• 09.06.2017, 10:13:22
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  • OTS0061

Wirtschaftswachstum beschleunigt sich 2017 – Arbeitslosigkeit sinkt

Gesamtwirtschaftliche Prognose für Österreich 2017 bis 2019

Utl.: Gesamtwirtschaftliche Prognose für Österreich 2017 bis 2019 =

Wien (OTS) - Die österreichische Wirtschaft befindet sich derzeit in
einem sowohl von der inländischen als auch der ausländischen
Nachfrage getragenen Aufschwung. Das Wachstum des realen BIP
beschleunigte sich bereits im Jahr 2016 auf 1,4% und wird 2017 2,2%
betragen. Für die Jahre 2018 und 2019 wird ein Wachstum von 1,7% bzw.
1,6% erwartet. Gegenüber der Prognose der OeNB vom Dezember 2016
stellt dies eine Aufwärtsrevision um 0,7 bzw. 0,2 und 0,1
Prozentpunkte dar. „Die Aussichten der österreichischen Wirtschaft
haben sich für 2017 deutlich verbessert, das Wachstum Österreichs
wird heuer erstmals seit 2013 stärker als das des Euroraums sein“, so
OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny. Die Inflationsrate wird 2017 auf 2,0%
steigen und in den Jahren 2018 und 2019 jeweils 1,8% betragen. Die
Arbeitslosenquote erreichte zwar im Jahr 2016 mit 6,0% einen
historischen Höchstwert, wird aber bis 2019 auf 5,4% sinken. Der
gesamtstaatliche Budgetsaldo wird sich bis 2019 weiter auf –0,5% des
BIP verbessern. Die gesamtstaatliche Schuldenquote entwickelte sich
2016 erstmals seit Ausbruch der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise
wieder rückläufig und wird bis 2019 weiter sinken.

Exportwachstum beschleunigt sich 2017 deutlich

Im Jahr 2016, dem neunten nach Ausbruch der Finanz- und
Wirtschaftskrise hat sich die weltwirtschaftliche Entwicklung trotz
anhaltender geopolitischer Spannungen sowohl in den Industrie- als
auch in den Schwellenländern kontinuierlich verbessert. Insbesondere
der Welthandel hat zur Jahreswende 2016/17 stark an Dynamik gewonnen.
Neben den USA zählt auch der Euroraum in den kommenden Jahren zu den
globalen Wirtschaftsstützen. Österreichs Exportwirtschaft kann davon
profitieren. Im laufenden Jahr wird das heimische Exportwachstum auf
4,2% (2016: 1,8%) steigen.

Konjunktur weiterhin von Investitionen und Konsum getragen

Neben den Nettoexporten trägt im Jahr 2017 die anhaltend starke
Inlandsnachfrage die Konjunktur. Der private Konsum profitiert auch
in diesem Jahr von der im Jänner 2016 in Kraft getretenen
Einkommensteuerreform und dem anhaltend hohen Beschäftigungswachstum.
Während diese beiden Faktoren die Entwicklung des real verfügbaren
Haushaltseinkommens begünstigen, geht von der gestiegenen Inflation
ein dämpfender Effekt aus. Das reale Wachstum des privaten Konsums
von 1,6% im Jahr 2017 geht mit einem leichten Rückgang der Sparquote
auf 7,9% einher. Der Investitionszyklus erreicht heuer seinen
Höhepunkt. Der Zyklus wird vornehmlich von den
Ausrüstungsinvestitionen getragen – Ersatzinvestitionen werden dabei
vermehrt von Erweiterungsinvestitionen abgelöst.

Arbeitslosenquote sinkt erstmals seit 2011

Die konjunkturelle Aufhellung ist bereits im Vorjahr auf dem
Arbeitsmarkt angekommen. Die Beschäftigung wurde nicht nur – wie in
den Jahren davor – im Dienstleistungssektor, sondern auch in der
Industrie ausgeweitet. Auch die Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden
ist deutlich gestiegen. Die positive Beschäftigungsentwicklung wird
sich 2017 fortsetzen. In den Jahren 2018 und 2019 wird mit dem
Nachlassen der Konjunktur die Dynamik des Beschäftigungswachstums
leicht abnehmen. Aufgrund der konjunkturbedingt hohen Nachfrage nach
Arbeit sowie arbeitsmarktpolitischer Sondermaßnahmen wird die
Arbeitslosenquote trotz weiterhin starken Wachstums des
Arbeitskräfteangebots bis 2019 auf 5,4% sinken.

Inflation steigt 2017 auf 2,0%

Die HVPI-Inflationsrate steigt im Jahr 2017 – getrieben vor allem von
der Entwicklung der Rohstoffpreise – auf 2,0%; 2016 lag sie bei 1,0%.
Für 2018 wird ein leichter Rückgang auf 1,8% erwartet. Trotz des
deutlichen Konjunkturaufschwungs geht von den inländischen
Determinanten der Inflationsentwicklung nur ein moderater
Inflationsimpuls aus.

Budgetsaldo verbessert sich – gesamtstaatliche Schuldenquote sinkt
auf unter 80% des BIP

Der gesamtstaatliche Budgetsaldo wird in den Jahren 2017, 2018 und
2019 –0,9%, –0,9% bzw. –0,5% des BIP betragen. Hauptgründe dafür sind
im Wesentlichen das bessere konjunkturelle Umfeld und die weiter
sinkenden Zinsbelastungen. Die gesamtstaatliche Schuldenquote, die
2016 erstmals seit Beginn der globalen Wirtschaftskrise gesunken ist,
wird sich weiter verbessern und 2019 rund 76% des BIP betragen.

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