Unabhängige GewerkschafterInnen fordern GÖD-Aktivitäten zum Gelingen der Schulreform!

UGÖD für zusätzliche Ressourcen statt Kostenneutralität und für eine Stärkung der Mitbestimmungsrechte der LehrerInnen

Wien (OTS) - Nach politischer Einigung über das Schulreform- und Autonomiepaket am 19.Juni 2017 schlagen die Unabhängigen GewerkschafterInnen in den GÖD-LehrerInnengewerkschaften der FCG-Mehrheitsfraktion vor, von den diffusen Streikankündigungen am Tag danach Abstand zu nehmen. "Die kurzfristig für 22. Juni angesetzte ARGE LehrerInnen der GÖD soll Profil als überparteiliche Interessensvertretung aller LehrerInnen zeigen. Und über gewerkschaftliche Maßnahmen zur Durchsetzung jener gewerkschaftlichen Forderungen beraten, die bei den monatelangen Verhandlungen mit Bildungsministerium und BKA zu kurz gekommen sind," fordert Reinhart Sellner vom UGöD-Vorsitzteam.

1. Schluss mit dem „strukturellen Bildungsbudgetdefizit“ - mehr Geld für die Schulen!
Die KollegInnen an den Schulen brauchen ausreichende Ressourcen, Kostenneutralität ist zu wenig. Die KlassenschülerInnenhöchstzahl 25 (bisher 30) für die APS steht jetzt zwar im Finanzausgleichsgesetz, aber ohne ausreichende Finanzmittel besteht die Gefahr, dass die bestehenden kleinerer Klassen bis auf 25 aufgestockt werden. Gewerkschaftliche Maßnahmen für ein höheres Bildungsbudget werden notwendig sein, damit alte und schulautonom-neue pädagogische Möglichkeiten für SchülerInnen und LehrerInnen Realität werden. Die Bildungsdirektionen brauchen mehr Mittel als bisher: für kleine Klassen, zur Anstellung von pädagogischem Unterstützungspersonal (SonderpädagogInnen, SozialarbeiterInnen, DolmetscherInnen, PsychologInnen) und für eine sozialindexierte Ressourcenzuteilung an Schulen und Cluster.

Die UGöD tritt dafür ein, dass die rund 300 Millionen Euro „strukturelles Bildungsbudgetdefizit“ nicht weiter in den allgemeinen Budgettopf eingezahlt, sondern in die Schulen investiert werden. Diese Umorientierung der Budgetpolitik ist notwendig und wäre ein sinnvoller Beitrag des Finanzministers zum Gelingen des Autonomiepakets.

Die Anhebung des österreichischen Bildungsbudgets auf EU-Niveau ist Aufgabe der Bundesregierung und des Nationalrates für die kommende Legislaturperiode.

2. Stärkung der LehrerInnen-Mitbestimmung – Schulautonomie braucht auch PVG-Reform!
Autonomie bedeutet neue Gestaltungsspielräume. Dafür muss die LehrerInnen-Mitbestimmung an den Schulen gestärkt werden.
Die UGöD erwartet von der GÖD mehr Einsatz als bisher für eine der Schulautonomie entsprechende Stärkung der Personalvertretung an jeder Schule, in jedem Cluster. Nicht nur an AHS und BMHS, sondern auch an den APS-LandeslehrerInnenbereich, wo das Personalvertretungsgesetz (PVG) derzeit keine Schul-Personalvertretung vorsieht.

Eine das Autonomiepaket ergänzende Reform des PVG ist eine weitere Hausaufgabe des im Herbst neu zu wählenden Nationalrates.

3. Für verstärkte Zusammenarbeit der GÖD mit ÖGB und AK
ÖGB und AK sind mit WKO und LKO die Sozialpartner der Bundesregierung, wenn es um gesetzliche Regelungen in den Bereichen Sozial-, Wirtschafts-, Arbeitsmarkt- oder Bildungspolitik geht. Zukunftsorientierte Bildungsreformen und ihre ausreichende Finanzierung sind auch Aufgabe einer funktionierenden Sozialpartnerschaft.

4. Keine große Reform, aber ein Schritt vorwärts
Kinder sind neugierig und verspielt, wollen ihre Welt und sich selber begreifen, immer besser verstehen, sich zurecht finden können, gemeinsam und ohne Angst. Diese Entwicklung braucht Zeit fürs Schauen und Staunen, Grübeln und Träumen. Alle Kinder und Jugendlichen in unserer Gesellschaft haben ein Recht auf bestmögliche Bildung, individuelle Förderung und soziale Integration. Dazu wollen wir als LehrerInnen und GÖD-GewerkschafterInnen beitragen.

Rückfragen & Kontakt:

Gary Fuchsbauer, BMHS-Gewerkschaft, ARGE LehrerInnen der GöD
Tel: 0680/212 43 58
Renate Brunnbauer, APS-Gewerkschaft, ARGE LehrerInnen der GöD
Tel: 0699/102 08 202
Ursula Göltl, AHS-Gewerkschaft, Tel: 0676/489 11 61
Reinhart Sellner, GÖD-Vostand/Bereich gewerkschaftliche Bildungsarbeit, UGÖD-Vorsitz, Tel: 0676/343 75 21
Internet: www.oeliug.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AGG0001