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TIROLER TAGESZEITUNG, Leitartikel: "Skandale und kein Ende", von Alois Vahrner, Ausgabe vom 23. Juli 2017

Deutschland, oft hochgelobt für hohe Qualität und saubere Prozesse, bekommt durch Wirtschaftsskandale schwere Kratzer ab.

Utl.: Deutschland, oft hochgelobt für hohe Qualität und saubere
Prozesse, bekommt durch Wirtschaftsskandale schwere Kratzer
ab. =

Innsbruck (OTS) - Made in Germany steht für weltweit gefragte
Top-Qualität, aber zuletzt leider auch verstärkt für diverse
Skandale.

Deutschland ist in turbulenten Zeiten wie diesen ein dringend
benötigter politischer Anker und Taktgeber weit über die EU hinaus.
Und es war und ist heute mehr denn je auch Europas mit Abstand
wichtigste Wirtschaftsnation, ein ökonomischer Kraftprotz mit vielen
Weltmarktführern, der sich mit China um die Position als
Exportweltmeister duelliert.
Made in Germany, für sehr viele der Inbegriff für hohe Qualität,
bekam aber gerade in den letzten Jahren durch eine ganze Reihe an
Skandalen etliche Kratzer ab. Vor allem auch die Größten der Großen
waren mittendrin im Bespitzelungsskandal der Deutschen Telekom, dem
milliardenschweren Korruptionsskandal und eine ganze Serie an
Skandalen und Affären rund um die Deutsche Bank.
Auch die deutschen Autoriesen waren im letzten Jahrzehnt
wiederholt in den Negativ-Schlagzeilen, von den
VW-Bunga-Bunga-Lustreisen mit dem Betriebsrat bis hin zu
Bestechungsskandalen bei Daimler, das lange weltweit Regierungsbeamte
bestochen hatte. Der Dieselskandal um eine manipulierte Software zur
Schönung von Abgaswerten, der den VW-Konzern schon 20 Mrd. Euro an
Entschädigungen gekostet hat, ist bis heute nicht ausgestanden. Nicht
nur VW erlitt einen massiven Imageschaden, auch die gesamte Branche.
Die Zukunft des Dieselantriebs steht in Frage, die jetzt vielfach
aufgeflammten Debatten über Fahrverbote in Großstädten haben sich VW
& Co. eben wegen der überhöhten Abgaswerte, mit denen Kunden und
Behörden getäuscht wurden, selbst ausgelöst. Und sollten die jüngsten
Medienberichte etwa des Spiegel stimmen, dass VW, Audi, Daimler, BMW
und Porsche in geheimen Arbeitsgruppen Technik, Kosten, Zulieferer
bis hin zur Diesel-Abgasreinigung abgesprochen haben, dann droht
möglicherweise ein gewaltiger Kartellskandal. Ein Beben, dessen
Folgen noch gar nicht absehbar wären.

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