• 06.07.2017, 14:02:53
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  • OTS0185

Kunstrückgabebeirat beschloss zwei Empfehlungen

Wien (OTS) - Der Kunstrückgabebeirat beschloss in seiner heutigen
Sitzung (6. Juli 2017) eine Empfehlung zur Rückgabe eines
Hammerflügels aus der Sammlung alter Musikinstrumente des
Kunsthistorischen Museums und eine Empfehlung zur Rückgabe
volkskundlicher Objekte aus dem Museum für Volkskunde.

Ing. Robert Jonas wurde nach dem „Anschluss“ als Jude verfolgt.
Robert Jonas musste mit seiner Frau und den beiden Kindern im Herbst
1938 in die Schweiz flüchten. Kurz zuvor übertrug er dem Museum für
Volkskunde drei Objekte, nämlich eine Spanschachtel, einen
Schnabelkrug sowie eine Tellerplatte. Die Übergabe der drei Objekte
stand offensichtlich im engen Zusammenhang mit der Verfolgung und
Flucht der Familie Jonas, daher sah der Beirat den Tatbestand des § 1
Abs. 1 Z 2 Kunstrückgabegesetz erfüllt.

Ebenfalls zur Rückgabe empfohlen wurde ein Hammerflügel aus der
Sammlung alter Musikinstrumente des Kunsthistorischen Museums. Auch
Paul Stefan Dukes und Vera Dukes wurden von den Nationalsozialisten
als Juden verfolgt. Paul Stefan Dukes starb am 23. Oktober 1940 nach
einem Suizidversuch. Seine Witwe floh mit den gemeinsamen Kindern
über Ungarn nach Kanada. Vor der Flucht verkaufte Vera Dukes über
einen Mittelsmann einen Hammerflügel an die Sammlung alter
Musikinstrumente des Kunsthistorischen Museums. Auch dieser Verkauf
ist als Entziehung zu bewerten, weshalb der Beirat eine Rückgabe an
die Erben empfiehlt.

Der Beirat vertagte seine Beratungen zu Blättern aus der Sammlung des
Chemnitzer Bankiers Carl Heumann, die sich heute in der Albertina
befinden.

Die Beschlüsse sind im Wortlaut auf der Webseite der Kommission für
Provenienzforschung unter www.provenienzforschung.gv.at
wiedergegeben.

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