- 02.06.2017, 10:58:03
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Klimawandel trifft vor allem die Ärmsten, Klimaschutz rettet Menschenleben!
Schweifer: „Diejenigen, die den Klimawandel am wenigsten verursacht haben, leiden am meisten darunter. Temperaturanstieg bedeutet für Millionen Menschen Lebensgefahr!“
Utl.: Schweifer: „Diejenigen, die den Klimawandel am wenigsten
verursacht haben, leiden am meisten darunter.
Temperaturanstieg bedeutet für Millionen Menschen
Lebensgefahr!“ =
Wien (OTS) - Tote Rinder liegen zwischen vertrockneten Sträuchern im
Sand. Männer, Frauen und Kinder sind auf Haut und Knochen abgemagert.
Nach Monaten und mitunter Jahren ohne Regen fehlen Trinkwasser und
Nahrung. Christoph Schweifer, Caritas Auslandshilfechef, war in den
vergangenen Tagen im Norden Äthiopiens, der besonders von Dürre
betroffenen Somali-Region: „Der Klimawandel hat einen unmittelbaren
Einfluss auf die Versorgungslage von Kleinbauern in Afrika, die sich
selbst versorgen. Höhere Temperaturen trocknen die Böden noch mehr
aus und führen zu häufigeren und längeren Dürreperioden. Wir dürfen
uns nicht damit abfinden, dass alle 10 Sekunden ein Kind an Hunger
stirbt. So lange Kinder verhungern, haben wir als Menschheit versagt.
Nach dem Ausstieg der USA aus dem Klimavertrag müssen die EU und ihre
Mitgliedsstaaten jetzt umso entschlossener mit gutem Beispiel in der
Klimapolitik vorangehen, denn mit Blick auf die Länder des globalen
Südens heißt Klimaschutz ganz konkret Menschenleben zu retten.“
Weite Teile Ostafrikas wie auch die Sahelzone stehen aktuell vor
einer der schlimmsten humanitären Katastrophen der jüngsten
Geschichte. Mehr als 20 Millionen Menschen drohen zu verhungern – das
sind mehr als doppelt so viele, wie Österreich EinwohnerInnen hat.
Betroffen sind die Länder Äthiopien, Somalia, Uganda, der Südsudan
und ganz besonders Kenia. Anhaltende Dürre und bewaffnete Konflikte
haben die Menschen ihrer Lebensgrundlagen beraubt. Vor allem Kinder
und ältere Menschen sind akut in Lebensgefahr.
Hunger ist kein Schicksal
„Hunger bedeutet, dass Menschen oft nur jeden zweiten, dritten Tag
etwas zu essen bekommen. Dass Kinder mit einer kleinen Handvoll
Hirsebrei satt werden müssen. Hunger bedeutet, dass Menschen täglich
ums Überleben kämpfen müssen“, so Schweifer und weiter: „Entscheidend
ist, dass dieser Hunger von Menschen gemacht und damit absolut
vermeidbar ist. Auch in Österreich gab es vor 50 Jahren noch Hunger.
Heute ist das in ganz Europa kein Thema mehr und das sollte für die
ganze Welt gelten.“
Hilfe > Hunger: langfristige Unterstützung für 240.000 Menschen
Dank des Engagements der Österreicherinnen und Österreicher arbeiten
Caritas-HelferInnen in rund 50 Projekten weltweit an der
langfristigen Bekämpfung des Hungers. Maßnahmen zu verbesserten
Anbaumethoden, Schulungen über Kompostierung, Düngung, Lagerung und
Vermarktung der Ernte ebenso wie die Verteilung von Saatgut,
landwirtschaftlichen Geräten und Nutztieren helfen 240.000 Menschen
oder 40.000 Familien in den am stärksten betroffenen Ländern der
Welt. Zudem hilft die Caritas bei der Vorbeugung und Behandlung von
akuter Unterernährung, besonders bei Kindern unter fünf Jahren.
„Jedes dieser Vorhaben ist ein wesentlicher Baustein im Kampf gegen
den Hunger. In einer Welt, die mehr als genügend Nahrung für alle
produziert, sollte niemand hungern müssen. Jedes dieser Vorhaben
trägt dazu bei, dass eine Welt ohne Hunger möglich wird“, so
Schweifer. "Erstmals in der Geschichte der Menschheit haben wir die
Möglichkeiten und das Know-How, den Hunger zu beseitigen. Jede und
jeder von uns kann einen Beitrag leisten, kann Verbesserung und mehr
Gerechtigkeit erreichen. Gemeinsam können wir das schaffen!“
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