Konjunkturumfrage der IV-NÖ für das 2. Quartal 2017: Aufwärtstrend gebrochen, Erwartung eher zurückhaltend

Im 2. Quartal 2017 zeigt das Konjunkturbarometer der IV-NÖ leicht nach unten. Die 32 befragten Betriebe sind zwar großteils zufrieden, der Ausblick ist jedoch getrübt.

Wien/St. Pölten (OTS) - Zum ersten Mal seit rund einem Jahr hat sich das Geschäftsklima in Niederösterreich wieder leicht verschlechtert:
Das IV-NÖ Konjunkturbarometer – als Mittelwert aus der Beurteilung der gegenwärtigen und zukünftigen Geschäftsentwicklung – ist seit dem ersten Quartal 2017 von 37,4 auf 33 Prozentpunkte gesunken. „Die Unternehmen sind nicht mehr ganz so optimistisch wie im vergangenen Quartal. Auch die Prognosen für die zukünftige Entwicklung sind durchwachsen“, erklärt IV NÖ-Präsident Thomas Salzer. Bei der Befragung, die die IV-NÖ quartalsweise in Auftrag gibt, haben dieses Mal 32 Unternehmen mit insgesamt 12.585 Beschäftigten teilgenommen.

ZT: Keine Einigung bei Arbeitszeit – Unternehmen sind verunsichert

Eine deutliche Verunsicherung gibt es bei der Einschätzung der Geschäftslage in sechs Monaten: Während im ersten Quartal gut jeder vierte Betrieb (26 %) mit einer Verbesserung im nächsten halben Jahr rechnete, gehen jetzt nur noch 17 Prozent von einer günstigen Entwicklung aus. „Hier sieht man, dass die Unternehmen verunsichert sind“, sagt dazu IV-NÖ-Präsident Thomas Salzer, und ergänzt: „Das ist nicht verwunderlich, schließlich sind grundsätzliche Reformen notwendig – zum Beispiel beim Arbeitszeitgesetz. Ende Juni haben die Sozialpartner immer noch keine Einigung zustande gebracht. Mit der Blockade der Gewerk-schaften gegen etwas modernere Rahmenbedingungen haben die Arbeitnehmervertreter sogar etwas abgelehnt, das den Beschäftigten eigentlich geholfen hätte. In anderen europäischen Ländern ist eine Anhebung der Höchstarbeitszeit bei gleichzeitigem Ausgleich durch mehr Freizeit längst üblich. Österreich hat hier einen klaren Wettbewerbsnachteil“, so Salzer.

ZT: Großteils zufrieden mit aktueller Situation

Die optimistischen Prognosen aus dem ersten Quartal 2017 sind großteils aufgegangen: So waren im zweiten Quartal 63 Prozent aller befragten Unternehmen zufrieden mit der aktuellen Geschäftslage, weiters bezeichneten 69 Prozent den aktuellen Auftragsbestand als „gut“. Somit kletterte der ohnehin bereits positive Saldo aus den Antworten zur aktuellen Ge-schäftslage und zum aktuellen Auftragsbestand erneut leicht nach oben (auf je 55 bzw. 64 Prozentpunkte). Getrübt hat sich hingegen die Einschätzung der derzeitigen Ertragssituation: Hier sank der Saldo seit dem ersten Quartal von 32 auf 19 Prozentpunkte. „Damit gibt es zwar weiterhin einen geringen Überhang jener Unternehmen, die meinen, dass sie gutes Geld verdienen. Insgesamt könnte die Ertragslage aber deutlich besser sein“, kommentiert IV-NÖ-Präsident Salzer dieses Ergebnis. Immerhin habe jeder zehnte Betrieb die aktuelle Ertragssituation als „schlecht“ bezeichnet, die Mehrheit (61 %) als „befriedigend“. Mit den aktuellen Auslandsaufträgen ist gut die Hälfte der befragten Betriebe (51 %) zufrieden, unterm Strich kletterte hier der Saldo von 35 auf 47 Prozentpunkte deutlich nach oben. „Hier zeigt sich, dass die hohe Exportorientierung der niederösterreichischen Betriebe Früchte trägt. Der Außen-handel ist und bleibt ein wichtiger Eckpfeiler für Wachstum und Wohlstand“, so Salzer.

ZT: Skepsis bei künftiger Ertragssituation

Auch der Ausblick für die Ertragssituation in sechs Monaten ist verhalten: Nur 13 Prozent gehen davon aus, in den nächsten sechs Monaten ihre Umsätze zu steigern, vier Prozent rechnen mit geringeren Erträgen, der Rest (84 %) mit gleichbleibenden Umsätzen (Saldo von 9 Prozentpunkten). Zudem gibt es erstmals seit einem Jahr wieder einen leichten Überhang jener Unternehmen, die in den nächsten drei Monaten von fallenden Verkaufspreisen aus-gehen (Saldo von -1). Nur jedes zehnte Unternehmen rechnet mit steigenden Verkaufsprei-sen bis zum nächsten Quartal.

Salzer: „Gute Auftragslage muss abgearbeitet werden können“

Deutlich gestiegen ist seit dem ersten Quartal 2017 der positive Saldo für den Wert Beschäftigtenstand in drei Monaten (von 11 auf 26 Prozentpunkte). 40 Prozent aller befragten Betriebe rechnen damit, demnächst mehr Personal einstellen zu müssen, während nur 13 Prozent von einem Personalabbau ausgehen. Auch der Wert Produktionstätigkeit in drei Monaten zeigt einen positiven Saldo von 37 Prozentpunkten und ist damit um vier Prozentpunkte angestiegen. „Hier spiegelt sich die aktuelle gute Auftragslage wieder“, sagt Salzer dazu. „Um diese Aufträge aber auch unter modernen Rahmenbedingungen abarbeiten zu können, brauchen wir dringend eine Reform des Arbeitszeitgesetzes. Wenn Unternehmen aufgrund der aktuellen starren Rahmenbedingungen Aufträge nicht annehmen können, gefährdet das in weitere Folge zahlreiche Arbeitsplätze.“

Befragungsmethode:

Den Unternehmen werden für die Berechnung des Konjunkturbarometers zwei Antwortmöglichkeiten für die derzeitige und künftige Geschäftslage vorgelegt: steigend/gut und fallend/schlecht. Aus die-sen (beschäftigungsgewichteten) Antwortkategorien werden Saldi gebildet. Der Mittelwert dieser bei-den Saldi, also aus der Beurteilung der gegenwärtigen und zukünftigen Geschäftsentwicklung, ergibt wiederum den Wert für das allgemeine Geschäftsklima. Diese Werte werden auch für die grafische Darstellung des Konjunkturbarometers herangezogen.
Bei den Detailergebnissen (Geschäftslage, Verkaufspreise etc.) wird der konjunktursensible Saldo aus den Prozentanteilen positiver und negativer Antworten unter Vernachlässigung der neutralen gebildet. Diese Saldi werden ebenso als Werte für die grafische Darstellung der Umfrageergebnisse herangezogen.

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