Hendl und Pute aus Österreich sind federführend

Bauern, Verarbeiter, Handel und AMA starten gemeinsame Kampagne

Wien (OTS) - Die österreichische Geflügelhaltung ist federführend. Heimische Hendln haben bis zu 40% mehr Platz als im europäischen Durchschnitt, Puten bis zu 75%. Erstmalig kommunizieren in einer gemeinsamen Kampagne alle Stufen der Lebensmittelkette - vom Landwirt bis zum Handel - konzertiert die Mehrwerte bei Tierwohl und Qualität. 

Das österreichische Bundestierschutzgesetz beinhaltet die strengsten Haltungsbestimmungen für Geflügel innerhalb der EU, mit Bodenhaltung, regelmäßiger frischer Einstreu sowie Licht, Luft und Temperatur, die an die Bedürfnisse der Tiere angepasst sind. Aufgezogen und betreut werden sie auf landwirtschaftlichen Familienbetrieben. "Die persönliche Fürsorge der Bauern trägt wesentlich dazu bei, die Tiere gesund zu halten. Das zeigt sich auch durch den hierzulande deutlich geringeren Einsatz von Tierarzneimitteln im Vergleich zum europäischen Durchschnitt", erklärt Robert Wieser, Obmann der Zentralen Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Geflügelwirtschaft (ZAG). 

Die Mitgliedschaft beim Geflügelgesundheitsdienst (QGV) ist verpflichtend. Nur Tierärzte dürfen Medikamente nach vorheriger Diagnose verschreiben. Müssen Tierarzneimittel eingesetzt werden, werden diese in einer Datenbank dokumentiert. Leistungsförderer oder Hormone sind verboten. Zusätzlich sichern laufende Kontrollen im Rahmen des AMA-Gütesiegelprogramms das hohe Qualitätsniveau und die Einhaltung der strengen gesetzlichen Bestimmungen ab. Das Futter für heimisches Geflügel ist freiwillig gentechnikfrei und wird regional hergestellt. Das AMA-Futtermittelprogramm "pastus+" sichert die Qualität der Futtermittel verlässlich ab.  

"Mit diesem Österreichpaket sind wir Vorreiter in Sachen Qualität, Tierwohl und Tiergesundheit sowie Lebensmittelsicherheit. Vertrauensvolle und verlässliche Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette ist Grundlage für eine nachhaltige und erfolgreiche Geflügelhaltung, mit dem Ziel, den Konsumenten bestes Geflügel zu einem fairen Preis anzubieten", erklärt der Obmann. "Wenn die Konsumenten gut informiert und Geflügelprodukte entsprechend gekennzeichnet sind, können sie sich bewusst für heimisches Geflügel entscheiden. Sie unterstützen damit die österreichische Art der Geflügelhaltung und helfen, Arbeitsplätze im ländlichen Raum zu erhalten", so Wieser abschließend. 

Selbstversorgung heben

Genau diese Mehrwerte soll die neue Kampagne "Federführend" den Konsumenten vermitteln. Dazu Rudolf Stückler, Marketingmanager für Geflügel der AMA: "Wir wollen den Konsumenten ein gutes Gefühl beim Kauf von Hendl- sowie Putenfleisch geben und sie darüber informieren, dass ihnen unsere Art der Produktion ein paar Cent mehr wert sein sollte." 

Das langfristige Ziel besteht darin, die Selbstversorgung bei Geflügelfleisch wieder zu heben. Die heimischen Bauern können derzeit nur 79% der Nachfrage nach Hendl- sowie nur 41% der Nachfrage nach Putenfleisch decken, weil sie komparative Nachteile im internationalen Wettbewerb aufgrund von Auflagen in der Mast und damit einhergehenden Kosten verkraften müssen. 

Erstmals beteiligen sich alle Stufen der Geflügelwirtschaft an einer gemeinsamen Kampagne. Die AMA schaltet ab Juni Inserate und Advertorials in reichweitenstarken österreichischen Medien. Außerdem klären Beiträge im Dienste der Öffentlichkeit - einem streng reglementierten Sonderformat des ORF - sowie Spots im Hörfunk über die Produktion auf. Die Besonderheiten der heimischen Erzeugung werden auch auf der Website und in den Social Media-Kanälen der AMA erklärt. "Wichtig ist, dass die Konsumenten Hendl und Pute von unseren Bauern am rot-weiß-roten AMA-Gütesiegel klar und auf den ersten Blick erkennen," so Stückler. Die AMA investiert Budgetmittel in der Höhe von 350.000 Euro für diese Kampagne. 

Kampagnen-Logo auf dem Etikett

Alle namhaften Geflügelschlacht- und -zerlegebetriebe tragen die Initiative mit. Sie machen mit dem Logo "Federführend", das zusätzlich zum rot-weiß-roten AMA-Gütesiegel auf den Produktetiketten verwendet wird, auf den Mehrwert des heimischen Angebots aufmerksam. 

Die Firma Titz hat die gesamte Produktion nach dem AMA-Gütesiegel ausgerichtet. Alle Bauern, mit denen Titz zusammenarbeitet, erfüllen die AMA-Gütesiegel-Richtlinien. "Diesem Qualitätsanspruch haben wir uns verschrieben. Mit dem AMA-Gütesiegel erhält der Konsument ein sicheres, kontrolliertes und vertrauenswürdiges Produkt. Wir begrüßen es sehr, dass der Konsument mit dieser Kampagne noch besser über die Vorteile heimischen Geflügels informiert wird", erklärt Geschäftsführer Johann Titz.  

Auch die Bauern, die an Wech liefern, erzeugen nach den Richtlinien des AMA-Gütesiegels. "Es ist gut, dass die AMA den Konsumenten die heimischen Standards nahebringt. Die Verbraucher kaufen ganz bewusst regionale Produkte, die unter besonderen Produktionsstandards erzeugt werden und eine höhere Qualität aufweisen. Dazu ist eine eindeutige, unverwechselbare Kennzeichnung erforderlich, was mit dem AMA-Gütesiegel bestens erreicht wird", erklärt Karl Feichtinger, Geschäftsführer von Wech-Geflügel. 

Wech pflegt eine intensive Zusammenarbeit mit seinen Vermarktungspartnern, insbesondere den Handelsketten, um die Wünsche und Erwartungen der Konsumenten bestmöglich zu erfüllen. "Als Exklusiv-Lieferant der Marke "Ja! Natürlich" ist es gelungen, den Konsumenten österreichweit und flächendeckend Biogeflügel in Topqualität anzubieten. Auch für Spezialprogramme, die über den gesetzlichen Standards liegen, etwa "PRO Planet" unter der Marke "Hofstädter", ist Wech-Geflügel ein verlässlicher Partner", so Feichtinger. 

Kommunikative Kraft des Handels nutzen

Auch die Organisationen des Lebensmitteleinzelhandels haben ihre Beteiligung zugesagt mit ihrer kommunikativen Kraft und werden "federführendes" Geflügelfleisch im Geschäft sowie in Flugblättern, Handelsinseraten, Kundenmagazinen, et cetera promoten. So schaffen sie die direkte Verbindung von der Bewusstseinsbildung zum konkreten Einkaufsakt.

"SPAR hat sich einem der weltweit höchsten Standards bei der Haltung von Geflügel verpflichtet, weil dies sowohl für Kunden als auch für die Tiere einen Mehrwert darstellt. Gute Qualität und Tierwohl schmeckt man. Konsumenten können somit sicher sein, dass dort wo 'SPAR feinstes Geflügel' draufsteht, die Hühner ausnahmslos in Österreich geboren, aufgezogen und geschlachtet wurden, zu 100% gentechnikfrei gefüttert sind sowie bei der Haltung die hohen AMA-Standards eingehalten werden. Diese heimische Qualität wollen wir den Kunden noch bewusster machen. Daher unterstützt SPAR die Initiative "Federführend", so Sophie Höllhuber, Sortimentsmanagerin bei SPAR. 

"Die Nachfrage nach heimischen Lebensmitteln steigt ständig. Das liegt vor allem an der hervorragenden Qualität. Was vielen Konsumenten nicht bewusst ist: Auch die Tierwohl-Standards sind in Österreich − gerade bei AMA-zertifizierten Erzeugnissen − höher als in anderen Ländern Europas. Als heimischer Lebensmittelhändler stehen wir hinter solchen Bemühungen und setzen bei Geflügel beispielsweise zu hundert% auf die AMA-Zertifizierung. Wichtig ist, dass Initiativen in Richtung Tierwohl keine Nischenprogramme bleiben. Das heißt in letzter Konsequenz, dass auch die Kunden bereit sein müssen, für höhere Standards einen Beitrag zu leisten. Und dazu braucht es noch mehr Bewusstsein für das Thema. Insofern ist die Kampagne 'Federführend' ein richtiger Schritt, den wir aus Überzeugung unterstützen", erklärt Simon Lindenthaler, Bereichsleiter Unternehmenskommunikation von LIDL. 

"Die Handelsfirmen der REWE International AG begrüßen die Kampagne der AMA für mehr Tierwohl und Qualität. Wir stellen fest, dass der Konsum insbesondere von Hühnerfleisch steigt und sich Verbraucher klar zu österreichischem Geflügel bekennen. Daher wird heimisches Geflügelfleisch in den Handelsfirmen der REWE International AG flächendeckend angeboten und forciert. Auch das Thema Tierwohl nimmt einen immer größeren Stellenwert ein. Durch die Auszeichnung der konventionellen Geflügelprodukte mit dem AMA-Gütesiegel wird diesen Trends Rechnung getragen", erläutert Michael Riegler, Geschäftsführer von REWE Austria Fleischwaren. Darüber hinaus hat die REWE International AG bereits seit 2013 "PRO PLANET"-Hühner-Frischfleisch der Marke "Hofstädter" im Sortiment. "Mit einer Reduktion der Besatzdichte, erhöhtem Tageslicht und Beschäftigungsmaterial konnte die konventionelle Tierhaltung deutlich verbessert werden. Auch bei der Biohühnerhaltung waren wir mit 'Ja! Natürlich' Vorreiter und verfolgen die Philosophie artgemäßer Tierhaltung mit verpflichtender Auslauffläche für Biohühner und höchstem Augenmerk auf das Tierwohl. Im Sinne des Kundenwunsches nach mehr Geflügelfleisch ist es uns wichtig, die heimische Produktion mit ihren genannten Vorzügen zu stärken und somit eine stabile Versorgung mit österreichischem Geflügel sicherzustellen", so Riegler.

Konsumenten wollen regionales Geflügelfleisch

"Mit dieser Initiative entsprechen wir den Verbraucheranliegen. Laut einer Motivanalyse besteht der starke Wunsch nach regionaler Herkunft bei Geflügelfleisch", erklärt Michael Blass, Geschäftsführer der AMA-Marketing. Die Umfragen belegen den anhaltenden Trend zu mehr Regionalität und regional erzeugten Produkten sowohl im Lebensmitteleinzelhandel als auch in der Gastronomie. 

Wie ausgeprägt das Bewusstsein für Tierwohl bei Geflügel, speziell bei Hendln ist, zeigt eine weitere Umfrage. Zwei von drei Personen assoziieren das Thema Tierwohl in erster Linie spontan mit der Haltung von Hühnern. Genügend Platz im Stall und im Freien sowie eine artgerechte Fütterung sehen die Konsumenten als wichtigste Faktoren für das Wohlbefinden der Tiere, was laut Umfrage Qualität und Geschmack der Lebensmittel ausmacht. Für 41% ist die artgerechte Tierhaltung wichtigstes Kaufkriterium. "Mit diesen Anforderungen handeln unsere heimischen Bauern genau so, wie es die Verbraucher fordern", so Blass. 

Knapp 34.000 t Hendl- und Putenfleisch im Wert von 246 Mio. Euro wurden 2016 im Lebensmittelhandel gekauft, der Trend weist nach oben. 2,4% davon entfallen auf Bio. Der Pro-Kopf-Verbrauch an Geflügelfleisch hat sich seit 1960 versiebenfacht. Neun von zehn Haushalten kaufen zumindest ab und zu Hühnerfleisch, acht von zehn Putenfleisch. Ein Drittel der Konsumenten gibt an, heute mehr Geflügelfleisch als vor fünf Jahren zu kaufen. Die Fleischart wird als fettarm und gesundheitsfördernd gesehen, sie ist vielfältig verwendbar sowie einfach zuzubereiten, passt in die leichte Küche und schmeckt gut. (Schluss)

  




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Manuela Schürr
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