auch nach der Entscheidung in Innsbruck (am 22. April 2018) ist es möglich, dass kein Stein auf dem anderen bleibt. Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (Für Innsbruck) hat mit Georg Willi (Grüne) einen ernstzunehmenden Gegner bekommen. Dieser Zweikampf wird den Wahlkampf dominieren.
Im Vergleich dazu versprechen die Tiroler Landtagswahlen am 25. Februar 2018 kaum spektakuläre Ergebnisse. Was nicht bedeutet, dass Veränderungen ausgeschlossen sind, wie eine aktuelle Umfrage im Auftrag der Grünen zeigt. Auch wenn Umfragen lediglich Momentaufnahmen sind und durch aktuelle Ereignisse jederzeit wieder über den Haufen geworfen werden können: Die erhobenen Werte geben die momentane Stimmungslage im Land wieder. Wenig überraschend zeigt sich da, dass die Freiheitlichen mit den stärksten Zugewinnen spekulieren können. Abwerzger, Federspiel und Co. dürften aber unter 20 Prozent und damit unter den Erwartungen bleiben. Auch die Grünen legen (in ihrer eigenen Umfrage) zu. Das widerspricht dem derzeitigen Bundestrend und muss sich am Wahltag erst bewahrheiten. Die SPÖ will in den aktuellen Werten nicht vom Fleck kommen, NEOS und Liste Fritz ringen um den Einzug ins Landesparlament.
Damit scheint die weitere Dominanz der ÖVP so gut wie sicher. Die Tirol seit Jahrzehnten regierende Partei darf sogar mit leichten Zugewinnen rechnen. Der Tiroler Aufwärtstrend ist einerseits der von Sebastian Kurz ausgelösten, bundesweit spürbaren Aufbruchsstimmung innerhalb der ÖVP zuzuschreiben, andererseits der Arbeit von Günther Platter. Der Parteichef und Landeshauptmann fährt in Sicherheitsfragen einen harten Kurs und punktet damit bei der Bevölkerung. Nicht zuletzt dürfte es auch mangels eines echten Herausforderers keinen Zweifel darüber geben, wer die nächste Landesregierung anführt.

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