- 04.07.2017, 22:00:01
- /
- OTS0169
Neues Volksblatt: "Gelbe Karte" von Herbert SCHICHO
Ausgabe vom 5. Juli 2017
Utl.: Ausgabe vom 5. Juli 2017 =
Linz (OTS) - Bei Zeitverzögerung im Fußball kann es schon mal eine
Gelbe Karte geben. Zu Recht, obwohl die Zeit sowieso nachgespielt
wird. Und genau eine solche Gelbe Karte sollte man schön langsam der
Linzer SPÖ und ihrem Koalitionspartner FPÖ zeigen. Was die beiden
derzeit aufführen, um eine rasche Aufarbeitung der Aktenaffäre zu
verhindern, ist mehr als befremdlich. Vor allem, da hier Zeit auch
Geld ist: Geld, das die Linzer Stadtkasse eh nicht hat. Denn man kann
derzeit nicht einmal ausschließen, dass täglich weitere Strafanzeigen
verjähren, weil sie im Linzer Magistrat unzureichend bearbeitet
werden. Und die rotblauen Argumente, warum man momentan keine Eile
bei der Aufklärung habe, sind hanebüchen. Denn erstens muss man, bloß
weil jetzt das Kontrollamt einen detaillierteren Bericht erstellen
wird, nicht die Hände in den Schoß legen. Wenn man zweitens wartet,
bis die Staatsanwaltschaft fertig ermittelt hat und auch alle
Verfahren abgeschlossen sind, wird auch der letzte zuständige
Mitarbeiter und verantwortliche Politiker in Pension sein. Und
drittens ist immer irgendwo Wahlkampf, da würde nie etwas passieren.
Was bleibt, ist ein schales Gefühl, dass die rot-blaue Stadtregierung
diesem Missstand keine Priorität einräumt. Und ein Déjà-vu: Denn auch
beim Swap-Skandal wurde auf Zeit gespielt — durchaus erfolgreich. Bis
heute ist diese Affäre nicht ausgestanden und schwebt wie ein
Damoklesschwert über der Stadt Linz.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NVB






