SOS-Kinderdorf zu Weltflüchtlingstag: Bilanz über Pilotprojekt SOS-Kinder.Welt und Forderung nach gleichen Rechten für ALLE Kinder!

Vor einem Jahr hat SOS-Kinderdorf in Innsbruck ein Pilotprojekt für Kinder und ihre Angehörigen aus Flüchtlingsheimen gestartet

Wien (OTS) - Mit der „SOS-Kinder.Welt“ hat SOS-Kinderdorf in Innsbruck ein Pilotprojekt für Kinder und ihre Angehörigen aus Flüchtlingsheimen gestartet, nun zieht die Kinderhilfsorganisation eine erste positive Bilanz und  weist knapp vor dem Weltflüchtlingstag einmal mehr auf das Thema altersgerechter und den Kinderrechten entsprechender Betreuung von Kindern/Jugendlichen nach der Flucht hin.  

SOS-Kinder.Welt: Insgesamt über 4.500 Tagesgäste aus 17 Ländern

Die SOS-Kinder.Welt in Innsbruck bietet Kindern in der belastenden Zeit nach der Flucht einen geschützten Raum, wo sie unbeschwert Kind sein dürfen: An drei Nachmittagen pro Woche kommen jeweils rund 20 Kinder (0 bis 15 Jahre) und freuen sich über vielfältige Spiel-, Lern- und Förderangebote mit ausgebildeten Pädagoginnen, während die Eltern/Angehörigen sich bei Kaffee und Tee austauschen, an den Aktivitäten mit den Kindern beteiligen und am Deutschkurs teilnehmen. Insgesamt waren schon 4.500 Tagesgäste da - die jüngsten ein paar Wochen alt, die ältesten über 80 Jahre. Sie kamen vorwiegend aus Afghanistan, Syrien, Irak, Iran, Somalia.  

Vorbereitung auf Kindergarten und Schule & Werte- und Kulturvermittlung

Die SOS-Kinder.Welt ist inzwischen viel mehr als nur Spiel- und Begegnungsraum. Er ist vor allem auch interkultureller Lern- und Entwicklungsraum. „Durch die Beziehung und das Vertrauen, das zwischen Kind und Betreuerinnen entsteht, und die individuelle Betreuung können wir die Kinder in ihren Kompetenzen stärken und fördern und damit gut auf die neuen Strukturen von Kindergarten und Schule vorbereiten“, sagt Carola Vogl von der SOS-Kinder.Welt. Dank der Unterstützung engagierter Ehrenamtlicher kommen die Kinder und Angehörigen regelmäßig mit österreichischen Kindern und Erwachsenen zusammen. Dadurch „passiert“ Werte- und Kulturvermittlung sowie Integration auf vielen Ebenen und in beide Richtungen.

Gleiche Chancen und Rechte für ALLE Kinder!

SOS-Kinderdorf macht bei der Betreuung von Kindern/Jugendlichen keinen Unterschied, egal wo jemand geboren ist. Das gilt auch für die österreichweit 307 minderjährigen Flüchtlinge, die aktuell von SOS-Kinderdorf betreut werden: in kleinen Wohneinheiten, mit gut ausgebildetem Fachpersonal, altersgerecht und Kinderrechte-gerecht!  Diese Gleichbehandlung ALLER Kinder, die nicht bei den Eltern leben können, fordert SOS-Kinderdorf von der Politik und hat das mit einem Rechtsgutachten untermauert: Darin bestätigen die Univ. Professoren Karl Weber und Michael Ganner von der UNI Innsbruck, dass die Gesetzeslage eindeutig, die aktuelle Verwaltungspraxis dagegen rechtswidrig ist. „Die Kinder- und Jugendhilfe hat für jeden Minderjährigen in Österreich, der nicht von der eigenen Familie ausreichend betreut wird, die Obsorge zu übernehmen und diese in vollem Umfang auszuüben“, so Ganner. Jeder unbegleitete minderjährige Flüchtling habe demnach ein Recht auf gleiche Chancen und gleichartige Unterstützungsleistungen wie jedes andere Kind, das nicht bei seinen Eltern leben kann.

www.sos-kinderdorf.at/gleichechancen

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SOS-Kinderdorf
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+43 676 88144201
viktor.trager@sos-kinderdorf.at

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