• 26.06.2017, 22:00:16
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  • OTS0254

Neues Volksblatt: "Verdaut" von Herbert SCHICHO

Ausgabe vom 27. Juni 2017

Utl.: Ausgabe vom 27. Juni 2017 =

Linz (OTS) - Vor über neun Jahren schickte die damalige
SPÖ-Schulministerin Schmied den Gesetzesentwurf in Begutachtung. Die
Bedenken waren groß und haben sich zum Teil auch bewahrheitet.
Trotzdem startete 2015 flächendeckend an allen Gymnasien die
Zentralmatura. Und die heurigen Ergebnisse zeigen der jetzigen
Ministerin Hammerschmid , dass „das System angekommen ist“. Wobei ein
Blick auf Details lohnt: Erstens haben sich vor allem jene
Bundesländer und Schulformen verbessert, die im Vorjahr schlechter
abgeschnitten hatten. Vermutlich hat also das „spezielle
Individual-Training“ für die Problemschulen aus dem Vorjahr
gefruchtet. Zweitens gibt es noch immer gravierende Unterschiede: So
haben in Oberösterreich 49,8 Prozent in Mathematik bei der
schriftlichen Prüfung ein Gut oder Sehr gut, in Kärnten sind es
hingegen nur 37,7 Prozent. Und auf der unteren Leistungsskala ist das
Bild umgedreht: In Kärnten hatten 27,1 Prozent ein Genügend oder
Nicht Genügend, in Oberösterreich waren es nur 18,3 Prozent. Und
drittens verzerrt die Kompensationsprüfung die Statistik, denn in OÖ
blieb fast die Hälfte auf ihren Fleck sitzen, in Kärnten war es nicht
einmal ein Drittel. Ja, die Vergleichbarkeit wirft Fragen auf.
Aber eines kann man auf jeden Fall – auch am Vorabend des Beschlusses
des Autonomiepakets – sagen: Es wird Jahre dauern, bis Neuerungen in
das System integriert sind, aber letztendlich verdaut das System
(fast) alles.

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