- 28.06.2017, 16:06:42
- /
- OTS0242
Huainigg: Bildungsreform bringt Verbesserungen für Kinder mit Behinderungen
Antrag zur Qualitätssicherung der Ausbildung von ÖGS-LehrerInnen eingebracht
Utl.: Antrag zur Qualitätssicherung der Ausbildung von
ÖGS-LehrerInnen eingebracht =
Wien (OTS/ÖVP-PK) - Im Zuge der heutigen Plenardebatte zur
Bildungsreform geht Abg. Franz-Joseph Huainigg, ÖVP-Sprecher für
Menschen mit Behinderung, insbesondere auf die Verbesserungen ein,
die behinderte Kinder betreffen: „Ein freiwilliges 10. und 11.
Schuljahr für entwicklungsverzögerte Jugendliche wird nun auch an
Regelschulen möglich, nicht mehr nur an Sonderschulen. Die schulische
Beratung für Eltern behinderter Kinder soll mehr und mehr entkoppelt
werden von den Sonderschulen, sprich wird an die neu entstehenden
Bildungsdirektionen verlagert. Das freiwillige Ausführen
medizinischer Tätigkeiten an Schüler/innen mit Pflegebedarf durch
Lehrer/innen war bislang ein Graubereich, wird nun ins Gesetz
aufgenommen und klärt somit die Haftungs- bzw. Versicherungsfrage.
Meine Forderung, dass diese freiwillige Hilfeleistung gleichermaßen
Schulassistent/innen möglich sein muss, bleibt aufrecht. Die neu
geschaffene Möglichkeit der Clusterbildung sehe ich als Chance zur
verstärkten Zusammenarbeit zwischen Sonder- und Regelschulen.“
Zudem greift Huainigg jenen Entschließungsantrag auf, wonach die
Pädagogischen Hochschulen anzuweisen sind, die Aus- und
Weiterbildungsangebote für Lehrkräfte in Österreichischer
Gebärdensprache (ÖGS) zu klassifizieren und das erreichte
Sprachniveau entsprechend auszuweisen.
„Damit wird die Verankerung der ÖGS in der Pädagog/innenaus- und
weiterbildung forciert und standardisiert. ÖGS ist die Muttersprache
gehörloser Kinder, und jedes Kind soll das Recht darauf haben, in der
eigenen Muttersprache geschult zu werden. Denn inzwischen weiß man
aus der Sprachforschung, dass eine weitere Sprache nur dann gut
erlernt werden kann, wenn es eine gute muttersprachliche Basis gibt.
Der alte Streit Lautsprache versus Gebärdensprache sollte längst der
Vergangenheit angehören, die Zukunft liegt in der Bilingualität,
wovon hörende Kinder genauso profitieren wie gehörlose“, erklärt
Huainigg und führt weiters aus, „dass Lehrende mit Behinderungen in
ihrer authentischen Vorbildwirkung nicht zu unterschätzen sind,
weshalb die Angebote noch intensiver zu bewerben wären.
Berufskolleg/innen mit Behinderung sind eine große Bereicherung für
das soziale Lernen aller. Die körperliche Eignung als Voraussetzung
für ein Lehramtsstudium wurde inzwischen gestrichen, nun liegt die
Herausforderung darin, Menschen mit Behinderung für den Beruf des
Lehrers / der Lehrerin zu begeistern und vor allem zu ermutigen“.
Eine Vorreiterin ist Frau W., die diese Ausbildung durchlaufen hat
und nunmehr in ihrer Muttersprache ÖGS unterrichtet. Mit großer Sorge
und Unverständnis reagierten Elternvertreter/innen als es plötzlich
hieß, ab Herbst gäbe es keine schulische Einsatzmöglichkeit mehr für
sie. „Ich kenne Frau W. schon seit Jahren, habe ihren lebendigen
Unterricht miterlebt und war genauso entsetzt, dass sich der Wiener
Stadtschulrat von einer derart engagierten und empathischen Lehrerin
überraschend verabschieden wollte. Umso mehr freut es mich, dass der
Stadtschulrat einlenkte und Frau W. nun weiterhin vollzeitbeschäftigt
in der bilingualen Klasse ihrer bisherigen Schule unterrichten und
ihr Vertrag als Sonderschulpädagogin unbefristet verlängert wird!
Zudem wird ein Standort gesucht, um eine bilinguale Klasse in Wien
dauerhaft einzurichten“, zeigt sich Huainigg erfreut.
(Schluss)
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | VPK






