- 18.07.2017, 14:13:54
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- OTS0135
Ärztekammerspitze zur SV-Studie
Steinhart kritisiert sogenannte Expertenstudie - Auftragsarbeit soll nur Machtfülle und nicht Effizienz der SV steigern
Utl.: Steinhart kritisiert sogenannte Expertenstudie -
Auftragsarbeit soll nur Machtfülle und nicht Effizienz der SV
steigern =
Wien (OTS) - Die von BM Alois Stöger undurchsichtig vergebene
Auftragsarbeit birgt für die Ärztekammerspitze keine Überraschungen.
Wie „Die Presse“ in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet, soll die
sogenannte Studie nur die Machtfülle der Sozialversicherungen
steigern.
Angebliches Ziel der Studie war es ursprünglich,
Effizienzsteigerungspotentiale im SV- Bereich zu analysieren.
„Herausgekommen ist aber offensichtlich das Wunschergebnis: den
milliardenschweren Machtapparat der Sozialversicherungen weiter zu
stärken, zu zentralisieren und auf dem Rücken der Patienten den
Freien Beruf der Ärzte weiter zu schwächen“, kritisiert der Obmann
der Bundeskurie Niedergelassene Ärzte der Österreichischen
Ärztekammer (ÖÄK), Johannes Steinhart, die vorliegenden
Informationen.
Jetzt werde hoffentlich auch der hohen Politik klar, was die Absicht
hinter dem jüngst verabschiedeten PVE-Gesetz von Anfang an war:
Zentralistische Medizin à la DDR in der Form von Kassenambulatorien
flächendeckend einzuführen. Die Österreichische Ärztekammer hätte
eindringlich davor gewarnt und deshalb die Anstellung von Ärzten bei
Ärzten gefordert, um patientennahe Ambulatorien verwirklichen zu
können, betont Steinhart.
Ganz zuversichtlich zeigt sich Steinhart, dass die Studie weder in
der Gesundheitspolitik noch von der Führung des Hauptverbandes ernst
genommen werde. “Es könnte als Treppenwitz in die Geschichte
eingehen, dass uns eine überbezahlte Studie aus England - mit seinem
desaströsen staatlichen Gesundheitssystem - zeigen soll, wie wir
unser solidarisches Gesundheitswesen organisieren sollten“, so
Steinhart. Ebenso absurd wäre es, dass die teure Studie zwar an eine
englische Institution vergeben und dann ein maßgeblicher Teil der
Arbeit an österreichische Wissenschaftler delegiert wurde. „Diese
Wissenschaftler standen oder stehen mit den Sozialversicherungen in
Geschäftsbeziehungen. Offensichtlich glaubt man, die Ergebnisse so
besser kontrollieren zu können“, so der Kurienobmann.
Wir brauchen konstruktive Lösungen und keine Wunsch-Studien, um die
brennenden Themen, wie etwa den echten Ausbau der Primärversorgung,
den Ärztemangel oder überlastete Spitalsambulanzen endlich anzugehen.
Steinhart: „Mit den 680.000,-- Euro für diese Studie könnte man
beispielsweise die Kinder-Gesundenuntersuchung auf alle Kassen
ausweiten – das wäre sinnvoll angelegtes Geld“. Nur mit der
ärztlichen Expertise können Reformprojekte auf Praktikabilität und
Patientennutzen geprüft werden, mahnt Steinhart einmal mehr die
Einbindung der Ärzteschaft ein. (mh)
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