• 12.06.2017, 15:10:46
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  • OTS0156

„Mischung: Nordbahnhof“ und Stadt Wien beziehen Nordbahn-Halle

Wien (OTS) - Die Stärkung der ganzheitlich nachhaltigen
Nutzungsmischung am Nordbahnhof Wien ist die zentrale Aufgabe des von
der TU Wien geleiteten Projektes „Mischung: Nordbahnhof“. Zu diesem
Zweck wurde ein vielschichtiges Konzept entwickelt, das eine
experimentelle Zusammenarbeit verschiedenartiger AkteurInnen
vorsieht. Zentraler Ausgangspunkt für das Vorhaben ist die
Transformation einer bestehenden Lagerhalle in einen urbanen
Experimentierort für den neuen Stadtteil.

In der neu benannten Nordbahn-Halle werden innovative Arbeitsplätze
und kulturelle Veranstaltungen angeboten. Ein Co-Working Space,
offene Werkstätten und multifunktionale Veranstaltungsräume sollen
nachhaltig neue kreative Nutzungen ins Quartier bringen.
Ausstellungen zeigen neue Möglichkeiten der Stadtproduktion. Die
Schau „Stadtraum“ informiert mithilfe modernster 3D-Technik über die
weiteren Schritte am Nord- und Nordwestbahnhofareal.

Christian Peer von der Projektleitung (TU Wien): „Im F&E-Projekt
>Mischung: Nordbahnhof< geht es um die Entwicklung ganzheitlich
nachhaltiger Stadtquartiere. Dafür sind offene gestaltete
Stadtentwicklungsprozesse und die Mischung von Wohnen und Arbeiten
auch im Neubau erforderlich.“

Im Rahmen einer design.build-Lehrveranstaltung der TU Wien werden die
Räume der Halle von Studierenden architektonisch neu interpretiert
und baulich adaptiert. Zukünftige bzw. bereits vor Ort aktive
MacherInnen und AnbieterInnen haben die Möglichkeit, diese Räume zu
nutzen, sich an der Entwicklung des neuen Stadtteils Nordbahnhof zu
beteiligen und in weiterer Folge in die neu entstandenen
Gewerbeflächen im Nordbahnhofquartier einzuziehen. Die ersten Räume
für MacherInnen wurden in einem offenen Call in Zusammenarbeit mit
der Online-Plattform imGrätzl.at (Forschungspartner) schon ab Mai
2017 angeboten – der erste Bezug wird bereits im Juni 2017
stattfinden können. Weitere Co-Working und Co-Making Angebote sind ab
Mitte Juli geplant.

In der Anfangsphase der Bespielung der Nordbahn-Halle, von 21. Juni
bis 31. Juli 2017, entwickelt der Forschungspartner
Architekturzentrum Wien einen öffentlichen Arbeitsraum im Rahmen der
Vienna Biennale. Die Kuratorinnen Angelika Fitz und Elke Krasny haben
sechs internationale Architekturteams eingeladen, mit lokalen
Initiativen und ExpertInnen Prototypen für einen Care + Repair
Urbanismus zu entwickeln. Wie können wir die Zukunft reparieren? Eine
wachsende Ausstellung und eine Serie von Veranstaltungen in der
Nordbahn-Halle verdeutlichen, wie Care + Repair Architektur die Stadt
mit in die Zukunft nimmt. „Sorgetragen und Reparieren sind, wie
Architektur und Urbanismus, konkrete Aktivitäten. Sie werden an
konkreten Orten wirksam. Aus diesem Grund überschreitet das
Architekturzentrum Wien die Mauern des MuseumsQuartiers und eröffnet
einen öffentlichen Arbeitsraum am ehemaligen Nordbahnhof, einem der
spannendsten innerstädtischen Stadtentwicklungsgebiete Wiens“, so
Angelika Fitz, Direktorin des Architekturzentrum Wien.

