Frauen-Quote (1) – Rendi-Wagner: Wir verpassen der gläsernen Decke einen Sprung

„Die Quote wirkt“ – am Mittwoch Beschlussfassung im Nationalrat - weitere Maßnahmen wie Mindestlohn notwendig

Wien (OTS/SK) - Warum Quoten notwendig sind, ob und wie sie wirken und welche Erfahrungen es etwa in Deutschland mit verpflichtenden Frauenquoten in der Privatwirtschaft gibt, darüber diskutierten heute, Montag, PolitikerInnen und ExpertInnen bei einer Veranstaltung des SPÖ-Parlamentsklubs und der SPÖ-Frauen im Palais Epstein. TeilnehmerInnen waren u.a. Frauenministerin Pamela Rendi-Wagner, die dt. parlamentarischen Staatssekretärin Elke Ferner und SPÖ-Gleichbehandlungssprecherin Gisela Wurm. Diese Woche soll im Nationalrat eine 30-Prozent-Frauenquote für Aufsichtsräte in privaten Unternehmen und damit eine langjährige SPÖ-Forderung beschlossen werden. „Damit bekommt die gläserne Decke in der Privatwirtschaft endlich einen riesengroßen Sprung“, ist Frauenministerin Pamela Rendi-Wagner überzeugt. „Seit neun Jahren wird das Thema verhandelt“, betonte die Ministerin, die hier ihren Vorgängerinnen Gabriele Heinisch-Hosek und der verstorbenen Sabine Oberhauser dankte, die das Thema stets vorangetrieben haben. Die Quote sei notwendig, so Rendi-Wagner, denn noch immer sei das (weibliche) Geschlecht ein Karrierehindernis. Solange das so ist, sieht Rendi-Wagner die Politik gefordert, gegenzusteuern.**** 

„Brauchen wir die Quote? Ja, die Zahlen sprechen für sich“, unterstrich die Ministerin. Derzeit sind lediglich 18 Prozent der Aufsichtsräte in österreichischen Privatunternehmen Frauen. In der Geschäftsführung sind es nur sieben Prozent. „Das ist viel zu wenig, zumal, wenn man bedenkt, dass die Hälfte aller Erwerbstätigen Frauen sind. Von Gleichberechtigung sind wir also noch meilenweit entfernt“, so Rendi-Wagner.  

Politik und Gesellschaft dürften aber nicht nur „predigen“, sondern müssen die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen. Genau das passiere jetzt mit der Quote für Aufsichtsräte. Die Quote sei zwar kein „Allheilmittel“, so die Ministerin, aber ein „wirkungsvolles Steuerungsinstrument“, um „strukturelle Diskriminierung wirkungsvoll zu bekämpfen“. Denn dass die Quote wirkt, das zeigen sowohl internationale Erfahrungen als auch die Erfahrung aus dem Bund. Hier gibt es bereits seit 2011 eine Quote für staatsnahe Unternehmen. Der Frauenanteil in Aufsichtsräten ist seither auf 40,3 Prozent gestiegen.  

In vielen europäischen Ländern ist die Quote bereits gesetzlicher Standard, etwa in Island, Deutschland, Norwegen, Frankreich oder Schweden. Ab 1.1.2018 soll es nun nach deutschem Vorbild auch in Österreich eine 30-Prozent-Geschlechterquote (gilt für Frauen und für Männer) für Aufsichtsräte privater Unternehmen ab 1.000 MitarbeiterInnen und börsennotierte Unternehmen geben. Etwa 200 Unternehmen werden von der neuen gesetzlichen Regelung umfasst sein.  

„Der Weg stimmt. Das Mittel ist das richtige“, betonte Rendi-Wagner. Um Frauen auf allen Ebenen und in allen Bereichen am Arbeitsmarkt zu fördern und zu unterstützen, brauche es aber noch weitere Maßnahmen, betonte Rendi-Wagner und nannte hier Frauenförderpläne in allen Unternehmen, Maßnahmen, um Frauen verstärkt in technische Bereiche zu bringen, und den Mindestlohn, „um die Frauen, die in Niedriglohnbranchen arbeiten, zu unterstützen. Das betrifft rund 200.000 Frauen in Österreich“. Auch eine ganztägige, flächendeckende Kinderbetreuung sei notwendig, damit Frauen nicht zwangsläufig in die „Teilzeitfalle“ tappen. „Und das geht nur mit einem Rechtsanspruch“, unterstrich Rendi-Wagner.  

„Ich freue mich sehr, dass es nun endlich gelungen ist, diese wichtige Maßnahme durchzusetzen“, betonte Rendi-Wagner. Das sei einmal mehr „ein Beweis dafür, dass wir in der Frauenpolitik einen langen Atem brauchen, aber dass es sich am Ende des Tages – oder eben wie in diesem Fall nach Jahren – lohnt.“ (Forts.) sc/bj     

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