- 22.06.2017, 10:18:18
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70 Jahre Marshallplan: Von der grauen Nachkriegszeit in die bunte Welt der Digitalisierung

Wien (OTS) - Erbe des Marshallplans lebt als erp-Kredit der aws in
Österreich weiter – innovative Unternehmen aber auch Start-ups
profitieren von Krediten mit langen Laufzeiten und besonders
günstigen Zinsen.
14 Milliarden Dollar flossen dank des Marshallplans und des darauf
basierenden Europäischen Wiederaufbauprogramms ERP (European Recovery
Program) zwischen 1948 und 1952 in die österreichische Wirtschaft.
Vom ERP-Fonds, der aus diesen Geldern gegründet wurde, profitieren
österreichische Unternehmen bis heute. Zum 70. Jahrestag der
Marshallplan-Hilfe würdigten Bundespräsident Alexander Van der Bellen
und Vizekanzler Wolfgang Brandstetter den positiven Einfluss, den der
Marshallplan bis heute auf die heimische Wirtschaft hat.
14 Milliarden Dollar und langfristige Unterstützung zum
Wiederaufbau Österreichs
Das österreichische Wirtschaftswunder der späten 1950er-Jahre ist
maßgeblich auf die amerikanische Wirtschaftshilfe basierend auf dem
Marshallplan zurückzuführen: Durch Unterstützung in Höhe von 14
Milliarden Dollar gelang es der hart arbeitenden österreichischen
Bevölkerung, höhere Lebensstandards zu schaffen und die Wirtschaft
anzukurbeln. Die daraus lukrierten Mittel zahlte Österreich auf ein
sogenanntes Gegenwert-Konto ein, aus dem der Wohlstand des Landes
kontinuierlich weiterfinanziert wurde. 1961 wurden diese Mittel in
Höhe von ATS 11,2 Milliarden von den USA an die österreichische
Regierung übergeben, die damit den ERP-Fonds einrichtete. Von diesem
profitiert die österreichische Wirtschaft bis heute.
Nach wie vor jährliche Kredite in Höhe von EUR 600 Mio.
Denn als ERP-Fonds lebt das Erbe des Marshallplans in Österreich
auch 70 Jahre später weiter und hat maßgeblichen Einfluss auf die
heimische Wirtschaft. Seit 2002 ist der ERP-Fonds in die Austria
Wirtschaftsservice GmbH (aws) integriert. Rund EUR 600 Mio. an
ERP-Mitteln fließen als Unternehmenskredite mit niedrigen Zinsen und
langen Laufzeiten jährlich in Österreichs Wirtschaft.
Mit erp-Krediten werden durchschnittlich 15 bis 20 Prozent aller
Investitionen der Sachgüter produzierenden Industrie mitfinanziert.
Zudem begleitet die aws den Strukturwandel der österreichischen
Wirtschaft in Richtung Digitalisierung und Industrie 4.0. Zuletzt
wurden erp-Kredite auch für den Dienstleistungssektor, der inzwischen
bereits rund zwei Drittel der Bruttowertschöpfung in Österreich
ausmacht, geöffnet. Aktuellste Maßnahme ist die Förderung von
Gründungen durch spezielle Gründungskredite.
Van der Bellen, Brandstetter: Größen aus der Politik würdigen
den Marshallplan
Bei den Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag der Marshallplan-Hilfe
würdigten Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Vizekanzler
Wolfgang Brandstetter den nachhaltigen Einfluss, den der Marshallplan
bis heute hat. Zudem wurde am Mittwochabend das Buch „Der
Marshallplan“, eine umfassende Publikation über das erfolgreichste
wirtschaftspolitische Projekt der Nachkriegszeit, von den beiden
Historikern Günter Bischof und Hans Petschar vorgestellt. Das Buch
wurde maßgeblich von der Marshallplan-Jubiläumsstiftung finanziert.
Die Marshallplan-Jubiläumsstiftung unterstützt den transatlantischen
Wissenstransfer mit rund EUR 1 Mio. im Jahr in Form von Professuren,
Stipendien, Veranstaltungen und eben Publikationen.
Auch die Sonderausstellung „70 Jahre Marshall-Plan“ wurde
feierlich eröffnet.
Stimmen zu „70 Jahre Marshallplan“
Alexander Van der Bellen, Bundespräsident: „Der Marshallplan hat
Europa aus dem fatalen Kreislauf von Elend und Krieg befreit, er hat
einen durch zwei Weltkriege zerstörten und verwüsteten Kontinent
stabilisiert. Seine Bedeutung für den Wiederaufbau Europas ist
unbestreitbar.“
Wolfgang Brandstetter, Vizekanzler: „Das 70-Jahre-Jubiläum des
Marshallplans ist ein Festtag für all jene, die in scheinbar
aussichtslosen Situationen auf Hoffnung bauen, statt Ängste zu
schüren. Die amerikanische Wirtschaftshilfe stiftete auf beeindrucke
Weise den Frieden in Europa und führte zu politischer Stabilität und
wirtschaftlichem Erfolg in Österreich. Diese Bemühungen der
Vergangenheit sind auch heute noch spürbar und haben uns kulturell
geprägt. Die europäische und amerikanische Verbundenheit wird hier
besonders deutlich, und man kann gerade heute nicht oft genug
betonen, dass diese großzügige Hilfe der USA einem weitsichtigen
staatsmännischen Konzept fernab von jeglichem Populismus entsprang.“
Eugene Young, Geschäftsträger der US-Botschaft, Wien: „Mit dem
Marshallplan haben Amerika und Europa gezeigt, dass Friede, Wohlstand
und Sicherheit am besten durch Partnerschaft und Zusammenarbeit zu
erreichen sind. Wie Außenminister Tillerson kürzlich bestätigte:
‚Die Vereinigten Staaten und die Europäische Union haben eine starke
und dauerhafte Partnerschaft, die auf unseren gemeinsamen
demokratischen Werten, den engen Wirtschaftsbeziehungen und der
wechselseitigen Verpflichtung zur Lösung globaler Herausforderungen
beruht.’“
Dr. Wolfgang Petritsch, Präsident Marshallplan-Jubiläumsstiftung:
„Der Marshallplan war eine historische einzigartige, politische
Initiative: Statt auf Reparation und Separatismus setzte er auf
Großzügigkeit und den gemeinsamen Handel. Auf diese Weise stärkte er
die westliche Demokratie und die gemeinsamen Werte. 70 Jahre nach
seiner Vorstellung sind seine Prinzipien und Ideen aktueller denn
je.“
Edeltraud Stiftinger und Bernhard Sagmeister, aws
Geschäftsführung: „Die aws als Förderbank des Bundes unterstützt
österreichische Unternehmen dabei, Ideen umzusetzen sowie neue
Produkte zu entwickeln und diese bis zum Markterfolg zu führen. Der
ERP-Fonds ist seit 2002 ein wesentlicher Bestandteil der aws. Pro
Jahr werden Unternehmenskredite mit niedrigen Zinsen und langen
Laufzeiten in Höhe von 600 Mio. EUR aus den ERP-Mitteln gewährt. Die
erp-Kredite legen so ein solides Fundament für viele erfolgreiche
Projekte und setzen wichtige Impulse für einen konjunkturellen
Aufschwung.“
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