- 29.06.2017, 17:23:38
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Die ewige Mär vom versteckten Zucker füllt das Sommerloch!
Koßdorff: Kennzeichnung der Lebensmittel informiert umfassend und hilft Konsumenten, sich ausgewogen zu ernähren
Utl.: Koßdorff: Kennzeichnung der Lebensmittel informiert umfassend
und hilft Konsumenten, sich ausgewogen zu ernähren =
Wien (OTS) - „Die aktuelle Berichterstattung über Eltern, die den
Zuckergehalt von Lebensmitteln falsch einschätzen, wird scheinbar zum
Anlass genommen, das Sommerloch mit Mythen über Zucker zu füllen.
Sachliche und seriöse Aufklärung über Lebensmittel sieht freilich
anders aus!“ erklärt Mag. Katharina Koßdorff, Geschäftsführerin des
Fachverbandes der Lebensmittelindustrie. Die Berichte beruhen auf
mageren 12 PowerPoint-Folien: Eltern wurde lediglich ein Bild eines
unverpackten Müsliriegels und eines Joghurtbechers ohne die
gesetzlich vorgeschriebene Kennzeichnung mit Nährwerten gezeigt. So
sollte der Zuckergehalt „geschätzt“ werden
(http://aok-bv.de/imperia/md/aokbv/dallacker.pdf).
„Auf allen verpackten Lebensmitteln ist genau deklariert, wieviel
Zucker ein Produkt enthält (Nährwerttabelle). Von verstecktem Zucker
kann daher keine Rede sein!“ erläutert Koßdorff. Zucker ist ein
wichtiger Energielieferant. Ob diese Energie aus der in Lebensmitteln
wie Obst natürlich vorkommenden Fruktose oder aus der Saccharose der
Zuckerrübe stammt, ist ernährungsphysiologisch nicht relevant.
Für ein gesundes Leben kommt es freilich auf einen aktiven Lebensstil
insgesamt an. Dazu zählen auch eine maßvolle und ausgewogene
Ernährungsweise und ausreichend Bewegung. Koßdorff: „Wir wollen daher
mit fundierten Fakten zur Versachlichung der Ernährungsdebatte
beitragen“.
Was Konsumentinnen und Konsumenten über Zucker wissen sollten
– ein Faktencheck:
• Zucker ist ein wichtiger Energielieferant: Zucker gehört zur Gruppe
der Kohlenhydrate und kommt in vielen Lebensmitteln natürlich vor,
etwa in Obst und Gemüse. Bei der Herstellung von Lebensmitteln wird
Zucker seit jeher für den Geschmack oder aus technischen Gründen
eingesetzt. Zucker liefert - wie alle anderen Kohlenhydrate, Fette
oder Eiweiße - die lebensnotwendige Energie für unseren Körper.
• Gegen das Märchen vom „versteckten Zucker“: Das Etikett informiert
klar über alle Nährstoffe. Zucker ist auf der Verpackung ausgewiesen.
Seit den 1970er Jahren geben die Hersteller auf der Verpackung an,
wie viel an Fett oder Zucker in den Produkten enthalten ist. Wird
Zucker bei der Herstellung eines Lebensmittels verwendet, ist er in
der Zutatenliste angegeben. Dort ist er als „Zucker“ oder mit seinem
spezifischen Namen je nach Art des Zuckers (zB Fruktose für
Fruchtzucker) deklariert. Darüber hinaus informiert die sogenannte
Nährwerttabelle über die Menge an Kohlenhydraten und davon die
Gesamtmenge an natürlich vorhandenem und beigefügtem Zucker. Dieser
Wert umfasst alle Arten von Zucker, die in Lebensmitteln vorhanden
sind, also neben der Saccharose etwa auch Traubenzucker (Glukose),
Fruchtzucker (Fruktose), Malzzucker (Maltose) oder Milchzucker
(Laktose).
• Zucker per se macht weder dick noch zuckerkrank: Übergewicht und
Stoffwechselerkrankungen sind in der modernen Gesellschaft häufig.