Parallel dazu wird die Stadt Wien, als externe Kooperationspartnerin,
im STADTRAUM einen Teil der Nordbahn-Halle dem Thema Stadtentwicklung
am Nord- und Nordwestbahnhof widmen. Im Zentrum des STADTRAUM steht
ein digital bespieltes Stadtmodell des Gebietes, das bis Ende 2018
umfassende Informationen rund um die beiden neuen Stadtteile bieten
wird. Historisches wird dabei ebenso wie die aktuellen und künftigen
Entwicklungen präsentiert. Abgerundet wird die Schau durch eine
Diskussions-Reihe zu aktuellen Themen der Stadtentwicklung vor Ort.
Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou dazu: „Wien gelingt es, Wachstum
nicht nur zu managen, sondern mit mehr Lebensqualität zu verbinden.
Gerade die Projekte Nordbahnhof und Nordwestbahnhof werden zeigen,
dass attraktive Grünräume, leistbares Wohnen und intelligente
Mobilität mithilfe guter Planung neue Qualitäten setzt. Der
Info-Treff STADTRAUM in der Nordbahn-Halle unterstützt uns auf dem
Weg dorthin.“ Ganz ähnlich lautet auch die Einschätzung von
Bezirksvorsteherin Ursula Lichtenegger: „Der Nordbahnhof wird mit
State-of-the Art-Stadtplanung, der großen, grünen Freien Mitte,
Urbanität, klug bespielten Erdgeschoßzonen und modernen Schulen und
Kindergärten zum innovativsten Grätzel Europas.“

Das Thema Nutzungsmischung ist für das neue Nordbahnviertel zentral.
Die Entwicklung des neuen Nordbahnviertels in Wien wird im
städtebaulichen Leitbild „Nordbahnhof Wien“ skizziert, das in einem
umfangreichen Handbuch (Studiovlay 2015) vorliegt und laufend
weiterentwickelt wird. Das Projekt basiert auf einer innovativen
Umverteilung der Ressourcen: aus der Einsparung von 85 Prozent der
Verkehrsinfrastruktur soll das Kapital mobilisiert werden, das die
Entwicklung eines Freiraumes von übergeordneter Bedeutung ermöglicht.
Gleichzeitig wird das Potenzial der Nutzungsmischung durch die hohe
Konzentration der Bebauung gefördert, jedoch besteht in den
Strukturen für die Entwicklung von neuen Stadtgebieten und in den
damit verbundenen Umsetzungsprozessen Aufholbedarf. Das Ideal einer
belebten nutzungsgemischten Stadt wird theoretisch oft gewünscht,
doch in der Praxis nur mit erheblichen Abweichungen umgesetzt. Es
fehlen dafür etwa Ressourcen, Zuständigkeiten und auch alternative
Praktiken. Vieles bleibt dem Paradigma der funktionalen Trennung und
der Priorisierung des Wohnbaus verhaftet. So werden Wohnquartiere
statt Stadtquartiere gebaut.

Durch das Forschungs- und Entwicklungsprojekt „Mischung: Nordbahnhof“
entsteht vor allem eine Offenheit für das Experiment. Durch konkrete
Maßnahmen für die Entwicklung von Nutzungsvielfalt im neuen Stadtteil
Nordbahnhof Wien werden Kommunikations-, Partizipations- und
Lernprozesse (Netzwerkmaßnahmen, Netzwerkplattform) initiiert und
eine konzeptuelle Rahmung etabliert. Beispiele sind die Umsetzung
innovativer Baumaßnahmen (Gebäudeinnovationen, Attraktivierung
öffentlicher Räume zum Thema Arbeit sowie als Übergänge zu urbanen
Frei- und Grünräumen, Urban gardening) sowie eine laufende
Evaluierung. Eine sonst fehlende Begleitung des Nutzungsmanagements
mit der Integration relevanter sonst nicht miteinander agierender –
auch nicht institutioneller – AkteurInnen wird ermöglicht, etwa durch
die online-Plattform imGrätzl.at. Die langfristige Implementierung
der Erkenntnisse und der entstandenen Dynamik wird durch die
Einbindung der BauträgerInnen und des zukünftigen
Quartiersmanagements sichergestellt.

Der Pressetext sowie hochauflösende und honorarfreie Pressefotos
stehen auf www.nordbahnhalle.org und www.azw.at/presse-careandrepair
zum Download bereit.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AZW

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