Bayr: Parlamente spielen zentrale Rolle bei der Umsetzung der Agenda 2030

Fragen der sexuellen und reproduktiven Rechte berühren viele der nachhaltigen Entwicklungsziele

Wien (OTS/SK) - Im Zuge des hochrangingen Politischen Forums zu Nachhaltiger Entwicklung der Vereinten Nationen in New York fand gestern Abend ein Side-Event der Interparlamentarischen Union (IPU) statt, das den Fokus auf die Beiträge von ParlamentarierInnen in der Umsetzung der Agenda 2030 hatte. Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für globale Entwicklung und Mitglied der Beratungsgruppe der IPU zu Gesundheitsfragen, nahm als Podiumsdiskutantin daran teil. Sie unterstrich die wichtige Rolle die ParlamentarierInnen etwa beim Zugang zu sexuellen und reproduktiven Rechten und damit verbundenen Gesundheitsangeboten, womit sie gleichzeitig viele der Ziele der Nachhaltigkeitsagenda forcieren. "Als Beratungsgruppe der IPU zu Gesundheit unterstützen wir Abgeordnete auf der gesamten Welt beispielsweise dabei, Gesetze zu beschließen, die Kinderheirat unterbinden", führt Bayr zu ihren Aktivitäten aus. Jährlich werden 15 Millionen Mädchen vor deren 18. Lebensjahr verheiratet, was Gefahren für deren körperliche und seelische Gesundheit mit sich bringt. Komplikationen während der Schwangerschaft und Geburt gehören zu den häufigsten Todesursachen von 14- bis 19-jährigen Mädchen. ****

Des Weiteren arbeiten viele Mitglieder von Parlamenten daran, dass es in ihren Ländern faktenbasierten Schulunterricht zu Sexualität gibt, wozu Bayr ausführt: "Das Wissen um das Funktionieren des eigenen Körpers, das Einschätzen, was jemand möchte und was nicht, sowie das Lernen von Respekt im Umgang mit Sexualität ist eine wichtige Grundlage zum Verhindern von ungeplanten Schwangerschaften, sexuell übertragbaren Infektionen sowie von geschlechtsbasierter Gewalt."

Auch eine Politik in Sachen HIV und Aids, die auf den Menschenrechten der Betroffenen aufbaut, ist für Bayr unerlässlich: "Nur wenn gesetzliche Regelungen allen Menschen, die mit HIV leben, den Zugang zu bester medizinischer Betreuung ermöglichen, werden wir es schaffen, der Krankheit Herr zu werden und eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Wenn bestimmte Gruppen nicht behandelt werden oder mit rechtlichen Konsequenzen rechnen müssen, wenn sie ihren Status offenlegen, etwa weil sie SexarbeiterInnen sind, wenn Männer Sex mit anderen Männern haben, oder weil sie illegale Drogen spritzen, dann werden sie in den Untergrund getrieben, wo es keinen Schutz und keine adäquate medizinische Behandlung für sie gibt." So werde sich die Pandemie weiter ausbreiten und nicht nur noch mehr Leben, sondern auch mehr Geld für den Umgang mit den Folgen kosten.

     "ParlamentarierInnen können bei der Implementierung der Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) einen entscheidenden Beitrag leisten, sie können dementsprechende Gesetze beschließen, ihre Regierungen bei der Umsetzung der SDGs kontrollieren aber auch Bewusstsein für diesen globalen Fahrplan in Richtung einer nachhaltig funktionierenden Welt in ihren Wahlkreisen schaffen und so dazu beitragen, dass es auch für künftige Generationen ein menschenwürdiges Leben in Freiheit, Gesundheit und Frieden auf dieser Erde gibt", so Bayr.

Alleine mit dem faktenbasierten Umgang zu sexuellen und reproduktiven Rechten sei es möglich, einer ganzen Reihe der 169 Ziele der Agenda 2030 zum Durchbruch zu verhelfen, wie etwa dem Empowerment von Frauen, dem Beenden von schädlichen Praktiken, Mädchen einen Zugang zu umfassender Bildung zu gewähren, oder einen barrierefreien Zugang zu medizinischer Behandlung zu garantieren. (Schluss) bj

 

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