Daran ist aber freilich nie ein einzelnes Lebensmittel oder ein
einzelner Bestandteil der Ernährung „schuld“, sondern vielmehr ein
Mix aus ungesunder Ernährungsweise, Stress, genetischer Disposition,
Schlafmangel und vor allem mangelnder Bewegung. Die volkstümliche
Bezeichnung „Zuckerkrankheit“ leitet sich von einem Hauptsymptom ab:
Es wird zu viel Zucker (Glukose) im Blut und Urin nachgewiesen. Dem
Zucker per se für Diabetes die Schuld zu geben, ist fachlich
unrichtig. Laut International Diabetes Federation sind die
Risikofaktoren für Diabetes mellitus Typ 2 neben Übergewicht vor
allem Bewegungsmangel und soziale, psychologische, genetische und
kognitive Faktoren.
• Worauf es wirklich ankommt, ist die Kalorienbilanz: Übergewicht ist
insbesondere die Folge eines Ungleichgewichts von Kalorienaufnahme
und Kalorienverbrauch. Ganz einfach gesagt: Wird dem Körper mehr
Energie zugeführt als dieser verbraucht, entsteht Übergewicht. Zucker
trägt zur Kalorienaufnahme ebenso bei wie der Verzehr anderer
Kohlenhydrate, Fette oder Eiweiße. Die Konzentration auf einen
einzelnen Nährstoff ist daher falsch. Wichtig für ein gesundes Leben
sind nicht nur die Ernährungsgewohnheiten, sondern vor allem
ausreichend Bewegung und ein aktiver Lebensstil insgesamt.
• Tatsache ist: Der Zuckerverzehr nimmt seit Jahren kontinuierlich
ab. Laut Statistik Austria ist der jährliche Zuckerverbrauch pro Kopf
seit 1994 von 41 kg auf rund 34 kg zurückgegangen. Die Zuckeraufnahme
liegt laut Österreichischem Ernährungsbericht 2012 bei 50 g pro Kopf
und Tag. Das entspricht 10 Energieprozent und damit auch der gültigen
WHO-Empfehlung (Empfehlung: 50 g, bedingte Empfehlung: 25 g). Der
Ernährungsbericht zeigt auch, dass die tägliche Energieaufnahme seit
zwanzig Jahren unverändert bei rund 2.000 Kalorien liegt. Während die
tägliche Kalorienzufuhr in den vergangenen Jahrzehnten nahezu gleich
blieb, bewegen sich die Menschen immer weniger. Bei Adipositas
spielen aber gerade die gesamte Energieaufnahme versus
Energieverbrauch eine entscheidende Rolle.
• Die Bekämpfung von Übergewicht und Erkrankungen wie Diabetes ist
eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft. Die Lebensmittelwirtschaft
nimmt ihre Verantwortung in diesem Kontext sehr ernst und stellt
insbesondere umfassende Informationen über Inhaltsstoffe und
Eigenschaften von Lebensmitteln sowie ein breites Produktangebot zur
Verfügung.
Die österreichischen Lebensmittelhersteller bieten seit Jahren ein
breites Spektrum an Lebensmitteln ausgezeichneter Qualität, mit hoher
Sicherheit und bestem Geschmack an. Die Verbraucher können aus
verschiedensten Rezepturen – von traditionell über Light bis zu ‚Free
from‘ – in unterschiedlichen Packungsgrößen und Zubereitungsformen
auswählen. Die Unternehmen werden weiterhin sorgfältige Arbeit
leisten und den höchsten Ansprüchen an Qualität und Sicherheit
gerecht werden,“ führt Koßdorff weiter aus.
Seriöse und umfassende Informationen über Kohlenhydrate und Zucker
sind reichlich vorhanden und im Internet frei verfügbar, ua:
http://www.oege.at/ oder http://www.dge.de/
http://www.forum-ernaehrung.at/mehr/themen/zucker/
Stellenwert der Lebensmittelindustrie in Österreich
Die Lebensmittelindustrie ist eine der größten Branchen Österreichs.
Sie sichert im Interesse der Konsumenten tagtäglich die Versorgung
mit sicheren, qualitativen und leistbaren Lebensmitteln. Die rund 200
Unternehmen mit ihren 26.000 Beschäftigten erwirtschafteten im Jahr
2016 ein Produktionsvolumen von 8,1 Mrd. €. Über 60 % davon werden in
180 Länder rund um den Globus exportiert. Der Fachverband unterstützt
seine Mitglieder durch Information, Beratung und internationale
Vernetzung.
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