• 07.07.2017, 13:04:30
  • /
  • OTS0126

AUGE/UG, Koza: „Keine Arbeitszeitflexibilisierung auf Kosten von Einkommen und Lebensqualität der ArbeitnehmerInnen!“

Bei Arbeitszeitfragen müssen endlich Interessenlagen der ArbeitnehmerInnen ins Zentrum rücken!

Utl.: Bei Arbeitszeitfragen müssen endlich Interessenlagen der
ArbeitnehmerInnen ins Zentrum rücken! =

Wien (OTS) - „Wenn der Wirtschaftsbund behauptet, es ginge bei der
von ihm geforderten Arbeitszeitflexibilisierung nicht um
Lohnkürzungen, aber schon wieder die Ausweitung täglicher und
wöchentlicher Höchstarbeitszeiten und eine Verlängerung der
Durchrechnungszeiträume fordert, bestätigt er nur einmal mehr, dass
es ihm eben genau darum geht. Welchen Sinn hätte eine längere
Durchrechnung denn sonst, als teure Überstundenzuschläge zu sparen?
Und was ist das sonst, als eine Lohnkürzung?“, kommentiert Markus
Koza, Bundessekretär der AUGE/UG – Alternative, Grüne und Unabhängige
GewerkschafterInnen die neuerliche Forderung der Arbeitgeberseite
nach flexibleren Arbeitszeiten.

Zwt.: Dringender Handlungsbedarf bei arbeitnehmerInnenfreundlichen
Arbeitszeitmodellen

Arbeitszeitgesetze, Kollektivverträge und Betriebsvereinbarungen
würden bereits eine Menge an Gestaltungsmöglichkeiten bei
Arbeitszeiten zulassen, so Koza. „Bei besonderem Arbeitsbedarf sind
schon heute 12-Stunden-Arbeitstage möglich, selbst über längere
Zeiträume. Alleine die über 250 Millionen geleisteten Überstunden
zeugen von der hohen Flexibilität österreichischer
ArbeitnehmerInnen,“ so Koza. „Wenn wo Handlungsbedarf besteht, dann
bei Arbeitszeiten, die sich an den Interessen- und Bedarfslagen der
ArbeitnehmerInnen orientieren und ein mehr an Lebensqualität und
Zeitsouveränität bringen.“

Derzeit würde die Flexibilisierungsdebatte vor allem aus einer
Unternehmensperspektive geführt. Arbeitszeiten hätten sich demnach
ausschließlich tatsächlichen oder behaupteten betrieblichen
Erfordernissen anzupassen, Interessenlagen der ArbeitnehmerInnen und
Auswirkungen auf die Gesellschaft finden dagegen kaum
Berücksichtigung. Koza fordert daher in der Arbeitszeitdiskussion
eine Fokussierung auf die ArbeitnehmerInneninteressen: „Denn, was
vielfach ausgeblendet wird: Ausufernde und immer weniger planbare
Arbeitszeiten gehen nicht nur auf Kosten von Gesundheit, Erholung,
Freizeit und Privatleben der unmittelbar Betroffenen. Lange
Arbeitszeiten kommen auch der Allgemeinheit teuer, erhöhen sich doch
die Kosten für Gesundheit und Arbeitslosigkeit. Es braucht daher
neben einer allgemeinen Verkürzung der Arbeitszeit
Arbeitszeitmodelle, die sich an den Interessen der ArbeitnehmerInnen
orientieren und nicht am Profitinteresse der Unternehmen: z.B.
Rechtsansprüche auf berufliche Auszeiten zur Burn-Out-Prävention, für
Weiterbildung oder zur beruflichen Umorientierung sowie das Recht auf
Teilzeit in bestimmten Lebensphasen – wie Pflege, Kinderbetreuung,
Qualifikation - mit einem Rückkehrrecht zu Vollzeit.“

Zwt.: Arbeitszeitverkürzung ist machbar!

Dass eine allgemeine Arbeitszeitverkürzung nicht leistbar wäre,
lässt Koza nicht gelten. „Seit Ende der neunziger Jahre ist die
Produktivität massiv gestiegen, das allerdings bei stagnierenden
Reallöhnen. Die Produktivitätszuwächse kamen beinahe ausschließlich
den UnternehmerInnen zugute. Eine Arbeitszeitverkürzung wäre daher
nur eine nachgeholte Abgeltung vorenthaltener Produktivitätsgewinne.“
Über eine Steuerstrukturreform, die Arbeit entlastet, Vermögen und
Ressourcenverbrauch dagegen stärker besteuert, könnten zusätzlich
finanzielle Mehrbelastungen für die Unternehmen abgemildert werden.

Koza abschließend: „Gerade in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit,
steigenden Arbeitsdrucks und der fortschreitenden Digitalisierung
immer noch eine Ausweitung und Verlängerung von Arbeitszeiten
vorantreiben zu wollen und so die Spaltung am Arbeitsmarkt noch zu
vertiefen, zeugt nicht gerade von wirtschaftlichem Weitblick und
sozialer Verantwortung.“

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AGG

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel