Huainigg: Bildungsreform bringt Verbesserungen für Kinder mit Behinderungen

Antrag zur Qualitätssicherung der Ausbildung von ÖGS-LehrerInnen eingebracht

Wien (OTS/ÖVP-PK) - Im Zuge der heutigen Plenardebatte zur Bildungsreform geht Abg. Franz-Joseph Huainigg, ÖVP-Sprecher für Menschen mit Behinderung, insbesondere auf die Verbesserungen ein, die behinderte Kinder betreffen: „Ein freiwilliges 10. und 11. Schuljahr für entwicklungsverzögerte Jugendliche wird nun auch an Regelschulen möglich, nicht mehr nur an Sonderschulen. Die schulische Beratung für Eltern behinderter Kinder soll mehr und mehr entkoppelt werden von den Sonderschulen, sprich wird an die neu entstehenden Bildungsdirektionen verlagert. Das freiwillige Ausführen medizinischer Tätigkeiten an Schüler/innen mit Pflegebedarf durch Lehrer/innen war bislang ein Graubereich, wird nun ins Gesetz aufgenommen und klärt somit die Haftungs- bzw. Versicherungsfrage. Meine Forderung, dass diese freiwillige Hilfeleistung gleichermaßen Schulassistent/innen möglich sein muss, bleibt aufrecht. Die neu geschaffene Möglichkeit der Clusterbildung sehe ich als Chance zur verstärkten Zusammenarbeit zwischen Sonder- und Regelschulen.“

Zudem greift Huainigg jenen Entschließungsantrag auf, wonach die Pädagogischen Hochschulen anzuweisen sind, die Aus- und Weiterbildungsangebote für Lehrkräfte in Österreichischer Gebärdensprache (ÖGS) zu klassifizieren und das erreichte Sprachniveau entsprechend auszuweisen.

„Damit wird die Verankerung der ÖGS in der Pädagog/innenaus- und weiterbildung forciert und standardisiert. ÖGS ist die Muttersprache gehörloser Kinder, und jedes Kind soll das Recht darauf haben, in der eigenen Muttersprache geschult zu werden. Denn inzwischen weiß man aus der Sprachforschung, dass eine weitere Sprache nur dann gut erlernt werden kann, wenn es eine gute muttersprachliche Basis gibt. Der alte Streit Lautsprache versus Gebärdensprache sollte längst der Vergangenheit angehören, die Zukunft liegt in der Bilingualität, wovon hörende Kinder genauso profitieren wie gehörlose“, erklärt Huainigg und führt weiters aus, „dass Lehrende mit Behinderungen in ihrer authentischen Vorbildwirkung nicht zu unterschätzen sind, weshalb die Angebote noch intensiver zu bewerben wären. Berufskolleg/innen mit Behinderung sind eine große Bereicherung für das soziale Lernen aller. Die körperliche Eignung als Voraussetzung für ein Lehramtsstudium wurde inzwischen gestrichen, nun liegt die Herausforderung darin, Menschen mit Behinderung für den Beruf des Lehrers / der Lehrerin zu begeistern und vor allem zu ermutigen“.

Eine Vorreiterin ist Frau W., die diese Ausbildung durchlaufen hat und nunmehr in ihrer Muttersprache ÖGS unterrichtet. Mit großer Sorge und Unverständnis reagierten Elternvertreter/innen als es plötzlich hieß, ab Herbst gäbe es keine schulische Einsatzmöglichkeit mehr für sie. „Ich kenne Frau W. schon seit Jahren, habe ihren lebendigen Unterricht miterlebt und war genauso entsetzt, dass sich der Wiener Stadtschulrat von einer derart engagierten und empathischen Lehrerin überraschend verabschieden wollte. Umso mehr freut es mich, dass der Stadtschulrat einlenkte und Frau W. nun weiterhin vollzeitbeschäftigt in der bilingualen Klasse ihrer bisherigen Schule unterrichten und ihr Vertrag als Sonderschulpädagogin unbefristet verlängert wird! Zudem wird ein Standort gesucht, um eine bilinguale Klasse in Wien dauerhaft einzurichten“, zeigt sich Huainigg erfreut.
(Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Pressestelle des ÖVP-Parlamentsklubs
01/40110/4436
http://www.oevpklub.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VPK0007