• 30.05.2017, 12:37:29
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Pirklhuber: Vorsorgeprinzip ernstnehmen, Glyphosat verbieten

Grüne: Rupprechter darf sich nicht länger auf Wissenschaftsstreit rausreden – kein Gift auf unserem Acker

Utl.: Grüne: Rupprechter darf sich nicht länger auf
Wissenschaftsstreit rausreden – kein Gift auf unserem Acker =

Wien (OTS) - "Weglassen, uminterpretieren, täuschen, das scheint der
Umgang der Pestizidindustrie mit wissenschaftlichen Belegen der
Risiken von Glyphosat zu sein. Die Skandale in Bezug auf eine von der
EU-Kommission angestrebte Zulassungsverlängerung des Totalherbizids
reißen nicht ab", analysiert Wolfgang Pirklhuber,
Landwirtschaftssprecher der Grünen und bezieht sich damit auf die
aktuelle Überprüfung der Originaltexte der bisher erstellten
offiziellen Bewertungen von Glyphosat durch Professor Christopher
Portier, ehemaliger Direktor des National Institute of Environmental
Health Sciences der USA. Damit wurden nun klare Fakten zum Streit um
die krebserregende Wirkung von Glyphosat geliefert: Wesentliche
Hinweise auf die krebserregende Wirkung von Glyphosat sind in allen
diesen Bewertungen nicht berücksichtigt worden. „Wenn es richtig ist,
dass in den Krebsstudien der Hersteller zum umstrittene Herbizid
Glyphosat acht Tumorbefunde in Fütterungsstudien mit Mäusen und
Ratten einfach unter den Tisch fallen gelassen wurden, dann sollten
alle hellhörig werden. Das stellt nicht nur Glyphosat in Frage,
sondern das Zulassungsverfahren insgesamt“, betont der Grüne.

Klar ist aus Sicht der Grünen und zahlreicher NGO: Ein Produkt, das
mit solchen Risiken behaftet ist wie Glyphosat, darf nicht einfach
weitere zehn Jahre ausgebracht werden. „Minister Rupprechter muss
jetzt endlich Farbe bekennen und sich unmissverständlich gegen eine
Verlängerung der Zulassung aussprechen. Seine Ausrede, dass es sich
hier um einen Wissenschaftsstreit handle, ist zynisch. Wenn
Rupprechter das Vorsorgeprinzip ernst nimmt, hat er nur eine Option:
Er muss den Einsatz von Glyphosat stoppen“, fordert Pirklhuber.

Seit 2011 fordern die Grünen im Nationalrat mit zahlreichen Anträgen
und Argumenten ein Verbot des umstrittenen Giftes. Sowohl in der
Landwirtschaft als auch im Privatgebrauch, sowie für Verkehrswege im
weitesten Sinne (Straßen, Wege und Plätze, Feldwege, Gleisanlagen,
Flughäfen) wollen die Grünen den Einsatz dieses Risikoproduktes
unterbinden. „Morgen im Gesundheitsausschuss wird erneut ein
diesbezüglicher Antrag von mir behandelt. Da werden wir dann sehen,
ob die Mandatare der Regierungsparteien endlich für den Schutz der
Menschen votieren oder ob sie diese Causa weiter verschleppen und
durch eine erneute Vertagung schubladisieren“, stellt Pirklhuber
klar.

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