- 14.07.2017, 10:37:34
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Bundesminister Drozda: Kunst- und Kulturbericht 2016 dem Ministerrat vorgelegt
Höhere Stipendien, mehr Atelierplätze, Strukturreform bei den Bundesmuseen eingeleitet
Utl.: Höhere Stipendien, mehr Atelierplätze, Strukturreform bei den
Bundesmuseen eingeleitet =
Wien (OTS) - Bundesminister Thomas Drozda hat heute, Freitag, im
Ministerrat den Kunst- und Kulturbericht für das Jahr 2016 vorgelegt.
"Österreich ist eine Kulturnation par excellence! Die kulturelle
Vielfalt Österreichs wird auf 450 Seiten im Kunst- und Kulturbericht
abgebildet. Die Palette reicht vom Werkraum Bregenzer Wald in
Vorarlberg bis zu den Kulturschaffenden der Cselley Mühle im
burgenländischen Oslip. Damit ist der Bericht eine wichtige Grundlage
für eine zukunftsorientierte Debatte unter dem kulturpolitischen
Leitgedanken Artists-first", so der Minister.
422,3 Millionen Euro für Kunst und Kultur
Im Jahr 2016 betrugen die Gesamtausgaben des Bundeskanzleramts für
Kunst und Kultur 422,3 Millionen Euro (2015: 410,3 Millionen). In
dieser Summe sind ausschließlich die Förderung und Finanzierung von
Kunst und Kultur aus öffentlichen Mitteln enthalten. Im Vergleich zum
Vorjahr ist das eine Erhöhung um 2,9 Prozent. Vom Gesamtbudget 2016
entfielen 87,8 Millionen Euro auf die Kunstförderung (2015: 87,7
Millionen Euro). Die Ausgaben in der Kulturförderung beliefen sich
2016 auf 334,5 Millionen Euro (2015: 322,6 Millionen Euro). Der
Anstieg von 2015 auf 2016 ist hier insbesondere auf die Erhöhung der
Basisabgeltung für die Bundestheater auf 162,9 Millionen Euro ab dem
Jahr 2016 zurückzuführen.
Internationale Präsenz heimischer Kunst
"Die Kunst- und Kulturszene lebt vom wechselseitigen Austausch von
Kunstschaffenden über alle Grenzen hinweg. Reisen und
Auslandsaufenthalte ermöglichen Künstlerinnen und Künstlern wichtige
Erfahrungen. Unser Auslandsatelierprogramm ist in dieser Hinsicht
beispielhaft", so Drozda. Siebzehn Atelierplätze in zwölf Ländern
werden derzeit vergeben und jedes Jahr bespielen rund 50 Stipendiaten
diese Werkräume. Rund 800 heimische Künstlerinnen und Künstler haben
seit den 1970er Jahren in einem dieser Ateliers gelebt und
gearbeitet. 'AWAY – A Project Around Residencies' beleuchtete 2016
erstmalig das Auslandsatelierprogramm und präsentierte diesen
Kunstförderbereich in Diskussionen und der Ausstellung 'Stories from
abroad'.
"Mit Programmen in allen Kunstsparten sorgen wir dafür, dass
heimische Kunstschaffende ihre Arbeiten weit über die Grenzen unseres
Landes hinaus vorstellen können. Die Buchmessen in Frankfurt, Leipzig
und London sind dabei ebenso Fixtermine wie internationale
Filmfestivals, Kunstmessen und Biennalen, wie etwa die
Architekturbiennale in Venedig", so der Kulturminister. Parallel zu
den Aktivitäten, die österreichische Kunstschaffende bei ihren
Auslandsengagements unterstützen, werden auch junge Kunstschaffende
nach Österreich eingeladen. Seit 2014 werden jährlich rund 50
Residencies in Wien und Salzburg für die Sparten Komposition,
bildende Kunst, Literatur und literarische Übersetzung
ausgeschrieben. Die weltweite Ausschreibung für 2018 wird in den
nächsten Wochen veröffentlicht.
Neues bei Preisen und Stipendien
Die Dotation aller Stipendien und Preise wurde 2016 erhöht. Erstmals
wurden zwei Hans-Hollein-Projektstipendien im Bereich Architektur und
Design und Arbeitsstipendien für Film und Reisekostenzuschüsse für
österreichische Komponistinnen und Komponisten, deren Werke im
Ausland zur Aufführung gelangen, vergeben. Ebenso neu sind der
Hans-Hollein-Kunstpreis für Architektur, der Outstanding Artist Award
für experimentelles Modedesign, der Österreichische Buchpreis und der
Österreichische Buchhandlungspreis. Zudem wurde ein
Förderungsprogramm für den Neuen Zirkus initiiert und der
spartenübergreifende Call zum Thema 'zusammen:wachsen – Kunst und
Integration' sowie eine Ausschreibung zum Inklusiven Museum
umgesetzt.
Seit 2007 wird die Vergabe der Kunstfördermittel auch
geschlechterspezifisch ausgewertet. Gingen damals noch 57 Prozent der
Mittel an Männer, so war 2016 das Gesamtbild bereits ausgewogener: 51
Prozent der Stipendien und Projektförderungen wurden an Künstler, 49
Prozent an Künstlerinnen vergeben. Betrachtet man den Gesamtbetrag an
vergebenen Mitteln, so flossen 53 Prozent an Männer und 47 Prozent an
Frauen.
Bundesmuseen und Bundestheater
"Mit mehr als 5,2 Millionen Besucherinnen und Besuchern kann man von
einem besonders erfolgreichen Jahr für die Bundesmuseen und die
Österreichische Nationalbibliothek sprechen. Besonders erfreulich
ist, dass wieder mehr Kinder und Jugendliche die Museen und die
Nationalbibliothek besucht haben", bilanziert Bundesminister Drozda.
Im Jahr 2016 wurde – fast 20 Jahre nach Beginn der Ausgliederung –
der Prozess für ein 'Weißbuch Österreichische Bundesmuseen und
Österreichische Nationalbibliothek' gestartet. Es ist die
Ausgangsbasis für weitere strukturelle Verbesserungen. Das letzte
Jahr stand aber auch im Zeichen zahlreicher Vorarbeiten für die
Wiedereröffnung des Weltmuseums Wien im Herbst 2017 und die Eröffnung
des Hauses der Geschichte 2018.
Die Bundestheater setzten 2016 den Weg der wirtschaftlichen
Konsolidierung erfolgreich fort. Die Mehrjahresplanungen von
Burgtheater, Staatsoper, Volksoper und ART for ART sehen
ausgeglichene Ergebnisse vor und als strategisches
Steuerungsinstrument wurden Ziel- und Leistungsvereinbarungen
abgeschlossen. Bei stabilen Besucherzahlen konnte mit 53,5 Millionen
Euro ein historischer Höchststand bei den Karteneinnahmen erreicht
werden.
Bilanz und Ausblick
"Sehr zufrieden bin ich mit dem von mir gesetzten klaren Fokus auf
das zeitgenössische Kunstschaffen: alle Stipendien wurden um 200 Euro
pro Monat angehoben, Alleinerzieherinnen- und
Alleinerzieher-Stipendien wurden um 400 Euro erhöht, unsere
Atelierplätze wurden ausgebaut und alle Preise wurden höher dotiert",
zeigt sich der Minister positiv. Auch im Budget 2017 werde diese
Stärkung des zeitgenössischen Kunst- und Kulturschaffens fortgesetzt.
Im Bereich der Museen und Bundestheater seien wichtige
Weichenstellungen für Investitionen und strukturelle Reformen
erfolgt. Schließlich seien 2016/17 notwendige Personalentscheidungen
für zentrale Kulturinstitutionen des Landes getroffen worden, wie für
die Galerie Belvedere, die Wiener Staatsoper und erst kürzlich für
das Burgtheater.
Der Kunst- und Kulturbericht 2016 steht Online auf der Website des
Bundeskanzleramtes zur Verfügung:
http://www.kunstkultur.bka.gv.at/
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